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Vorsicht im Straßenverkehr: Drastischer Anstieg von Wildunfällen im Frühjahr

Susanne Winter, MA, 27.03.2024 14:18

STEINBACH AM ZIEHBERG. In einer traurigen Begebenheit wurde kürzlich ein Dachs im Bezirk Kirchdorf Opfer eines Verkehrsunfalls. Der Autofahrer brachte das angefahrene Tier ins Tierparadies Schabenreith in Steinbach am Ziehberg, wo leider nur noch der Tod durch Genickbruch festgestellt werden konnte. Das Tierheim appelliert nun zu mehr Vorsicht im Straßenverkehr.

Der Dachs ist in der Nacht unterwegs. (Foto: ondrejprosicky / stock.adobe.com)
Der Dachs ist in der Nacht unterwegs. (Foto: ondrejprosicky / stock.adobe.com)

Im Frühjahr verzeichnet Österreich einen deutlichen Anstieg von Wildunfällen. Die meisten Unfälle passieren in den Abend- und frühen Morgenstunden, wobei Übergangsbereiche zwischen Wald- und Feldzonen besondere Gefahrenschwerpunkte darstellen. Rund die Hälfte dieser Unfälle involvieren Rehe, gefolgt von Hasen, Fasanen, Füchsen, Mardern, Dachsen und Wildschweinen.

Das Tierparadies Schabenreith in Steinbach am Ziehberg appelliert an alle Autofahrer, im Falle eines Wildunfalls nicht einfach weiterzufahren. Verletzte Tiere seien bei unterlassener Hilfeleistung einem unermesslichen Leid und einem qualvollen Tod ausgesetzt. Wie bei jedem Unfall solle man zunächst die Unfallstelle absichern und eventuell verletzte Personen versorgen. Danach sei es unerlässlich, den Unfall sofort zu melden – zuerst bei der Polizei und anschließend bei einer Tierrettung, Wildtierauffangstation oder dem örtlichen Aufsichtsjäger. Das Unterlassen einer Meldung stelle eine Straftat dar.

Es sei zudem wichtig zu wissen, dass ein verunfalltes Wildtier nicht mitgenommen werden dürfe, weder zum Tierarzt noch zur Polizei oder zum Jäger. „Die Mitnahme wird behördlich als Wilderei betrachtet und kann für das Tier zusätzliches Leiden bedeuten“, heißt es aus dem Tierparadies.

Prävention von Wildunfällen

Um das Risiko von Wildunfällen zu minimieren, empfehlen die Tierretter vom Tierparadies Schabenreith:

  • Reduzierte Geschwindigkeit entlang unübersichtlicher Wald- und Feldränder und bremsbereit fahren.
  • Besonders gefährlich sind neue Straßen durch Waldgebiete, da das Wild seine gewohnten Wege beibehält.
  • Die größte Gefahr droht in der Morgen- und Abenddämmerung, bei Nacht und bei Nebel.
  • Tier am Straßenrand: abblenden, hupen, bremsen. Lenkrad festhalten, keine unkontrollierten Ausweichmanöver.
  • Immer auf weitere Tiere achten, da Wildtiere selten alleine unterwegs sind.

Nach einem Wildunfall

  • Die Unfallstelle sofort sichern: Warnblinkanlage anschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen.
  • Unverzüglich die Polizei rufen und eventuell verletzte Personen erstversorgen.
  • Zu lebenden Tieren Abstand halten und Tierrettung, Wildtierauffangstation oder örtlichen Jäger kontaktieren.
  • Einem geflüchteten Tier nicht folgen, in der Unfallmeldung die Fluchtrichtung mitteilen.
  • Für die Versicherung Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen.


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