Bettina Lancaster: "Drücke mich nicht vor Verantwortung"
KIRCHDORF AN DER KREMS. Tips sprach mit der SPÖ-Bezirksparteivorsitzenden Bettina Lancaster aus Steinbach am Ziehberg und mit SPÖ-Landtagsklubobmann Christian Makor über die politischen Ziele im Bezirk Kirchdorf.

Tips:Frau Lancaster, Sie sind jetzt ein gutes Monat SPÖ-Bezirksvorsitzende. Wie geht es Ihnen in dieser Funktion?
Bettina Lancaster: Mir geht es sehr gut. Es freut mich, dass wir zum ersten Mal an dritter Stelle auf der SPÖ-Liste im Wahlkreis Traunviertel kandidieren können. Bisher waren wir an fünfter Stelle.
Tips:Warum haben Sie diese Position übernommen?
Lancaster: Ganz einfach: Es wurde mir angeboten und ich drücke mich nicht vor Verantwortung.
Tips:Was ist Ihr Wunsch für die Nationalratswahl im Oktober?
Lancaster: Dass sich die Menschen mit den unterschiedlichen Wahlprogrammen auseinander setzen und sich ansehen, was die SPÖ fordert. Wir wollen den Menschen ermöglichen, ein besseres Leben zu führen.
Christian Makor: Wenn die SPÖ nicht auf Platz eins sein wird, dann wird Schwarz-Blau kommen. Diese Parteien vertreten jedoch genau die gegenteilige Position von uns. Nur die SPÖ ist der Garant das zu verhindern.
Tips:Welche Themen wollen Sie im Bezirk Kirchdorf angehen?
Lancaster: Mobilität ist ein großes Thema, die Erschließung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Uns ist der Erhalt der Almtalbahn sehr wichtig.
Makor: Der Vertrag mit den ÖBB läuft 2017 aus. Das Land OÖ soll diese Strecke kaufen und weiterführen. Die Frage ist, warum das noch nicht passiert ist.
Lancaster: Wichtig ist uns auch der Ausbau der Mikro-Öffis wie das Dorfmobil und der Peterbus in Pettenbach, um die Lebensqualität am Land zu erhöhen. Damit hat der ländliche Raum Zukunft.
Tips:Gibt es weitere Themen, die Ihnen ein Anliegen sind?
Lancaster: Ein wichtiges Thema ist auch die Öffnung der Forststraße für Mountainbiker. Der Mountainbike-Tourismus ist eine große Chance für die Region. Manche Strecken sollten auch für Pferde geöffnet werden. Ein Großteil der Forstwege ist mit öffentlichen Steuergeldern finanziert. Dazu müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt werden.
Makor: Das heißt nicht, dass jeder Weg geöffnet werden muss. Auch eine genaue Kennzeichnung, wer den Weg benutzen darf ist nötig.
Lancaster: Eigenverantwortung ist gefragt.
Makor: Weiteres Thema der SPÖ sind die fehlenden Posten in den Polizeidienststellen. Im Bezirk Kirchdorf sind das zwölf Vollzeitposten. Hier muss man endlich handeln und beschlossene Dienstposten müssen eingehalten werden.
Tips:Wie wirkt sich das im Bezirk Kirchdorf aus?
Lancaster: Ich habe die konkreten Zahlen jetzt nicht im Kopf, aber es wird sich auf die Anfahrtszeiten auswirken.
Tips:Frau Lancaster, was sind Ihre Ziele für den Bezirk?
Lancaster: Mit dazu beitragen, dass es allen gut geht und dass jeder bekommt, was ihm zusteht. Es gibt auch Gruppen, die es nicht so leicht haben. Für die Jugend ist ein Angebot nötig, um sie am Land zu halten. Das reicht von günstigem Wohnen über öffentliche Verkehrsmittel bis hin zum Arbeitsangebot. Auch für die Älteren ist sehr viel Einsatz nötig. Wir werden es uns nicht mehr leisten können, alle in Pflegeheimen unterzubringen. Wir brauchen neue zentrale Wohnformen in den Dörfern, damit sie dort bleiben können. Frauen erwarten sich Jobangebote mit angemessener Bezahlung und einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung.
Makor: Die Mieten steigen doppelt so schnell wie die Einkommen. Und bei der Wohnbeihilfe wird gespart. Das ist sozial höchst bedenklich. Unsere Forderung ist es, hier nachzuziehen und die Grenze von 7-Euro pro Quadratmeter Miete für Wohnungen, die förderungswürdig sind zu erhöhen. Diese ist sieben Jahre lang nicht mehr erhöht worden. Mehr Menschen, die diese Förderung tatsächlich brauchen, sollen diese wieder bekommen.


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