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BEZIRK KIRCHDORF. Der Handel erlebt auch im Bezirk Kirchdorf herausfordernde Zeiten, die noch intensiver werden: Verdrängungswettbewerb, weniger Konsumenten, Shopping-Center in den Zentralräumen und vor allem das Online-Geschäft sind Faktoren, welche die Zukunft beeinflussen. Ideen und neue Geschäftsmodelle sind gefragter denn je. Die Wirtschaftskammer (WKO) Kirchdorf versucht Sensibilität für das Thema Online-Shop zu schaffen.

Matt White, Geschäftsführer Modellbau Lininger, und Klaus Aitzetmüller, Obmann WKO Kirchdorf (v. l.) Foto: WKO Kirchdorf

Die Kaufkraftanalyse 2014 hat es bereits aufgezeigt: Die Bewohner des Bezirkes Kirchdorf kaufen um zirka 17 Millionen Euro Waren des täglichen, mittleren und langfristigen Bedarfs über das Internet ein. Sechs Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei sechs Millionen Euro. „Der Trend ist unaufhaltsam. Es muss damit gerechnet werden, dass die Einkäufe im Netz massiv ansteigen werden, auch bei uns auf dem Land“, sagt WKO-Obmann Klaus Aitzetmüller.

Neue Modelle und Initiativen

Dieser Trend hat letztendlich große Auswirkungen auf eine Region, vor allem auf das Leben. Schon jetzt bedarf es neuer Modelle und Initiativen. Der „Leerstand“ an Geschäftsflächen im gesamten Bezirk hat den Höchststand erreicht. Frequenzzahlen in den Ortskernen sinken seit Jahren. Der stationäre Handel diskutiert noch immer über gemeinsame Öffnungszeiten, während das Netz die Möglichkeit bietet, rund um die Uhr, egal an welchem Tag, Einkäufe zu tätigen. Der Online-Shop ist mit den Smartphones ständig, überall zu jeder Zeit mit dabei, ohne ins Auto steigen zu müssen. Millionen von Konsumenten nutzen die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, den Kaffeehausbesuch, das Sonntagsfrühstück, um mit einem Klick sofort mehr über diverse Produkte zu erfahren und möglicherweise gleich zu kaufen. Aber was heißt das für den Handel im ländlichen Raum?

„Den Trend kann man nicht stoppen. Es wird Fachgeschäfte geben, diese werden davon wenig berührt sein. Aber der überwiegende Teil wird sich diesem Trend stellen müssen“, ist sich der WKO-Obmann sicher. Daher versucht die WKO Kirchdorf seit Monaten Informationen zum Thema Online-Shopping zu geben beziehungsweise für dieses noch mehr Bewusstsein zu schaffen. Wie Unternehmen im Bezirk zeigen, sind damit auch Chancen verbunden.

Neue Möglichkeiten nutzen

Laut Wirtschaftskammer werde es in Zukunft das Wichtigste sein, sich mit den Möglichkeiten auseinanderzusetzen und diese zu nutzen. Vermutlich werde im ländlichen Raum ein Miteinander von stationärem Handel und Online-Handel eine mögliche Variante sein.

Erfolgreiche Beispiele

Der Kremsmünsterer Gerhard Söllradl hat seinen Online-Shop www.textilshop.at mit einem lokalen Schauraum erfolgreich verbunden. Ein spannendes Projekt, das gleichzeitig zeigt, dass der Unternehmer damit zur Belebung des Ortszentrums beiträgt und umliegende Geschäfte einen Nutzen haben.

Modellbau Lindinger vertreibt den größten Teil seiner Produkte über den Onlineshop. Gleichzeitig kommen die Modellbaubegeisterten in die Zentrale nach Inzersdorf. Wenige reine Online-Shops sind bereits im Wirtschaftsraum „Bezirk Kirchdorf“ angesiedelt und erfolgreich tätig.

Chance für ländlichen Raum

Die Wirtschaftskammer sieht im Online-Handel eine Chance für den ländlichen Raum. Denn bei diesem Geschäftsmodell ist es egal, ob das Unternehmen im Zentralraum angesiedelt ist oder eben im ländlichen Raum. „Es wird uns gelingen müssen, die damit verbundenen Chancen zu analysieren und für die Region gut umzusetzen. Es geht letztendlich um Lebensqualität. Diese wird nicht alleine durch das Netz geschaffen“, sagt WKO-Obmann Klaus Aitzetmüller, „es wird eine Aufgabe sein, den Nutzen des stationären Handels für die Region immer wieder klar zu positionieren und das Bewusstsein der Konsumenten diesbezüglich zu schärfen. Es geht darum, die Trends richtig für den Wirtschaftsraum zu nutzen. Wichtige Faktoren, wie Service- und Beratungsqualität sowie Persönlichkeit waren im Wettbewerb mit den Einkaufszentren wichtig. Vermutlich werden die Fachgeschäfte im ländlichen Raum mit höchster Qualität und der Nähe zu den Menschen punkten können.“


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