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Mit einer Arbeitslosen-Quote von 4,5 Prozent steht der Bezirk im Österreich- (8,2 Prozent) und Oberösterreich-Vergleich (5,4 Prozent) sehr gut da, meint AMS-Chefin Julia Bauer. Im Interview spricht sie über den Fachkräfte-Mangel, Arbeitslosigkeit bei Flüchtlingen und Teilzeit-Jobs.

Bauer: "Flüchtlings-Situation hat kaum Einfluss auf Arbeitslosen-Statistik." (Foto: Pixelkinder.com)

Tips:Im Vergleich zu 2015 verändert sich die Arbeitslosigkeit im Bezirk kaum. Die Zahl offener Stellen explodiert aber geradezu. Wie geht das zusammen?

Julia Bauer: Viele Betriebe suchen Fachkräfte. Insgesamt gibt es 509 offene Stellen und damit um 167 mehr als zum Vorjahres-Zeitpunkt. Gleichzeitig hat sich bei manchen Gruppen die Arbeitslosigkeit verfestigt. Das trifft insbesondere ältere Personen und solche mit geringer Ausbildung.

Auch die Mobilität ist ein Problem. Wer kein Auto oder keinen Führerschein hat, tut sich oft selbst innerhalb des Bezirks schwer. Wobei das insofern zu relativieren ist, als wir immerhin 19.000 Ein- und Auspendler im Bezirk haben.

Tips:Welche Branchen haben den höchsten Bedarf?

Bauer: Bei uns im Bezirk ist das etwa die Metall- und Kunststoff-Industrie. Aber das sind auch viele Klein- und Mittelbetriebe: Gastronomie wie auch Tischler, Automechaniker und viele andere Firmen suchen oft verzweifelt Lehrlinge.

Tips:Was unternimmt das AMS, um die Kluft zwischen Arbeitsuchenden und freien Stellen zu schließen?

Bauer: Wir wollen 2017 die Mobilität der Arbeitsuchenden innerhalb des Bezirks erhöhen, etwa mit Schichtbussen. Außerdem tun wir viel für die Unternehmens-bezogene Qualifizierung. Damit meine ich Stiftungs-Modelle, aber auch unsere Arbeits-Trainings: Arbeitslose können zwischen einer Woche und drei Monaten in ein Unternehmen hineinschnuppern, die Kosten trägt das AMS.

Tips:Hat die Flüchtlings-Situation einen Einfluss auf die Arbeitslosen-Statistik im Bezirk?

Bauer: So gut wie gar nicht. Bei uns sind 33 Personen mit Asylstatus vorgemerkt. Steigend ist die Zahl der Deutschkurse für Personen mit Migrationshintergrund. Generell geht die Zahl der Schulungs-Teilnehmer aber zurück. Zurzeit sind das 428 Personen und damit um fünf weniger als im Vorjahr.

Tips:Ende September waren 1.108 Personen im Bezirk arbeitslos gemeldet. Auffällig dabei: Es sind etwas mehr Frauen als Männer. Hängt das mit traditionellen Rollenbildern zusammen?

Bauer: Das liegt an den Art der Betriebe, die im Bezirk Kirchdorf hauptsächlich angesiedelt sind. Teilzeit-Jobs, die von Frauen häufig gesucht werden, sind bei uns leider generell eher rar.


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