Klima- und Energie-Modellregion: Duschen mit Köpfchen
STEINBACH AN DER STEYR. Trockenheit und sinkende Pegelstände in Flüssen sowie Grundwasser stellen auch den Bezirk Kirchdorf vor Herausforderungen. Die Klima- und Energie-Modellregion (KEM) Traunviertler Alpenvorland ruft deshalb zu einem bewussteren Umgang mit Wasser und Energie auf – und setzt dabei auf eine einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme: den Sparduschkopf.

„Mein Duschkopf kommt mit sechs Litern pro Minute aus, hat rund 40 Euro gekostet und spart pro Jahr so viel Energie, wie ein Balkonkraftwerk erzeugt“, erklärt Lukas Schützenhofer von der KEM. Sein Fazit: „Sparduschköpfe sind die LEDs unter den Duschköpfen.“
Große Wirkung mit kleinem Aufwand
Während herkömmliche Duschköpfe zwischen zwölf und 20 Liter Wasser pro Minute verbrauchen, kommen effiziente Modelle mit nur sechs bis acht Litern aus – bei gleichbleibendem Komfort. Möglich machen das feinere, aber zahlreichere Düsen, die den Wasserstrahl bündeln.
Die Einsparung ist erheblich: Wer laut Berechnungen der Stiftung Warentest rund 220-mal im Jahr jeweils zehn Minuten duscht, verbraucht mit einem Standard-Duschkopf etwa 33.000 Liter Wasser. Mit einem Sparduschkopf sinkt dieser Wert auf rund 13.200 Liter – eine Ersparnis von fast 20.000 Litern pro Person und Jahr. Das sind fast 20 Quadratmeter Trinkwasser oder ein ganzes Zimmer voll Wasser.
Gerade in Mehrpersonenhaushalten macht sich das deutlich bemerkbar. Neben dem Wasserverbrauch sinkt auch der Energiebedarf, da weniger Warmwasser aufbereitet werden muss. Das entlastet nicht nur die Haushaltskasse, sondern auch Strom- und Gasnetze.
Einfache Umsetzung
Ein weiterer Vorteil: Die Umrüstung ist unkompliziert. „Alten Duschkopf abschrauben, neuen drauf – fertig“, so Schützenhofer. Sparduschköpfe sind bereits ab etwa 20 bis 50 Euro erhältlich und amortisieren sich oft innerhalb weniger Monate. Auch regionale Hersteller bieten entsprechende Produkte an.
Kleine Einschränkungen gebe es laut KEM lediglich bei sehr langen Haaren oder stark kalkhaltigem Wasser. Insgesamt überwiegen jedoch die Vorteile deutlich.
Weitere Wasserspar-Tipps ohne Komfortverlust
Abgesehen vom Einsatz von Sparduschköpfen empfiehlt die KEM eine Reihe weiterer Maßnahmen, die ohne großen Verzicht auskommen: Regenwasser kann sinnvoll gesammelt und für den Garten, das Autowaschen oder sogar für die Toilettenspülung genutzt werden. Pflanzen sollten möglichst gezielt in den kühleren Morgen- oder Abendstunden gegossen werden, um Verdunstungsverluste zu vermeiden. Auch sogenanntes Grauwasser, etwa aus der Dusche, lässt sich wiederverwenden, beispielsweise für die Gartenbewässerung.
Wichtig ist zudem, Leitungen und Armaturen regelmäßig auf Leckagen zu überprüfen, um unbemerkten Wasserverlust zu verhindern. Im Garten helfen dünne Mulchschichten dabei, die Verdunstung zu reduzieren und die Bodenfeuchtigkeit länger zu erhalten. Selbst beim Waschen von Gemüse kann Wasser aufgefangen und anschließend zum Gießen genutzt werden.
Beim Kauf neuer Geräte sollte auf eine hohe Wasser- und Energieeffizienz geachtet werden. Generell spart Duschen im Vergleich zum Baden deutlich Wasser. Zusätzlich können Durchflussbegrenzer bei Wasserhähnen installiert werden, um den Verbrauch weiter zu senken.
Auch in der Landwirtschaft können etwa Windschutzhecken helfen, die Verdunstung zu reduzieren.
Verantwortung für die Zukunft
Langfristig gehe es laut KEM auch darum, die Wasserversorgung nachhaltig abzusichern. Diskutiert werden etwa Anpassungen bei Wasserpreisen oder zusätzliche finanzielle Mittel für Wassergenossenschaften.
Wer sich weiter informieren möchte, kann der Facebookgruppe der Energieregion beitreten oder Rückmeldungen an energie@leader-alpenvorland.at senden.


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