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NEOS im Sommergespräch: „Der 12-Stunden-Arbeitstag ist im internationalen Vergleich notwendig“

Leserartikel Carina Kerbl, BSc MSSc, 07.08.2018 19:39

BEZIRK KIRCHDORF. Abgeordneter der NEOS Gerhard Edelsbacher und Regionalkoordinator der NEOS Landesgruppe OÖ Christian Kurz sprachen beim Sommergespräch mit Tips über aktuelle Themen, wie den 12-Stunden-Arbeitstag, und ihre politischen Ziele.

Gerhard Edelsbacher und Christian Kurz (v. l.). Foto: Carina Kerbl
Gerhard Edelsbacher und Christian Kurz (v. l.). Foto: Carina Kerbl

Tips: Welche Themen beschäftigen die NEOS derzeit im Bezirk?

Christian Kurz: Ich möchte die Anliegen der Bevölkerung wahrnehmen. Meine Aufgaben als Regionalkoordinator sind die regionalen Anliegen der Bürger im Bezirk. Mein Traum ist es in jedem Ort einen Gemeindevertreter zu haben, der dann in den Gemeinderat einzieht. Vielleicht noch kurz zu meiner Person. Ich war 15 Jahre lang Wirt der Tenne in Windischgarsten. Hier habe ich auch meine Wurzeln. Ein großes Anliegen von mir ist auch noch die Entbürokratisierung. Das heißt, dass sinnlose Vorschriften gestrichen werden sollten, wie zum Beispiel die Sperrstunde für Wirte.

Gerhard Edelsbacher:Wir in Österreich brauchen auch einen Paradigmenwechsel. So sollte zum Beispiel der Staat das Prinzip der Auskunftspflicht vertreten und nicht jenes der Amtsverschwiegenheit.

Tips: Die Bundesregierung hat vor Kurzem die Einführung eines potentiellen 12-Stunden-Arbeitstages für Herbst 2018 beschlossen. Was halten Sie davon?

Edelsbacher: Dieses Thema ist ja sehr emotional diskutiert worden. Ich betrachte es aber als sinnvoll und notwendig im internationalen Vergleich, um der Realität ein Stück weit näherzukommen. Deshalb hat NEOS im Parlament auch dafür gestimmt. Wir kritisieren daran nur den Gesetzgebungsprozess, da es in kürzester Zeit durchgebracht wurde und weil es jetzt schon mit 1. September in Kraft tritt.

Kurz: Es wird beim 12-Stunden-Tag auch immer an der Freiwilligkeit gezweifelt. Kein vernünftiger Unternehmer riskiert wegen zwei Überstunden seinen guten Mitarbeiter zu verlieren und wird ihn nie zu diesen Überstunden zwingen.

Tips: Was sind Ihre politischen Ziele für den Bezirk?

Kurz: Ich versuche die Probleme der Bürger herauszufinden, wo wir uns dann bei Bürgerbewegungen anschließen können.Edelsbacher: Ich habe eine Vision hinsichtlich des abgestuften Bevölkerungsschlüssels. [Anmerkung der Redaktion: Dieser regelt die Aufteilung der Finanzmittel von den Ländern an die Gemeinden. Da Großstädte eine größere Infrastruktur wie Krankenhäuser haben, haben sie höhere Ausgaben.“ Jeder Bürger sollte dem Staat gleich viel wert sein und dass jeder Bürger ein Selbstbestimmungsrecht hat. Denn ein Bürger in einer Großstadt ist zweimal so viel wert wie jener am Land. Landgemeinden müssen um Geld betteln, um ihren Betrieb aufrechterhalten zu können. Dann darf man sich auch nicht über die Landflucht beklagen, wenn eine Landgemeinde zu wenig Mittel hat, um ihren Bürgern etwas bieten zu können.

Tips: Haben Sie Wünsche für die Zukunft?

Edelsbacher: Ich habe einen Wunsch bzgl. der Wirtschaftskammer. Diese sollte transparenter und vielfältiger werden.

Kurz: Mein Wunsch ist eher überregional. Ich habe mich in Aigen in einem Flüchtlingsheim engagiert und wünsche mir, dass man die Integrationsdebatte nicht nur schwarz oder weiß führt. Was spricht denn dagegen, wenn Lehrlinge trotz ihres negativen Asylbescheides ihre Ausbildung fertig machen und danach mit einer abgeschlossenen Ausbildung in ihre Heimat zurückkehren?


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