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Schwarz-blauer Schlagabtausch im Bezirk Kirchdorf: "Wer eine Wahl verliert, ist selber schuld!"

Leserartikel Reinhard Ebner, 14.12.2016 09:44

Nach der Bundespräsidentenwahl fand die FPÖ Schuldige für den Stimmenanteils-Verlust in den Reihen der ÖVP – auch auf Bezirksebene. ÖVP-Bezirksobmann Der Kirchdorfer Bezirkspartei-Chef Christian Dörfel weist das scharf zurück.

  1 / 2   Bezirksobmann und LAbg. Dörfel: "Das Herumgejammere kann ich nicht mehr hören. Wer eine Wahl verliert, ist selber schuld."

Im Wahlkampfmodus verharren die Politiker auf Bundes- wie Bezirksebene. Noch am Wahlabend erklärte etwa Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer die Wahlempfehlung Reinhold Mitterlehners für Alexander Van der Bellen zu einem „Selbstmordattentat“.

Vorsichtiger drückte sich FPÖ-Bezirkspartei-Obmann Michael Gruber jüngst aus. Er sprach von „Zweigleisigkeiten der ÖVP“. Diese habe sich zwar offiziell neutral gegeben, gleichzeitig hätten sich Bürgermeister und Funktionäre „durch die Blume“ für Van der Bellen ausgesprochen. Das habe letztlich dazu beigetragen, dass Norbert Hofer im Bezirk prozentual verloren habe, auch wenn seine Befürworter in absoluten Zahlen stabil geblieben seien.

„Davon hätten wir keinen strategischen Vorteil“

Grubers ÖVP-Gegenüber reagiert darauf eher gereizt: „Dieses Herumgejammere kann ich schon nicht mehr hören. Wer eine Wahl verliert, ist selber schuld!“, meint Christian Dörfel, „als Partei haben wir uns weder für noch gegen einen Kandidaten ausgesprochen. Wir waren in der Stichwahl ja nicht mehr dabei und konnten uns das Schauspiel daher erste Reihe fußfrei ansehen.“

Dörfel gibt zu bedenken, dass die ÖVP keinerlei strategischen Vorteil durch die Bevorzugung eines der beiden Kandidaten gehabt hätte.

Bürgermeister als Van der Bellen-Unterstützer

In einer Aussendung, die unmittelbar vor der Wahl ausgeschickt wurde, ließen sich österreichweit Bürgermeister als Unterstützer Van der Bellens outen. Darunter fanden sich auch schwarze Gemeinde-Chefs aus dem Bezirk Kirchdorf. Dörfel: „Natürlich sind unsere Funktionäre auch Wähler, die eine Meinung haben und diese da und dort im kleinen Kreis äußern. Das ist aber nicht mit einer Parteilinie zu verwechseln.“

Gruber erhob auch den Vorwurf, der Wahlbewegung von Van der Bellen seien in einem Nachbarbezirk Plakatständer von der ÖVP zur Verfügung gestellt worden. „Ich weiß nicht, von welchem Bezirk er da spricht“, kommentiert dies Dörfel, „für den Bezirk Kirchdorf kann ich das jedenfalls ausschließen.“

Neutrale Position

Seine Analyse: „Ich denke, Van der Bellen hat dem Anforderungsprofil, das ein Bundespräsident in den Augen der Wähler haben sollte, noch am ehesten entsprochen. Er wirkt ausgleichend nach innen und repräsentativ nach außen.“

Spricht daraus also doch eine Präferenz des Regionalpolitikers und Landtagsabgeordneten? Dörfel verneint dies: „Ich habe eine neutrale Position und äußere mich daher nicht persönlich zu den Kandidaten.“


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