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Spitzenmedizin für Patientinnen am LKH Kirchdorf: Brustzentrum hat Zertifizierung erhalten

Online Redaktion, 04.07.2017 14:25

KIRCHDORF/LINZ. Brustkrebs ist in Österreich die häufigste Krebserkrankung bei Frauen – jede Achte ist im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Durch eine frühzeitige Diagnose sowie umfassende Therapie und Nachbehandlung können 75 Prozent der Patientinnen dauerhaft geheilt werden. Eingebettet in das Brustgesundheitszentrum gespag-Elisabethinen bietet das Brustzentrum des Landeskrankenhaus (LKH) Kirchdorf betroffenen Frauen eine Anlaufstelle.  

Karl Lehner, Johannes Berger, Peter Adelsgruber und Stefan Meusburger (v. l.), Foto: gespag
  1 / 2   Karl Lehner, Johannes Berger, Peter Adelsgruber und Stefan Meusburger (v. l.), Foto: gespag

Erst kürzlich erhielt das trägerübergreifende Gesundheitszentrum als einzige Einrichtung in Österreich die Zertifizierung der Europäischen Gesellschaft für Brustkrebsspezialisten (EUSOMA).

Strengste Vorgaben zur Behandlung von Brustkrebs

Dies macht deutlich, dass das Brustgesundheitszentrum strengste Vorgaben zur Behandlung von Brustkrebs erfüllt. „Nur 29 Zentren in ganz Europa haben bisher eine solche Bescheinigung erlangt. Wir haben den Anspruch, unseren Patientinnen die Gewissheit zu geben, egal, an welchem unserer Standorte (Salzkammergut-Klinikum, Kirchdorf, Steyr, Rohrbach, Schärding) sie sich mit ihrer Erkrankung in Behandlung begeben, in den besten Händen zu sein“, erklärt gespag-Vorstand Karl Lehner den Grund, sich den hohen Anforderungen des Audits zu stellen.

Diagnose innerhalb von fünf Arbeitstagen

Durch die standortübergreifende Zusammenarbeit der medizinischen Experten profitieren die Patientinnen von einem umfassenden gebündelten Know-How nach internationalen Qualitätsvorgaben. „Betroffene Frauen, die sich für das Brustzentrum im LKH Kirchdorf entscheiden, können darauf vertrauen, dass sie innerhalb von fünf Arbeitstagen eine Diagnose erhalten“, so Christoph Ausch, Standortleiter des Brustzentrums im LKH Kirchdorf.

Videokonferenz zur Besprechung

Wöchentlich findet häuserübergreifend eine gemeinsame Videokonferenz statt, in der alle prä- und postoperativen Fälle besprochen werden und das optimale und individuelle Behandlungsvorgehen für jede Patientin geplant wird. Dabei werden fallweise auch die niedergelassenen Kollegen eng in den Prozess miteingebunden.

Wertvolle Begleitung durch spezielle „Breast Care Nurses“

Um die Patientinnen auch neben der medizinischen Therapie bestmöglich zu unterstützen, betreuen speziell ausgebildete, als „Breast Care Nurses“ bezeichnete, Pflegeexperten die erkrankten Frauen im Brustzentrum des LKH Kirchdorfs. Neben Psychologen, Sozialarbeiter und Therapeuten leisten sie wertvolle emotionale und informelle Unterstützung.

Medizinische Leitlinien als Grundlage

Um den notwendigen Qualitätsrichtlinien zu entsprechen, wurden alle Brustzentren der Einrichtung zur Abhaltung der „Tumorboards“ – einer Konferenz aller Brust-Experten – mit Videokonferenzsystemen ausgestattet. „Einheitliche Dokumentationsstandards sowie eine gemeinsame IT-Infrastruktur garantieren einen optimalen fachlichen Austausch zwischen den Häusern und allen Experten. Auch in punkto Behandlung und Nachsorge verfügen wir über eine gemeinsame medizinische Leitlinie, die auf internationalen Standards beruht“, erklärt Johannes Berger, Leiter des Brustgesundheitszentrums gespag-Elisabethinen.

Dokumentation und Analyse

Jeder einzelne Brustkrebsfall wird entsprechend dokumentiert und ausgewertet. Die gesammelte, anonymisierte Statistik wird regelmäßig an EUSOMA übermittelt und mit den medizinischen Ergebnissen der übrigen europäischen Brustzentren verglichen. Die EUSOMA-Datenbank umfasst aktuell mehr als 42.000 gespeicherte Fälle und steht den oberösterreichischen Expert/innen jederzeit zur Verfügung. Das vor zwei Jahren etablierte Brustgesundheitszentrum gespag-Elisabethinen behandelt jährlich mehr als 300 neuerkrankte Patientinnen – das sind gut ein Drittel aller Patientinnen in Oberösterreich.


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