Breiter Schulterschluss gegen Gewalt gegen Frauen nötiger denn je
KIRCHDORF/OÖ. Laut einer aktuellen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist weltweit jede dritte Frau von Gewalt betroffen – auch die Frauenberatungsstelle BERTA in Kirchdorf nahm unter anderem diese besorgniserregenden Zahlen zum Anlass, auf das Thema Gewalt gegen Frauen und die Wichtigkeit von Prävention und Information aufmerksam zu machen.

Der 25. November stand auch heuer im Zeichen des „Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“.
Ursula Forster, Leiterin der Frauenberatungsstelle BERTA in Kirchdorf, organisiert gemeinsam mit weiteren Mitstreiterinnen seit vielen Jahren rund um diesen Tag Fahnenhissungen, an denen sich die Stadt Kirchdorf und die Bezirkshauptmannschaft beteiligen. Sie sollen ein sichtbares Zeichen gegen alle Spielarten von Gewalt gegen Frauen setzen. Denn, so Forster, diese habe viele Gesichter: „Wir sind in unserer Arbeit bei BERTA mit den unterschiedlichsten Erscheinungsformen konfrontiert. Häufig wird Gewalt auch in subtileren Formen angewandt, etwa als ökonomischer Druck, als Anschweigen in Beziehungen oder sexuelles „Hörig-machen““, erklärt die Micheldorferin.
Die Frauenberatungsstelle mit Sitz in der Kirchdorfer Pfarrhofgasse berät Frauen und Mädchen, die von unterschiedlichen Formen von Gewalt betroffen sind. Ziel ist es, den Klientinnen zu ermöglichen, aus der Gewaltspirale auszusteigen. Dazu dient auch die neue Übergangswohnung für Frauen, die es seit dem Frühjahr im Raum Kirchdorf gibt.
Angst und Scham
Auch neuere Formen der Gewalt, wie Hasspostings oder Cyber-mobbing beschäftigen die Frauenberatungseinrichtungen. „Gewalt ist dabei keine Frage der Bildungsschicht oder des sozialen Status. Auch in höheren Bildungsschichten ist sie anzutreffen“, sagt Forster und Angela Jirosch, Beraterin bei BERTA, ergänzt: „Mit dem Auftreten von Gewalt verbinden sich natürlich auch viele Folgeprobleme, so identifizieren sich die Opfer häufig mit dem Täter oder müssen erst Scham und Angst überwinden, bevor sie Hilfe suchen.“
Für Ursula Forster bedeutet das Engagement gegen Gewalt an Frauen das Eintreten für ein menschenwürdiges Leben für alle Menschen. „Es ist zwar traurig, aber solange die Probleme derart gravierend sind, braucht es Einrichtungen wie BERTA sehr dringend.“
Beratungsstelle
Pfarrhofgasse 2, 4560 Kirchdorf
Tel.: 07582/51767
office@frauenberatung-kirchdorf.at
www.frauenberatung-kirchdorf.at


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