"Eine Zeit, die Mutter und Kind ein Leben lang prägt"
BEZIRK. Das Stillen des Babys ist ganz natürlich, jedoch nicht für jede Mutter einfach. Warum das Stillen für Mutter und Kind wichtig ist und was es zu beachten gilt, weiß IBCLC Still- und Diabetesberaterin Sigrid Moser aus Kremsmünster.

„Mit neun Monaten nahm meine Tochter kein Fläschchen, wollte keinen Brei und bei jedem Stillen schmerzte die Brust. Sorgen bereitete mir auch, dass sie zu wenige nasse Windeln hatte“, berichtet Sabrina Postlmayr aus Wartberg. Diese Situation stresste nicht nur die junge Mutter, sondern die ganze Familie. Ihr wurde professionelle Hilfe von Sigrid Moser empfohlen. „Mit wenigen Tipps fasste ich Zuversicht, der Stress ließ nach und das Stillproblem löste sich. Mittlerweile fängt meine Tochter endlich an mitzuessen“, erzählt die zweifache Mutter und rät, egal ob ein oder mehrere Kinder, wenn es nicht so rund läuft, mit einer professionellen Stillberaterin Kontakt aufzunehmen. „Schmerzen sollte man nicht als nötiges Übel betrachten. Denn was von alleine kommt, geht nicht immer von alleine wieder“, gibt Postlmayr zu bedenken.
Hilfe in einer besonderen Zeit
„In meinen Beratungsgesprächen erzählten mir immer wieder Mütter traurig, dass sie so gerne gestillt hätten, aber keine Milch hatten oder dass sie wegen einer Brustentzündung abstillen mussten“, berichtet die IBCLC Still- und Diabetesberaterin Sigrid Moser. Die Mutter von zwei Söhnen geht sehr einfühlsam mit diesem Thema um: „Mütter brauchen Raum, Zeit und einen Platz, um über ihre erlebten Gefühle und Erfahrungen sprechen zu können. Es ist ein individueller Weg, den Mutter und Baby finden sollen.“
Gesundheitliche Aspekte der Muttermilch
Die Kindergesundheits- und Krankenpflegerin kennt auch die gesundheitlichen Aspekte der Muttermilch: „Sie bietet einen einzigartigen Schutz vor Infektionen und Krankheiten und vermindert unter anderem das Diabetesrisiko. Der sogenannte Bifidusfaktor der Muttermilch sorgt für eine gesunde Darmflora. Optimal für die Entwicklung des Gehirns und des Zentralnervensystems sind die enthaltenen langkettigen, ungesättigten Fettsäuren. Die Muttermilch passt sich mit ihren Mineralstoffen, Enzymen und Vitaminen immer ganz genau an die Entwicklung des Kindes an. Deshalb empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO, Säuglinge in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich zu stillen und anschließend mit Einführung der Beikost bis zwei Jahre und darüber hinaus weiterzustillen.“
Unterstützung holen
Aus ihrer Erfahrung weiß Sigrid Moser, dass Frauen entweder gar keine Hilfe in Anspruch nehmen oder erst sehr spät, nachdem sie meistens schon eine schwere und auch oft eine schmerzhafte Zeit hinter sich haben. „Ich möchte alle Mütter ermutigen, sich bei Bedarf von Anfang an Unterstützung zu holen. Diese besondere Zeit braucht viel Behutsamkeit und liebevolle Unterstützung. Es ist eine Zeit, die Mutter und Kind ein Leben lang prägt“, sagt die Kremsmünsterin, die auch gerne zu ihren Kunden nach Hause kommt.


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