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KIRCHDORF. In Sachen Kinderbetreuung stellt die Arbeiterkammer nur wenige Verbesserungen im Bezirk fest. Kichdorf hat unverändert fünf 1A-Gemeinden. Steinbach am Ziehberg hat dafür den Sprung von D auf A geschafft.

Die Arbeiterkammer überprüft das Betreuungsangebot in Kindergärten. Foto: Wodicka
Die Arbeiterkammer überprüft das Betreuungsangebot in Kindergärten. Foto: Wodicka

Mit dem Kinderbetreuungsatlas gibt die AK jedes Jahr einen Überblick über das Angebot in den oberösterreichischen Gemeinden. Als Maßstab für das Ermöglichen einer Vollzeitbeschäftigung werden folgende Kriterien für Kindergärten herangezogen: mindestens 45 Stunden wöchentliche Öffnungszeit; an vier Tagen mindestens 9,5 Stunden geöffnet; Mittagessen zumindest von Montag bis Donnerstag; maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen. Jene Gemeinden, die alle diese Voraussetzungen erfüllen und darüber hinaus auch eine Betreuung für Unter-Dreijährige und Volksschulkinder anbieten, hebt die AK als 1A-Gemeinden besonders positiv hervor. Im Bezirk Kirchdorf sind das erneut Inzersdorf, Kirchdorf, Micheldorf, Molln und Windischgarsten.

Von insgesamt 39 Verbesserungen in Oberösterreich entfallen zwei auf den Bezirk Kirchdorf: In Edlbach gibt es eine Verbesserung der Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder; die Gemeinde Steinbach am Ziehberg hat die Öffnungszeiten im Kindergarten verbessert, Mittagessen eingeführt und hat nun auch eine Nachmittagsbetreuung für Volkschulkinder. Dadurch ist ein großer Sprung von D auf A gelungen. Insgesamt gibt es im Bezirk nun neun A-Gemeinden (39,1 Prozent). Damit liegt der Bezirk geringfügig über dem Oberösterreich-Schnitt von 38,4 Prozent.

In 13 Prozent der Kirchdorfer Gemeinden (OÖ:  8,6 Prozent) gibt es keinerlei Angebot für Unter-Dreijährige, in 8,7 Prozent keine Betreuung für Volksschulkinder (OÖ: 7,1 Prozent). 17,4 Prozent bieten kein Mittagessen im Kindergarten (OÖ: 6,4 Prozent), und 39,1 Prozent der Kindergärten haben kürzer als acht Stunden geöffnet (OÖ: 31,6 Prozent). Bei all diesen Angeboten ist der Bezirk Kirchdorf also schlechter als der Oberösterreich-Schnitt.

Für AK-Präsident Johann Kalliauer ist die Gesamtsituation in Oberösterreich jedenfalls unbefriedigend: Für lediglich 4,1 Prozent der Unter-Dreijährigen und 23,6 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen gibt es einen Kinderbetreuungsplatz, der Vollzeitarbeit ermöglicht. Damit liege unser Bundesland weit unter dem österreichischen Durchschnitt, bei den Unter-Dreijährigen sogar mit Abstand an letzter Stelle. Laut aktueller Kindertagesheimstatistik schließt rund jeder fünfte Kindergarten schon vor 14 Uhr seine Pforten, nicht einmal jeder dritte hat länger als bis 16 Uhr geöffnet. „Wir werden uns auch in Zukunft für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzen“, kündigt AK-Präsident Johann Kalliauer an. Dazu gehöre auch der Kampf gegen sozialpolitische Rückschritte wie den 12-Stunden-Tag. „Die Öffnungszeiten müssen aber unabhängig davon auf jeden Fall ausgeweitet werden“, fordert Kalliauer.

Die Detailergebnisse für den Bezirk Kirchdorf und eine Grafik zum kostenlosen Herunterladen findet man auf ooe.arbeiterkammer.at. Hier findet man auch den interaktiven Kinderbetreuungsatlas 2.0, der unter anderem die Veränderungen der letzten 19 Jahre anschaulich darstellt.


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