Windelfrei im Sommer
BEZIRK KIRCHDORF. Es gibt sie in jedem Bekanntenkreis von Eltern: jene Frühzünder, die mit eineinhalb Jahren schon wacker ihre großen und kleinen Geschäfte am Töpfchen erledigen. Eine tüchtige Leistung, die Mamas und Papas von älteren Windelzwergen manchmal verunsichert.

Laut Gerhard Pöppl, Leiter der Kinder- und Jugendabteilung des LKH Kirchdorf, sei der wichtigste Grundsatz in Sachen „Windelfreiheit“ Geduld, und nicht zu viel Druck auf den Sprössling auszuüben. Die meisten Kinder benötigen etwa zwei bis drei Jahre, bis sie anfangen, sich für den eigenen Körper zu interessieren. Auch ab diesem Zeitpunkt kann es noch eine Weile dauern, bis es Sinn macht, die Windel dauerhaft zu verbannen. „Die meisten Kinder werden im Alter zwischen drei und fünf Jahren trocken“, so der Kinderarzt, „das kindliche Nervensystem muss erst ausreifen, damit das Kind in der Lage ist, eine volle Blase bewusst wahrzunehmen.“
Die meisten Kinder vermelden eines Tages ganz von selbst den Zeitpunkt, ab dem die Eltern mit der Windelentwöhnung beginnen können. Ein sicheres Anzeichen dafür, dass Kinder bereit sind, sich von der Windel zu trennen ist, wenn sie anfangen bestimmte Körperteile und Gefühle zu benennen.
Den Sommer nutzen
Ist das Kind bereit, so ist die warme Jahreszeit eine gute Gelegenheit, mit dem Üben anzufangen, denn „Eltern müssen grade zu Beginn recht schnell reagieren.“ Es empfiehlt sich, das Kind auch mal untenrum „ohne“ oder in Unterhosen auf einer Decke im Garten spielen zu lassen. „Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang neben Geduld, Ermutigung, Zuwendung und Lob der Eltern auch die nötige Konsequenz“, weiß Gerhard Pöppl.


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