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Damit es kein Sprung ins Krankenhaus wird: Kinder sollten Trampoline mit Bedacht nützen

Susanne Winter, MA, 23.08.2016 07:10

BEZIRK KIRCHDORF. Das „Trampolinspringen“ hat sich zu einer Trendsportart entwickelt. In vielen Gärten machen Kinder meterhohe Sprünge und vollführen akrobatische Kunststücke. Doch das Trampolin birgt auch Risiken: Denn bei unvorsichtiger Nutzung steigt die Unfallgefahr – und der Springspaß endet in der Unfallambulanz eines Krankenhauses.

Das Trampolinspringen ist ein anspruchsvoller Sport mit hohem Spaßfaktor. Foto: Vowe
  1 / 2   Das Trampolinspringen ist ein anspruchsvoller Sport mit hohem Spaßfaktor. Foto: Vowe

„Auf einem Trampolin wird die Sprungkraft um das bis zu Vierfache erhöht“, weiß Peter Hellinger, Unfallchirurg und Spezialist für Sportverletzungen am Landeskrankenhaus Kirchdorf, „ebenso steigt die Belastung beim Landen bis auf das Achtfache des Körpergewichtes.“ Das ist mitunter ein Grund, warum die Zahl der Trampolinunfälle bei Kindern dramatisch gestiegen ist. Das wachsende kindliche Skelett und die sensiblen Bandstrukturen der jungen Springkünstler sind der enormen Belastung oft nicht gewachsen und erleiden Schäden.

Arme und Beine sind besonders betroffen

Am häufigsten verzeichnen die Experten des LKH Kirchdorf Verletzungen an Armen und Beinen, gefolgt von Schädelverletzungen. „Etwa 40 Prozent dieser Verletzungen gelten als schwer und gehen mit oft komplizierten kindlichen Knochenbrüchen oder schweren Bandverletzungen einher, die operiert werden müssen“, erklärt Peter Hellinger. Etwa sieben Prozent sind ernste Wirbelsäulen- und Schädel-Hirn-Verletzungen, die beispielsweise durch missglückte Saltoversuche hervorgerufen werden. Nicht immer können bleibende neurologische Schäden ausgeschlossen werden.

Neben der unterschätzten Krafteinwirkung durch die hohe Sturzenergie sind es vor allem Ermüdung und Konzentrationsverlust, die ein hohes Verletzungsrisiko bergen. Da bei Kindern Konzentrationsfähigkeit, Koordination und maximale Körperspannung oft noch nicht ausreichend ausgeprägt sind, passieren viele Unfälle erst später am Nachmittag, wenn die Kids anfangen zu ermüden.

Haftungsfrage klären

Falls es bei Nachbarskindern oder fremden Kindern zu Verletzungen am hauseigenen Trampolin kommt, taucht immer wieder auch die Schuldfrage auf. Es ist daher ratsam, die Eltern vorher darauf hinzuweisen, dass im Fall einer Verletzung keine Haftung übernommen wird.

„Trampoline sind keine harmlosen Spielgeräte für Kinder. Vielmehr sind es Sportgeräte, die bei falscher Technik und Anwendung ein hohes Verletzungspotenzial mit sich bringen“, betont Hellinger abschließend. Bei entsprechenden körperlichen Voraussetzungen und richtiger Anwendung ist das Trampolinspringen allerdings ein anspruchsvoller Sport mit hohem Spaßfaktor und ausgezeichnetem Trainingsreiz für Koordination, Körperspannung, Kraft und Ausdauer.

Folgendes sollte beim Trampolinspringen beachtet werden:

  • Fachgerechte Montage, geeigneter Untergrund, Sicherheitsnetz und Randpolster
  • Sorgsame Kontrolle bei der Wiederinstandsetzung im Frühjahr (Rost, UV-Strahlen oder schlechte Lagerung des Materials machen den Kunststoff spröde)
  • Immer ohne Schuhe springen und zudem eingesteckte Gegenstände aus den Taschen nehmen
  • Kinder unter drei Jahren sollten kein Trampolin benutzen
  • Kleinkinder sollten immer beaufsichtigt werden
  • Es sollte immer nur eine Person auf dem Sprungtuch sein (besonders gefährlich: unterschiedlich schwere Personen)
  • Nicht mehr als zehn Minuten springen, danach ist es sinnvoll eine Pause einzulegen
  • Kein Spielzeug am Trampolin
  • Niemals vom Trampolin auf den Boden springen

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