"Ein frischer Wind schadet nie – auch in der Politik nicht"
BEZIRK KIRCHDORF. Tips sprach mit dem ÖVP-Bezirksparteiobmann und Landtagsabgeordneten Christian Dörfel aus Steinbach an der Steyr über die politischen Ziele im Bezirk Kirchdorf.

Tips:Herr Dörfel, was sind die politischen Ziele der ÖVP für den Bezirk Kirchdorf?
Christian Dörfel: Wir haben schon seit Jahren unser Programm für das Leben im Bezirk, das wir immer konsequent weiter fortschreiben. Das ist auch die Basis für unsere politische Arbeit in Zukunft. Wir sehen den Bezirk Kirchdorf als Naturraum für Arbeit, Wirtschaft und Freizeit und daraus ergeben sich die Inhalte für alle Bereiche. In vielen Bereichen sind wir gut unterwegs. Die großen Straßenbauvorhaben wie die Tunnelkette Klaus, der Radweglückenschluss und die Umfahrung Obergrünburg sind alle schon auf Schiene. Bei der Arbeitslosigkeit sind wir mit um die vier Prozent deutlich unter den Werten des Landes. Da heißt es weiter Rahmenbedingung zu schaffen, dass die Firmen weiter Arbeit anbieten können.
Unser großer Jahresschwerpunkt ist Naturschutz und Tourismus. Da sind wir auf einem sehr guten Weg, die Tourismusverbände in der Region neu zu ordnen. Wobei Pyhrn-Priel als großer Player mit 520.000 Nächtigungen eigenständig bleibt. Aber darüberhinaus sollen die Verbände zusammengeführt werden. Das heißt jetzt Kräfte bündeln, dass wir noch besser auftreten können. Weil in Summe haben wir in der Region Steyr-Kirchdorf über eine Million Nächtigungen, davon sind 50 Prozent Pyhrn-Priel und 50 Prozent entfallen auf den Rest. Neben dem Nächtigungstourismus wird der Tagesausflügler immer interessanter. Auch den Tagestourismus brauchen wir, um unsere Wirtschaftsstrukturen aufrecht zu erhalten, daher ist unsere inhaltliche Strategie nicht nur den Nächtigungstourismus sondern auch den Tagestouristen verstärkt herzuholen.
Jetzt haben wir einen neuen Nationalparkdirektor, mit dem wir schon im Gespräch sind, wie sich der Nationalpark noch stärker einbringen kann – auch in die touristische Entwicklung der Region – ohne seinen eigentlichen Auftrag zu vernachlässigen. Daher haben wir schon seit Jahren das Motto „Innen schützen außen nützen“, wobei die touristische Wertschöpfung außerhalb des Nationalparks sein soll. Dazu gehört es, die Akzeptanz des Nationalparks noch stärker zu erhöhen, dass man auch die Skeptiker ins Boot holt, dass die Gäste das Gefühl haben, die Menschen in der Region schätzen den Nationalpark und wissen ihn auch zu nützen. Und ich glaube, da haben wir in der Entwicklung noch ein großes Potenzial.
Tips:Wie stehen Sie zur Erweiterungsforderung des Nationalparks?
Dörfel: Da bin ich dagegen, weil ich glaube, dass das vollkommen überzogen ist. Der Nationalpark hat jetzt 20.000 Hektar, gefordert wird eine Erweiterung um weitere 40.000 Hektar, also eine Verdreifachung. Unsere Linie ist es, zunächst das was man hat zu nützen, die Akzeptanz zu steigern und dann kann man überlegen, in welche Richtung man den Nationalpark weiterentwickelt. Der Nationalpark kooperiert jetzt schon mit dem Nationalpark Gesäuse und dem Wildnisgebiet Dürrenstein, dieses Netzwerk Naturwald funktioniert schon super. Die geforderten Erweiterungsflächen sind bereits Naturschutzgebiete, da ist die Natur nicht gefährdet, das heißt eine Eile ist nicht geboten. Diese Forderungen werfen die Gesamtentwicklung zurück. Wenn man immer wieder neue Auflagen befürchten muss, hemmt das die Weiterentwicklung, daher sollte Ruhe einkehren.
Tips:Eine Erweiterung steht ja im Gesetz.
Dörfel: Ja, aber es steht nicht im Gesetz, wann eine Erweiterung erfolgen muss. Ich glaube, dass eine Erweiterung nur im Wege des Vertragsnaturschutzes geht und ich brauche die Akzeptanz der Bevölkerung – auch für die Erweiterung. Daher glaube ich, dass da Ruhe einkehren muss und man die Kräfte bündeln sollte, den Nationalpark positiv besetzen. Die Schwierigkeiten, die immer wieder auftauchen, muss man lösen und dann sind wir als Region super aufgestellt und dann kann man die weiteren Schritte planen.
Der Naturschutz mit Hausverstand ist schon gut unterwegs, aber dieses Gespenst der Natura 2000 Gebiete ist für unsere Landwirte noch immer aktuell. Da muss jetzt der Sack zugemacht werden. Wir haben unseren Plan erfüllt und jetzt muss dann eine Ruhe sein. Unsere Landwirte brauchen Planungssicherheit und Rechtssicherheit. Es können nicht immer wieder neue Auflagen dazu kommen. Das hemmt die Entwicklung und das ist schade.
Tips:In welchen Bereichen sehen Sie noch Handlungsbedarf im Bezirk Kirchdorf?
Dörfel: Ich glaube, dass wir grundsätzlich sehr gut aufgestellt sind. Aber punktuell muss es immer eine Weiterentwicklung geben. Eine Frage ist sicher, wie kann man den öffentlichen Verkehr im ländlichen Raum attraktiver gestalten, das zweite ist, wie können wir für junge Leute das Leben in den einzelnen Gemeinden attraktiv gestalten. Da gibt es schon die verschiedensten Pläne. Also wie kann man den ländlichen Raum in allen Lebensbereichen attraktiv machen und wir wissen, dass die Frage des Arbeitsplatzes nicht so unbedingt die zentrale Frage ist, weil die Leute nehmen gewisse Strecken in Kauf. Aber was man in einer Gemeinde sicherstellen kann, ist die Kinderbetreuung, ärztliche Versorgung und die Nahversorgung, also die örtliche Wirtschaftsstruktur und da meine ich die kleinen Familienbetriebe, die müssen wir erhalten und wenn das gelingt, dann bleiben auch die Ortszentren attraktiv und dann ist in Summe der Lebensraum attraktiver.
Wo wir sicher Handlungsbedarf haben, sind alternative Wohnformen für die Jungen aber auch für die ältere Generation, auch da gibt es Konzepte, die am Tisch liegen. Da braucht es Partnergemeinden, die dafür bereit sind und die Möglichkeit haben, das umzusetzen.
Tips: Was sind Ihre Ziele und Wünsche für die kommende Nationalratswahl?
Dörfel: Das ist ganz klar. Grundsätzlich ist unser Ziel, dass wir im Bezirk unsere Position als bestimmende politische Kraft weiter ausbauen können und dass wir in Summe so viele Wähler überzeugen können, dass wir unterm Strich dann Nummer eins in Oberösterreich und Österreich sind und dass letztlich Sebastian Kurz der neue Bundeskanzler wird.
Tips:Gibt es noch etwas, das Sie mitteilen möchten?
Dörfel: Wir ersuchen die Leute einfach, dass sie unseren Kandidaten das Vertrauen schenken, damit wir Österreich positiv weiterentwickeln können. Ein frischer Wind schadet nie – auch in der Politik nicht.


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