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BEZIRK KIRCHDORF. Aufgrund des Preisanstieges bei Strom, Miete und Essen suchen immer mehr Menschen im Bezirk Kirchdorf die Caritas-Sozialberatung auf. 103 Erwachsene und 77 mitbetroffene Kinder wurden von Caritas-Mitarbeiterin Vasylyna Kedo im vergangenen Jahr unterstützt. Das sind zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor. Diese Hilfe kann die Caritas dank der Spenden leisten. Um diese bitten in den nächsten Wochen wieder ehrenamtliche Mitarbeiter aus den Pfarren bei der Haussammlung.

Caritas-Sozialberaterin Vasylyna Kedo (Foto: Caritas)
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Die steigenden Energiekosten bringen immer mehr Menschen in echte Bedrängnis: Mathilde und Paul H. (Name geändert) leben mit ihren vier Kindern zur Miete. Paul geht arbeiten, Mathilde ist in Karenz. Durch die ländliche Wohnsituation sind sie auf ein Auto angewiesen. Die Spritpreise und vor allem die Energiekosten bringen die Familie immer stärker in Existenznot: Die Stromrechnung hat sich im Vorjahr um 200 Prozent erhöht und ist von 149 auf 482 Euro gestiegen. Die Kosten fürs Heizen sind mit 249 Euro ebenfalls sehr hoch.

„Allein heuer haben sich im ersten Quartal schon 52 Personen aus dem Bezirk gemeldet, weil sie nicht mehr wissen, wie sie ihre Energierechnungen bezahlen sollen. Im Vorjahr war es im selben Zeitraum nur eine Person. Seit vergangenen Sommer kommen immer mehr Menschen, die zuvor noch nie auf Hilfe angewiesen waren, aber deren Erspartes nach drei Jahren Krise aufgebraucht ist“, erklärt Vasylyna Kedo von der Caritas-Sozialberatungsstelle Kirchdorf.

Die Armut ist vorrangig weiblich

Im Bezirk Kirchdorf waren es im Vorjahr 66 Frauen und 37 Männer, die Unterstützung erhielten. Zusätzlich gab es 60 anonyme Beratungen. Viele Menschen, die in die Sozialberatung kommen, haben körperliche und/oder psychische Erkrankungen. Finanzielle Probleme sind da zusätzlich belastend. „Ein Teil unserer Arbeit ist also immer auch, die Menschen wieder aufzubauen und ihnen Mut zu machen“, erklärt Vasylyna Kedo. Die Sozialberaterin kann dank der Spenden als „erste Hilfe“ in einer Notsituation Lebensmittel- und Bekleidungsgutscheine ausgeben oder Zuschüsse zu Energie oder Miete gewähren, damit Betroffene nicht auf der Straße landen.

Ob jemand Anspruch auf die Caritas-Hilfe hat, wird zuvor anhand der Einkommens- und Ausgabensituation genau geprüft. Ziel ist, gemeinsam einen langfristigen Weg aus der finanziellen Krise zu finden.

Oberösterreichweit wurden 2022 13.292 Menschen in Not (inkl. Familienangehörige) in den 15 Caritas-Sozialberatungsstellen unterstützt. Das sind 10 Prozent mehr Menschen als im Vorjahr. „Gleichzeitig haben wir über 25 Prozent mehr Ausgaben, weil wir aufgrund der Teuerungen mehr Geld benötigen, um die Situation zu stabilisieren. Früher gaben wir für eine Woche einen Lebensmittelgutschein um 40 Euro aus. Jetzt braucht es 50 Euro um den Bedarf für die Woche zu decken“, sagt Vasylyna Kedo.

Mit einer Spende bei der Haussammlung helfen

Die Caritas-Nothilfe in den Sozialberatungsstellen funktioniert nur dank der Spenden, die großteils bei der Haussammlung eingenommen werden. Ehrenamtliche Mitarbeiter der Pfarren gehen dabei von Tür zu Tür oder hinterlassen einen Haussammlungs-Erlagschein im Postkasten. Dieses Geld kommt ausschließlich der Hilfe für Menschen in Oberösterreich zugute und ermöglicht der Caritas schnelles Handeln: mit Lebensmittelgutscheinen, Zuschüssen für Strom und Heizung, beratenden Gesprächen, Lernunterstützung für sozial benachteiligte Schulkinder sowie mit Obdach, warmem Essen, Medikamenten und Kleidung für diejenigen, die auf der Straße leben.

Caritas-Sozialberatungsstelle Kirchdorf
Samhaberweg 4
Telefonische Erreichbarkeit jeden Montag, Dienstag und Donnerstag von 9-12 Uhr unter 0676 87768101

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