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ROSENAU AM HENGSTPASS. Im Rahmen der Rallye Weiz, dem zweiten Lauf zur Österreichischen Rallyemeisterschaft, steigt am kommenden Wochenende eine Premiere: Mit dem Skoda Kreisel RE-X1, gelenkt von dem Rosenauer Raimund Baumschlager, stellt sich weltweit erstmals ein vollelektrisch angetriebenes Fahrzeug dem direkten Vergleich mit den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren – in einer Wertung und über die volle Distanz. 

  1 / 8   Mit dem Skoda Kreisel RE-X1, gelenkt von dem Rosenauer Raimund Baumschlager, stellt sich weltweit erstmals ein vollelektrisch angetriebenes Fahrzeug dem direkten Vergleich mit den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. (Foto: Harald Illmer)

Gestartet wurde das Projekt vor rund zwei Jahren im Mühlviertler Unternehmen Kreisel Electric. Im November 2020 wurden gemeinsam mit Raimund Baumschlagers BRR Rallyeschmiede die ersten Kilometer gefahren, vor zwei Wochen wurde das weltweit erste Projekt zur Implementierung von neuen Fahrzeugtechnologien in den Rallyesport von der AMF (Austrian Motorsport Federation) samt Reglement der Öffentlichkeit vorgestellt. Am Freitag, 16. Juli um 13.35 Uhr, steht der RE-X1 ein erstes Mal am Start einer Sonderprüfung.

Zwei „Supercharger“ im Einsatz

Der in ein Skoda Fabia Rally2 evo Chassis eingebaute Kreisel Antrieb, mit einem 860 Volt Elektromotor und Lithium Ionen Batteriepaket, ist für die ORM mit 260kW homologiert und liefert ein maximales Drehmoment von 600Nm. Für den Renneinsatz des RE-X1, der über eine Kapazität von 52,65KWh verfügt, hat Kreisel Electric die nötige Infrastruktur, in Form von speziellen Ladestationen, gleich mitentwickelt. Zwei dieser Supercharger, die ausschließlich mit Solarenergie, oder aus dem örtlichen Stromnetz gespeist werden, kommen am Wochenende bei der Rallye Weiz zum Einsatz. Der eine in der Servicezone, wo leere Battarien des RE-X1 in 17 Minuten wieder vollständig aufgeladen werden können, der zweite, mobile an festgelegten Nachladepunkten auf den Verbindungsetappen, wo unter Aufsicht eines AMF-Technikers nachgeladen wird.

Verändertes Arbeitsumfeld im Cockpit

„Das Schalten fällt weg und damit auch eine wichtige Hilfe, die Geschwindigkeit richtig einzuschätzen. Früher wusste ich, wie schnell ich bin, wenn ich zum Beispiel im 5. Gang unterwegs war. Jetzt, da ich sozusagen nur mehr einen Gang habe, fällt diese Hilfe weg und für den Blick auf den Tacho bleibt bei einer Sonderprüfung ohnehin keine Zeit.“ Auch an das neue Bremsen musste sich Baumschlager erst gewöhnen. „Die Batterien laden beim Bremsen wieder auf, und dieses Rekuperieren muss man natürlich beim Betätigen des Bremspedals berücksichtigen.“

Eine Liegeposition wie in einem Formel-Rennwagen

Auch die Sitzposition von Baumschlager und seinem neuen Co-Piloten Jürgen Heigl ist jetzt eine andere. Da die Batterien auch im vorderen Teil des RE-X1 untergebracht sind, ist aus der Sitz- eher eine Liegeposition geworden, ähnlich wie in einem Formel-Rennwagen. „Es ist ein Test- und Entwicklungsjahr“, betont Baumschlager und verweist auf die Bedeutung des Rennsports für die Serienproduktion. „Vieles, was im Renneisatz ausgetestet wurde, ist später in der Serie zum Einsatz gekommen. Diesbezüglich hat auch im Rallyesport Tradition. Und so setzen auch wir zum Beispiel Batterien oder Ladestationen ein, die in vier oder fünf Jahren jedermann zur Verfügung stehen werden.“


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