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Vom Traumurlaub zum Alptraum: Freistädter sitzen in Dubai fest

Mag. Claudia Greindl, 02.03.2026 15:36

FREISTADT/DUBAI. Detonationen, herabstürzende Rakenteteile, eine brennende Hotelfassade: Statt wie geplant den Heimflug anzutreten, sitzt eine Reisegruppe aus Oberösterreich in Dubai fest. Das Emirat ist Ziel von Bombenangriffen aus dem Iran. Tips hat einen der Reiseteilnehmer, Klaus Stütz aus Freistadt, in einem Hotel erreicht. 

  1 / 3   Da war die Welt noch in Ordnung: Zum 60. Geburtstag bekam Klaus Stütz in Dubai zahlreiche Glückwünsche. (Foto: privat)

„Es geht uns einigermaßen gut, wir sind in einem hervorragenden Hotel rund zehn Kilometer außerhalb des Stadtzentrums untergebracht“, erzählt Klaus Stütz Tips-Redakteurin Claudia Greindl am Montag Nachmittag am Telefon. Angst machen den Oberösterreichen jedoch die ständigen Detonationen und nach dem Abschuss der Luftabwehr verglühende, herabstürzende Trümmer von abgefangenen Drohnen und Raketen. Auf der berühmten Inselgruppe Palm Jumeirah geriet eine Luxus-Hotelanlage in Brand, auch an der Fassade des berühmten Burj al Arab-Hotels loderte Feuer.

Sowohl die Reiseleiterin als auch die Einheimischen sind rührend um die gestrandeten Gäste bemüht. „Man hat uns geraten, nicht zu den Fenstern zu gehen und das Gebäude möglichst nicht zu verlassen, um nicht von Splittern getroffen zu werden“, erzählt der Freistädter. „Wir können also nicht viel mehr tun als zu warten.“ 

Schon für Heimflug eingecheckt 

Die rund 40-köpfige Seniorenreisen-Gruppe mit Teilnehmern unter anderem aus Schärding, Wels und Freistadt war am vergangenen Samstag bereits zum Heimflug aus Dubai am Persischen Golf eingecheckt, als es zu einer Verzögerung kam. Nach längerer Wartezeit stand es plötzlich fest: Alle Flüge auf der Anzeigetafel waren abgesagt, der Flugraum über Dubai geschlossen. Der einwöchige Traumurlaub, den die Oberösterreicher bisher genossen hatten, entwickelte sich im Handumdrehen zum Alptraum. 

Den 60-er in Dubai gefeiert

Mit einem Bus wurden die Urlauber auf Veranlassung der Fluglinie Emirates in ein großes Hotel gebracht - keine Minute zu früh, denn kurz darauf schlugen Trümmerteile auf dem Flughafen ein und verletzten vier Menschen. „Wir sind mit der Unterkunft, mit Essen und Trinken wunderbar versorgt und scheinbar auch relativ sicher, aber wir müssen uns quasi von Tag zu Tag weiterhandeln, und an den Heimflug ist noch kein Gedanke. Schön ist es nicht gerade, ständig Bomben krachen zu hören“, berichtet Stütz. Er hatte am 27. Februar seinen 60. Geburtstag in Dubai gefeiert. „Seitdem erlebe ich die unglaublichsten Sachen und es herrscht im Wahrsten Sinn des Wortes Bombenstimmung“, beweist der Freistädter Galgenhumor. Wer die Kosten für den unfreiwilligen Aufenthalt übernimmt, ist noch ungewiss. 

Medikamente gehen zur Neige

Wegen der unerwarteten Verlängerung der Dubai-Reise gehen manchen Teilnehmern bereits dringend notwendige Medikamente aus. „Dubai ist bei der Einreise sehr restriktiv, was Medikamente, besonders Opiate, betrifft - man darf nur die exakte Menge für die Dauer des Aufenthalts einführen“, erklärt Klaus Stütz. „Unser mitreisender Arzt ist mit mehreren Reiseteilnehmern in ein Spital gefahren, um zumindest für ein paar Tage Ersatz für Medikamente zu bekommen, mit denen man möglichst nicht aussetzen sollte, wie zum Beispiel Blutdrucksenker, Blutverdünnung oder Schmerzpflaster.“

Die Oberösterreicher sind also trotz der widrigen Umstände gut versorgt, aber eines ist sicher: „Jeder von uns wird heilfroh sein, wenn wir endlich im Flieger nach Hause sitzen.“


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