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Volksschüler in Steinbach an der Steyr verwandeln mit Wurmkiste Biomüll in wertvollen Humus

Maya Lauren Matschek, 21.04.2026 12:00

STEINBACH/STEYR. An der Volksschule Steinbach an der Steyr wird Zukunft gelernt: Neben digitaler Bildung, Talenteförderung und sozialem Miteinander steht aktuell vor allem ein besonderes Projekt im Mittelpunkt – die Wurmkiste der 2. Klasse, in der Schüler hautnah erleben, wie aus Biomüll durch eigene Betreuung wertvolle Erde entsteht.

Beim Zusammenbauen der Wurmkiste halfen alle mit. (Foto: Volksschule Steinbach/Steyr)
  1 / 9   Beim Zusammenbauen der Wurmkiste halfen alle mit. (Foto: Volksschule Steinbach/Steyr)

Die Schule setzt bewusst auf die Vermittlung von Zukunftskompetenzen. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), digitale Mündigkeit sowie soziale Verantwortung sind fest im Schulalltag verankert. Auch die Sustainable Development Goals (SDGs) dienen als Leitlinie für Projekte und Unterricht. Ziel ist es, Kindern nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern sie zu selbstständigem und verantwortungsbewusstem Handeln zu befähigen.

Digitale Bildung als fixer Bestandteil

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf digitaler Grundbildung. In den vergangenen zehn Jahren wurde der Einsatz moderner Technologien kontinuierlich ausgebaut. Die Schüler arbeiten unter anderem mit iPads, lernen Programmieren oder sammeln erste Erfahrungen mit Robotik wie Beebots und Lego WeDo. Gleichzeitig wird großer Wert auf Medienkompetenz, Datenschutz und einen sicheren Umgang mit digitalen Inhalten gelegt.

Die Wurmkiste als Herzstück

Besonders anschaulich wird das pädagogische Konzept derzeit im Projekt der 2. Klasse: Seit Februar betreuen die Kinder eine Wurmkiste mit rund 500 bis 1000 Würmern direkt im Klassenzimmer. Bereits beim Aufbau waren Teamarbeit, handwerkliches Geschick, genaues Lesen und Angewandte Mathematik gefragt.

Im Alltag übernehmen die Schüler eigenständig Verantwortung: Sie sammeln Biomüll, bereiten das Futter für die Würmer vor - sie brauchen alle 72 Stunden etwas zu essen - und kontrollieren regelmäßig die Bedingungen in der Kiste. Ein Aufgabenplan sorgt dafür, dass alle Kinder eingebunden sind. Gleichzeitig wird das Projekt im Unterricht begleitet – etwa durch das Erarbeiten des „Speiseplans“ der Würmer oder durch Präsentationen für andere Klassen.

Nachhaltigkeit zum Angreifen

Die Wurmkiste macht ökologische Kreisläufe unmittelbar erlebbar. Aus Küchenabfällen entsteht durch die Arbeit der Würmer wertvoller Humus, der später im Schulgarten verwendet wird. Die Kinder beobachten diesen Prozess täglich, dokumentieren ihre Erfahrungen und entwickeln so ein tiefes Verständnis für Nachhaltigkeit.

Susanna, Lisa, Laura und Emilia aus der 2i-Klasse beschreiben ihre Erfahrungen mit den kleinen Klassenkollegen derzeit so: „Unsere Würmer halten es nicht so lang mit lauten Geräuschen aus. Die Würmer sind sehr empfindlich. Es gibt kleine und große Würmer, es gibt auch dicke und dünne Würmer. Auf der Erde liegt die Hanfmatte. Die Würmer können auch Breakdance. Die Würmer können manchmal sehr frech sein!“ Und: „Sie sind sehr verfressen.“


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