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Leserartikel Jakob Weiermair, 05.10.2016 12:00

BEZIRK KIRCHDORF/OÖ. Mit September wurde die Nahversorgungsförderung des Landes erhöht. Dass die Anpassung erst jetzt kommt, ist für manche ein Wermutstropfen und auch die Beschränkung auf Betriebe mit bis zu 15 Mitarbeitern wird kritisch gesehen.

  1 / 3   Die Nahversorger-Förderung soll auch mithelfen, kleine Läden in Ortskernen zu erhalten. Symbolfoto: wodicka

Der klassische Greißler um die Ecke aus früheren Tagen existiert heute so gut wie nicht mehr – Nahversorger sind aber nach wie vor Knotenpunkte des sozialen Lebens in den Gemeinden. Das unterstreicht auch das Wirtschaftsressort des Landes und gewährt mit der Nahversorgungsförderung finanzielle Unterstützung.

„Ich habe die Förderung beim letzten Umbau meines Geschäfts in Anspruch genommen, das war natürlich hilfreich, ich hätte mich aber auch gefreut, wenn es damals schon die 30-prozentige Förderung gegeben hätte“, sagt Thomas Höfer vom Kaufhaus Höfer in Schlierbach. Obwohl er sogenannter Franchise-Nehmer eines größeren Lebensmittelhändlers ist, kann er aufgrund seiner unternehmerischen Eigenständigkeit die Förderung in Anspruch nehmen.

Fördersatz

„Der Erhalt eines funktionierenden Nahversorgungsnetzwerkes mit Lebensmittelhändlern, Fleischern und Bäckern sowie insbesondere auch Gastronomie ist ein zentrales Anliegen des Landes OÖ“, sagt Wirtschafts-Landesrat Michael Strugl zum Prinzip hinter der Förderung.

Von bisher maximal 15 auf bis zu 30 Prozent der förderbaren Investitionskosten wurde das Fördervolumen erhöht. Die Maximalförderhöhe beträgt nunmehr 60.000 Euro. Gefördert werden können Kosten für Betriebserrichtung, Um-, Zu- und Neubauten, Anschaffung von Betriebs- und Geschäftsausstattungen sowie Anlagen und Maschinen.

Laut dem Büro von Landesrat Strugl gelten die aktuellen Förderrichtlinien und damit der erhöhte Fördersatz bis Ende 2017. Ob es eine Verlängerung oder eine andere Form der Nahversorgungsförderung geben wird, sei derzeit noch nicht absehbar.

Umbau oder Renovierung

Ein Umbau oder eine Renovierung ist kostenintensiv, aber gerade auch für kleine Betriebe wichtig, um für die Kunden attraktiv zu bleiben. „Die Nahversorgungsförderung ist für uns ein Beitrag, um mit den Großen mithalten zu können. In Oberösterreich gibt es viele klein strukturierte Betriebe, die diese Förderungen gut gebrauchen können“, ist sich Höfer sicher.

Kleinbetriebe

Gerade auf diese klein bis kleinst strukturierten Betriebe zielt die Förderung ab – das drückt sich auch in der Beschränkung auf Betriebe mit bis zu 15 Mitarbeitern und nicht mehr als drei Standorten aus. Markus Resch von der Kremstaler Hofbäckerei in Wartberg erklärt: „Wir würden die Nahversorger-Förderung gerne in Anspruch nehmen, fallen mit unseren knapp 40 Mitarbeitern aber aus dem Förderrahmen – und das obwohl wir als regionale, eigenständige Bäckerei viele Kriterien erfüllen.“


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