Tiere sterben durch Müll im Futter
BEZIRK KIRCHDORF. Im Frühjahr, wenn der Schnee geschmolzen ist und die Wiesen noch nicht hoch sind, wird das Ausmaß unvernünftigen Verhaltens sichtbar. Achtlos weggeworfener Müll landet auf den Feldern und damit im Futter und im Magen eines Tieres, das daran stirbt.

Aufmerksame Spaziergänger entdecken jetzt nicht nur Schneeglöckchen, Schlüsselblumen und Bärlauch entlang des Weges, leider finden sie auch Plastikflaschen, Aludosen und Zigarettenschachteln, vor allem in Straßengräben. „Früher waren Plastiksackerl ein großes Thema, heute sind es hauptsächlich Dosen und Flaschen – Abfall, der aus dem Autofenster geworfen wird“, so der Vorsitzende des Bezirksabfallverbandes, Johann Feßl. Unter dem Titel „Hui statt Pfui“ startet der Bezirksabfallverband (BAV) Kirchdorf aktuell wieder Flurreinigungsaktionen, die aufmerksam machen sollen, wie viel Abfall noch immer auf den heimischen Fluren landet. „Ziel ist es, die Eigenverantwortung der Bürger wieder ins Bewusstsein zu rufen“, so Feßl.
„Hui statt Pfui“ Aktion
Im Bezirk Kirchdorf erfreut sich die Aktion wachsender Beliebtheit. Im vergangenen Jahr gab es rund 1000 „Müllsammler“ aus 20 teilnehmenden Gemeinden. Wer Interesse an einer Teilnahme hat, meldet sich am Gemeindeamt seines Wohnortes.
„Die Aktion zeigt bereits Wirkung“, berichtet Johann Feßl. Es sei nachweisbar, dass die Abfallmenge auf den Fluren weniger werde. Das freut auch die Landwirte, denn verunreinigte Flure schädigen nicht nur das optische Landschaftsbild, sie fordern ihre Opfer auch in der Landwirtschaft. Tiere, die mit dem Futter beispielsweise eine Alu-Dose aufnehmen, verenden jämmerlich.
Gutes System nutzen
„Das Abfallsystem funktioniert nirgends so gut wie in Oberösterreich. Wir haben eine sehr gut organisierte Struktur. Leider gibt es auch hier schwarze Schafe“, so der BAV-Vorsitzende. Die Verbandssekretärin Doris Krenhuber fügt hinzu: „Das sind jene, die nicht sensibilisiert sind und das fängt schon beim Zigarettenstummel an. Ich denke, dass Bewusstseinsbildung nur mit der Zeit passiert.“
Aufmerksamkeit mit Aktionen
Der Bezirksabfallverband (BAV) Kirchdorf bietet kostenlose Programme in Kindergärten und Schulen an, damit bereits die Kinder sensibilisiert werden. „Und über die Kinder erreicht man auch die Erwachsenen“, weiß Johann Feßl, Vorsitzender des BAV Kirchdorf.
„Es herrschen Diskussionen, wie man mit Abfall in Zukunft umgeht. Die Überlegungen gehen zum einen, dass Hersteller eine Verantwortung übernehmen sollen und bereits in der Herstellung wieder mehr auf die Langlebigkeit von Produkten achten und zum anderen, das Recycling weiterzuentwickeln“, so Doris Krenhuber.
System kommt allen zugute
Krenhuber betont: „Das Altstoffsammelzentrum ist ein geschlossenes System, die Erlöse kommen immer der Allgemeinheit zugute, bei privaten Sammlungen von Alteisen oder Alttextilien ist das nicht so.“ In den elf Altstoffsammelzentren des Bezirkes und im Abfallwirtschaftszentrum Inzersdorf wird bis auf biogene Abfälle und Hygieneabfälle alles gesammelt. „Je mehr unser Abfallsystem nutzen, desto günstiger wird die Abfallentsorgung für den Einzelnen“, zeigt Johann Feßl auf.
So lange leben Abfälle in der Natur:
- Taschentücher: drei Monate
- Banane: ein Jahr
- Zigaretten: zwei Jahre
- Kaugummi: fünf Jahre
- Alu-Dosen: 100 Jahre
- Plastikflaschen: 100 bis 1000 Jahre
- Glasflaschen: 4000 Jahre


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