Seniorenbund hofft, bald wieder Gemeinschaft leben zu können
BEZIRK KIRCHDORF. Corona hat auch die Senioren hart getroffen: die Gemeinschaft wurde geschwächt und die Einsamkeit verstärkt. Der Seniorenbund hofft, bald wieder Veranstaltungen und Ausflüge organisieren zu können.

„Wir haben ein Jahr der Entscheidungen für Oberösterreich. Die Landtags- und Gemeinderatswahlen stellen die Weichen für die nächsten sechs Jahre“, sagt Landesobmann OÖ Seniorenbund Josef Pühringer und betont: „Noch nie waren so viele Senioren bei der Wahl wahlberechtigt. Jeder dritte Wähler in Oberösterreich und im Bezirk Kirchdorf wird dann über 60 sein. An den Senioren führt also kein Weg vorbei.“ Im Bezirk Kirchdorf sind nach derzeitiger Prognose 43.500 wahlberechtigt, bei einer Gesamtbevölkerung von 57.200 Personen. Davon gehören 14.500 der Generation 60+ an, dies entspricht einem Anteil von 33,3 Prozent der Wähler im Bezirk Kirchdorf.
Seniorenbund-Kandidaten in möglichst allen Gemeinden
Ziel des Seniorenbundes sei es, laut Josef Pühringer, in allen Gemeinden im Bezirk Kirchdorf einen Seniorenvertreter zu haben. „Wir wollen in allen Gemeinden als Seniorenbund auf der ÖVP-Liste kandidieren und zwar zumindest mit einem Kandidaten an wählbarer Stelle. Das sehe ich als eine Selbstverständlichkeit und ich bin überzeugt, dass wir das auch durchbringen. Die große Zahl der Senioren ist aktiv und will an der Gestaltung der Gesellschaft teilnehmen.“
Neuer Blick auf die Senioren notwendig
Pühringer hebt hervor, dass ein neuer Blick auf die Senioren dringend notwendig sei. „Das Bild der Senioren hat sich in den vergangenen Jahren gewaltig verändert. Es braucht einen Paradigmenwechsel. Bei Senioren reden wir nicht von den entenfütternden Personen im Park, sondern von selbstbestimmten Menschen, die einen enormen Beitrag für die Gesellschaft leisten und mit ihrer Erfahrung in den politischen Gremien Vieles bewegen können“, so der Seniorenbund Landesobmann: „Natürlich vertreten auch Jüngere die Anliegen und Interessen der älteren Bevölkerung sehr gut, aber der Blickwinkel auf ein zu lösendes Problem ist von einem 40-Jährigen anders, als von einem 70-Jährigen.“
Wunsch nach Gemeinschaft und Normalität
Das bestimmende Thema für die Senioren in Kirchdorf ist der anhaltende Mangel an sozialen Kontakten. „Aufgrund der Maßnahmen im Zuge der Bekämpfung der Corona-Pandemie sehnen sich immer mehr Senioren nach den ankündigten Öffnungsschritten, sodass zumindest wieder der regelmäßige Wirtshaus- oder Kaffeehausbesuch möglich wird“, spricht die Bezirksobfrau Hildegard Baumgartner jenes Thema an, das die Seniorinnen aktuell am stärksten betrifft.
„Müssen das Fortgehen auch wieder lernen“
„Ich habe den Wunsch, die Gemeinschaft wieder so zu leben, wie es schon einmal war. Ausflüge zu machen und in die Wirtshäuser zu gehen, wäre wieder schön“, so Hildegard Baumgartner. Positiv sieht sie, dass schon viele geimpft sind: „Die Zahl der geimpften Personen steigt auch bei uns in Kirchdorf täglich an, deshalb hoffen wir, dass wir bald wieder unsere geplanten Aktivitäten, Ausflüge und Veranstaltungen durchführen können. Damit möchten wir einen Beitrag zum Neustart des sozialen Lebens der Senioren in unserem Bezirk leisten.“ Gerechnet wird damit, dass Ende Juni erste Ausflüge unter Einhaltung von Regeln gemacht werden können. Aber „wir müssen jetzt das Fortgehen auch wieder lernen“, ist sich die Bezirksobfrau sicher.
Gemeinschaft ist für Senioren ein Lebenselixier
„Die Pandemie war für die Senioren eine Zumutung, viele waren über Monate zu ihrem eigenen Schutz weggesperrt“, stellt Josef Pühringer fest. Dem pflichtet auch der Landesgeschäftsführer des OÖ Seniorenbundes Franz Ebner bei: „Gemeinschaft ist gerade für Senioren ein Lebenselixier. Corona hat die Gemeinschaft geschwächt und die Einsamkeit verstärkt.“
Beratungsschwerpunkt zu Pension und Steuer im Mai
Die Seniorenbund Landesleitung bietet gemeinsam mit dem Österreichischen Arbeitnehmerbund (ÖAAB) ab Mai wieder Beratungen an und zwar zu den Themen Pension und Steuer. Damit sollen den Senioren der Sprung in die Pension und der Steuerausgleich erleichtert werden. „Auch beim Pensionsantritt ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein. Kurz vor dem Pensionsantritt stellen sich viele Fragen. Als größte Seniorenorganisation des Landes möchten wir den Menschen beim Übergang in die Pension zur Seite stehen“, weist Ebner insbesondere auf die Beratung zum Pensionsantritt hin.
Broschüre für den Pensionsantritt
In den vergangenen Wochen und Monaten hat der OÖ Seniorenbund zudem eine Broschüre für den Pensionsantritt erstellt. Neben sachlichen Informationen, die für den Übertritt in die Pension relevant sind, werden darin auch Aspekte wie der Pensionsschock oder das Potenzial der neuen Freizeit angesprochen. Die Broschüre „Mein Weg in die Pension“ kann kostenlos bei den Bezirksobleuten oder der Landesgeschäftsstelle des OÖ Seniorenbundes (Tel.: 0732/775311; E-Mail: office@ooe-seniorenbund.at) angefordert werden.
Mit der Arbeitnehmerveranlagung Teile der Steuern zurückholen
„Aber auch beim Steuerausgleich kann man ohnehin nicht genug informiert sein. Jahr für Jahr werden mehrere Millionen Euro an zu viel bezahlten Steuern beim Finanzamt liegen gelassen. Mit der Arbeitnehmerveranlagung können Teile der Steuern zurückgeholt werden. Um alle möglichen Bereiche beim Steuerausgleich geltend machen zu können, bedarf es fachmännischer Beratung. Genau diese Beratung stellt der OÖ Seniorenbund gemeinsam mit dem ÖAAB bei dem diesjährigen Beratungsschwerpunkt im Mai kostenlos zur Verfügung“, appelliert Ebner sich zu viel bezahlte Steuern vom Finanzamt zurückzuholen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden