Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

KIRCHDORF AN DER KREMS. Vermeintlich einfachen Tätigkeiten wie Glühbirnen einschrauben oder Fenster putzen lösen bei Kalkschulter-Patienten große Schmerzen aus. Verantwortlich für diese stechenden Schmerzen sind kleine Kristalle aus Kalziumsalzen.

  1 / 2   Oberarzt Jürgen Kleinrath weiß, dass Schmerzen im Oberarm, die bis ins Handgelenk ausstrahlen können, oft die Folge einer Kalkschulter sind. Foto: gespag

„Bei einer Kalkschulter kommt es zu Kalkeinlagerungen in den Schultersehnen“, berichtet Oberarzt Jürgen Kleinrath, Schulterexperte an der Abteilung für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie am Landes-Krankenhaus Kirchdorf.

Wer ist betroffen?

Jeder Zehnte hat Kalkablagerungen in einer Sehne der Schulter. Die Hälfte dieser Personen – also etwa fünf Prozent der Bevölkerung – zeigen im Laufe ihres Lebens Beschwerden. In der Regel tritt eine Kalkschulter zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr auf. Bei älteren Patienten ist die Ursache für Schulterschmerzen hingegen meist ein kompletter Riss oder der Einriss einer Sehne. Diabetes gilt dabei als häufiger Risikofaktor. Es überrascht daher kaum, dass vor allem Patienten, die eine Insulindauertherapie benötigen, ein erhöhtes Krankheits-Risiko aufweisen.

Ursachen nicht vollends geklärt

Was die Ursachen der Kalkschulter betrifft so gibt es zwar einige medizinische Vermutungen, vollends geklärt sind die Auslöser dieser unangenehmen Erscheinung jedoch noch nicht. Es wird angenommen, dass sich im ersten Stadium – und somit noch vor der eigentlichen Verkalkung – vermehrt Faserknorpelgewebe bildet. In weiterer Folge kommt es zu Ablagerungen von Kalziumsalzen in den betroffenen Gewebestellen. Aus der kreideartigen wird eine verflüssigte – Zahnpasta ähnliche – Konsistenz und das Immunsystem wird aktiv: Die Kalkdepots werden von Makrophagen – den Fresszellen des Immunsystems – aufgenommen, eine Entzündung entsteht, das Volumen vermehrt sich, der Druck nimmt zu und der Schmerz steigt.

Diagnose und Behandlung

Häufig ist die Diagnose Kalkschulter ein Zufallsbefund beim Röntgen. Kalkdepots in den Schultersehnen müssen dabei nicht zwangsläufig zu Beschwerden führen und erfordern somit in diesen Fällen auch keine Therapie. Treten bei einer Kalkschulter Beschwerden auf, so machen sich diese über einen langen Zeitraum hinweg meist nur wenig bemerkbar. „Ganz plötzlich können aber auch massive Schmerzen auftreten, die bis zu zwei Wochen anhalten. In diesem Fall löst sich der Kalk von selbst auf, bricht dabei aus der Sehne heraus und dringt in den angrenzenden Schleimbeutel ein. Die Folge ist eine Schleimbeutelentzündung“, informiert der erfahrene Orthopäde.

Den Schmerz bekämpfen

Sind die Schmerzen akut, so schaffen meist entzündungshemmende Medikamente Abhilfe. Der Arzt kann gegebenenfalls auch Kortison in den Schleimbeutel spritzen. Aber auch physiotherapeutische Maßnahmen können zur Linderung der Schmerzen beitragen. Hilft das alles nichts, so gelten Stoßwellentherapien, bei der energiereiche Ultraschallwellen die Kalkdepots zerstören, oder eine minimalinvasive Schulterarthroskopie als letzte Auswege.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden