Mehr als ein Viertel der Bevölkerung des Bezirkes Kirchdorf ist 2040 über 65 Jahre alt
BEZIRK KIRCHDORF. Laut Prognosen des Landes Oberösterreich werden im Jahr 2040 zwar mehr Menschen als jetzt im Bezirk Kirchdorf leben, doch mehr als ein Viertel davon (28,2 Prozent) wird über 65 Jahre alt sein.

Ein Plus von 2.300 Menschen gegenüber dem Jahr 2016 sagt die Bevölkerungsprognose 2018 des Landes für 2040 vorher. Allerdings wird die Altersgruppe der Erwerbsfähigen – das heißt jener im Alter zwischen 18 und 64 Jahren – stark schrumpfen. Etwa 3.600 Menschen im Bezirk, die erwerbsfähig sind, werden dann wegfallen.
Zahl der Hochbetagten wird sich beinahe verdoppeln
Dafür wird die Zahl der Älteren zwischen 65 und 79 Jahren enorm steigen (um 3.500 auf etwa 11.000 Personen) und die Zahl der Hochbetagten über 80 Jahre wird sich beinahe verdoppeln (um 2.500 auf 5.500 Personen).
Nord-Süd-Gefälle erkennbar
Beobachtet man die bevorstehenden Bevölkerungsveränderungen im Bezirk (siehe Karte rechts), so ergibt sich ein markantes Nord-Süd-Gefälle. Im Norden des Bezirkes werden Bevölkerungsveränderungen von zwischen 5 und 21,5 Prozent erwartet, während die Zahl der Einwohner in den südlichen Gemeinden des Bezirkes annähernd gleich bleiben soll.
Mangel an Erwerbsfähigen
Die Überalterung der Bevölkerung wird vor allem für die Wirtschaftsbetriebe des Bezirkes zur Herausforderung werden. Zum bereits teilweise herrschenden Fachkräftemangel wird ein zusätzlicher Mangel an Menschen im erwerbsfähigen Alter dazukommen. Für die Firmen wird es also noch schwieriger werden, geeignetes Personal zu finden. „Daher ist es unbedingt erforderlich, vor allem junge Menschen in der Region zu halten“, sagt WKO-Obmann Klaus Aitzetmüller und betont: „Wir müssen das Thema Lehre weiter forcieren.“
Automatisierung als Lösung
Die Unternehmen sind derzeit gefordert, über Digitalisierung und Automatisierungsmaßnahmen intensiv nachzudenken. „Ein Lösungsansatz – vor allem für die produzierenden Unternehmen – kann die Automatisierung sein. Die für uns wichtigste Ressource Fachkraft wird so wie es derzeit aussieht nicht mehr in dieser Anzahl zur Verfügung stehen“, sagt Klaus Aitzetmüller.
Ältere als Konsumenten
Der WKO-Obmann weiß jedoch auch: „Ältere Menschen konsumieren, investieren und sind somit für unseren Wirtschaftsstandort besonders wichtig. Für viele Branchen ist damit gleichzeitig eine entsprechende Chance verbunden. Die Herausforderung wird es sein, wie die Unternehmen mit ihren zur Verfügung stehenden Mitarbeitern diese Bedürfnisse entsprechend bewältigen können.“
Vorsorge wird wichtiger
Ein weiteres Thema ist die Betreuung und Pflege der älteren Menschen. Im Bezirk Kirchdorf gibt es neben den sechs Alten- und Pflegeheimen viele weitere Arten der Betreuung wie die 24-Stunden-Betreuung, mobile Dienste oder betreubares Wohnen. Bezirkshauptmann Dieter Goppold, der als Obmann des Sozialhilfeverbandes (SHV) für die Altenheime des Bezirkes zuständig ist, betont: „Wir haben jetzt schon die Altenheimplätze, die 2030 gebraucht werden. Jedoch sind derzeit nicht alle Plätze belegt, weil speziell im Zentralraum Kirchdorf Pflegepersonal benötigt wird. Aber den vorgegebenen Mindestpersonalschlüssel des Landes Oberösterreich können wir im Bezirk Kirchdorf erfüllen.“
Essen auf Rädern
Vor Kurzem ist ein Leader Projekt für Essen auf Rädern beschlossen worden, das beim Land Oberösterreich eingereicht wird. „Das Angebot gibt es derzeit nur in elf Gemeinden im Bezirk. Ziel ist es, den Service flächendeckend und zu einheitlichen Konditionen anzubieten“, erklärt Felix Fößleitner, LAG-Manager der Leader Region Nationalpark OÖ. Mit den Erhebungen dazu wird im ersten Halbjahr 2019 gestartet. Anschließend soll es eine Pilotregion – wahrscheinlich das Steyrtal – geben.
Tagesbetreuung im Altenheim
Zudem plant der SHV für das erste Quartal 2019 die Eröffnung eines Tageszentrums in einem der Altenheime. Die Tagesbetreuung der älteren Menschen soll die pflegenden Angehörigen entlasten.Wichtig sei es, dass die Menschen so lange wie möglich zu Hause bleiben können und dort betreut werden. „Deshalb sollten die Ehrenamtlichen sowie die pflegenden Angehörigen besser unterstützt werden“, so Goppold.


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