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KIRCHDORF/PYHRN-PRIEL. Bei einem FPÖ-Wirtschaftsgespräch in Kirchdorf nahm Landesrat Günther Steinkellner zu aktuellen Landes- aber auch Bezirksthemen Stellung.

Landesrat Günther Steinkellner (l.) und FPÖ-Bezirksparteiobmann LAbg. Michael Gruber
Landesrat Günther Steinkellner (l.) und FPÖ-Bezirksparteiobmann LAbg. Michael Gruber

Steinkellner, ehemaliger stellvertretender FPÖ-Bundesparteiobmann und langjähriger Klubobmann im OÖ Landtag, übernahm in der neuen Landesregierung das Straßenbau- und Verkehrsressort und damit die Aufgaben von Franz Hiesl (ÖVP) und Reinhold Entholzer (SPÖ).

Frage der Finanzen

Auch in seinem Ressort, betonte der Landesrat beim Wirtschaftsgespräch im Gasthaus Schöllhuber – zu dem die freiheitliche Wirtschaft und die FPÖ im Bezirk Kirchdorf geladen hatten –, stehe und falle alles mit den Finanzen. Die engen Budgetspielräume seien auch hier stark zu spüren. Gegen die bereits teilweise geltende Nachtfahr-Geschwindigkeitsbegrenzung für LKW“s sprach sich Steinkellner klar aus, hier könne es zu gefährlichen Verkehrssituationen kommen.

Wirtschaftsstandort

Die in der Diskussion stehende flächendeckende Maut für Lastwägen sieht er kritisch. „Wir müssen hier die Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort im Auge behalten. Die Betriebe würden durch die flächendeckende Maut noch stärker in die Nähe der Autobahnen gedrängt“, so Steinkellner. Stattdessen gelte es ein auch für den ländlichen Raum leistbares Abgabensystem zu entwickeln.

Bei seinem Kirchdorf-Besuch verwies der Landesrat auch auf die baldige Einführung des S-Bahn-Taktsystems von Linz nach Kirchdorf. „Ich hoffe, dass dieses Angebot gut angenommen wird“, so Steinkellner.

„Rückenwind“ erwünscht

Die umstrittene Skigebietsverbindung von Hinterstoder/Höss und Wurzeralm war ebenfalls Thema beim Wirtschaftsgespräch. TVB-Pyhrn-Priel Obmann Herbert Gösweiner erklärte, dass sich die Befürworter des Projekts mehr politischen Rückenwind vonseiten der Landesregierung wünschen würden. „Die Berge sind unsere Infrastruktur und deshalb muss sich hier auch einmal etwas bewegen“, betonte Gösweiner.

Auch die Bürgermeister Ägidius Exenberger (Spital am Pyhrn) und Norbert Vögerl (Windischgarsten) sowie einige Unternehmer aus der Pyhrn-Priel Region waren angereist. Die Unsicherheit in Sachen Infrastruktur-Entwicklung mache der Region zu schaffen. „Wir brauchen die Lebensader Tourismus, um uns weiterzuentwickeln“, zeigte sich Vögerl überzeugt.

Die Verbindung der Skigebiete Höss und Wurzeralm wird etwa von allen namhaften Naturschutz- und Alpinorganisationen oder den Grünen OÖ unter anderem aus Naturschutzgründen abgelehnt und hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit in Frage gestellt. Sie schlagen stattdessen eine Weiterentwicklung des Ganzjahrestourismus und die Modernisierung der Wurzeralm vor.

Unter den Befürwortern des Projekts finden sich etwa die Bürgermeister der Pyhrn-Priel-Region und die WKO im Bezirk Kirchdorf.

„Rechtsstreit vorprogrammiert“

Günther Steinkellner betonte in seiner Reaktion, dass für das Projekt rechtlicher Widerstand aus allen Richtungen zu erwarten sei und es daher entsprechend gründlich vorbereitet werden müsste.

„Die Verbindung ins Naturschutzgebiet bei diesem Projekt ist derart problematisch, dass der Rechtsstreit vorprogrammiert ist. Ich frage mich daher auch, ob man sich in der Region an ein so umstrittenes Projekt klammern soll“, gab der Landesrat zu bedenken. Eine Trassenführungsskizze sei die notwendige Bedingung für die Erstellung der entsprechenden Gutachten.


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