„Dr. Pippo Pinzetto“ bringt Emotionen ins Krankenzimmer
KIRCHDORF AN DER KREMS/GMUNDEN. Neben den Hosenträgern, der Krawatte und der roten Nase darf eines ebenfalls nicht fehlen: der Arztkittel, denn ohne diesen wäre Manfredi Siragusa kein richtiger CliniClown. Seit drei Jahren bringt der Gmundner als Dr. Pippo Pinzetto Gefühle und Emotionen ins Landeskrankenhaus Kirchdorf.

„Ich ziehe mein Kostüm an, gehe ins Zimmer und sehe die Kinder, die gespannt auf mich warten. Dann weiß ich: Dafür bin ich da!“, sagt Manfredi Siragusa. Der gebürtige Italiener ist der Liebe gefolgt und 2007 nach Österreich gezogen. Hauptberuflich spielt der 46-Jährige Figurentheater für Erwachsene und Kinder in deutschsprachigen Ländern. Nebenbei ist er seit sechs Jahren als CliniClown Dr. Pippo Pinzetto tätig und besucht jährlich zirka 26-mal die jungen Patienten im Landeskrankenhaus Kirchdorf. Meistens alleine, außer wenn mehr als fünf Kinder zu besuchen sind, dann kommt ein Partner mit. „Ich freue mich immer, wenn ich nach Kirchdorf komme, weil ich mich hier sehr willkommen und unterstützt fühle“, sagt Manfredi Siragusa.
Gefühle und Emotionen
Seine Aufgabe als CliniClown sieht Siragusa darin, „als Fremder und etwas Verrückter Energie und Lebensfreude von draußen ins stille Krankenzimmer, gefüllt mit den Ängsten und Sorgen der Eltern, zu bringen. Mein Trainer sagte immer, es sei wichtig, Gefühle ins Krankenzimmer zu bringen, egal ob Freude, Ärger, Trauer oder Melancholie. Das ist auch das Prinzip von Theater, hat aber eine besondere Wirkung in diesem Zimmer.“
Unterschiedliche Reaktionen
Wenn der CliniClown bei der Tür hereinspaziert, sind die Reaktionen der Kinder und Eltern sehr unterschiedlich. „Jugendlichen ist es meist suspekt, wenn sie ein Clown besuchen kommt, aber bei uns hängt jedes improvisierte Spiel vom Alter der Patienten ab. So werden im Jugendalter Themen wie Liebe und Leidenschaft aufgegriffen. Die kleinen Kinder weinen manchmal, da ist oft bereits ein Blickkontakt entscheidend“, weiß Manfredi Siragusa, der auch mit skeptischen Eltern konfrontiert ist, „manchmal glauben sie, dass unser Besuch zu aufregend für ihre Kinder sein könnte.“ Doch vor jeder Visite bekommen die CliniClowns von den Krankenschwestern grundlegende Informationen über die Patienten und richten ihre Spielart danach. „Wir haben unterschiedliche Szenen, die wir offen lassen, weil wir die Stimmung und Reaktionen im Zimmer in unseren Improvisationen aufgreifen“, erzählt Siragusa, „wichtig ist, dass wir Gefühle erzählen, aber auf naiver Ebene, denn ein Clown ist wie ein Kind, er ist selbst verletzlich und verletzt andere unbewusst. Manchmal hat ein CliniClown mehr Wirkung auf die Eltern als auf die Kinder. Er sorgt für frische Luft und Ablenkung und bringt kleine Geschenke als Erinnerung mit.“ Eine Clown-Visite dauert zwischen drei und fünf Minuten.
Jeder Besuch ist anders
„Man muss als Clown herausfinden, was das Kind emotional bewegt und wie es zum Lachen gebracht werden kann. Jeder Besuch ist neu und anders, das ist eine Herausforderung. Dabei müssen wir natürlich auch aufpassen, denn unser Schauspiel klappt nicht immer. Aber die rote Nase schützt ein bisschen, denn ein Clown ist naiv und kann auch einmal daneben treffen“, weiß Siragusa. Besonders berührend ist es für ihn, wenn er die Genesung von Kindern miterlebt, die über längere Zeit im Krankenhaus sind. Doch die Besuche sind nicht nur erlebnisreich, denn es heißt nicht umsonst in einem Sprichwort: „Lachen ist gesund!“


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