Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BEZIRK KIRCHDORF. Im Rahmen eines Sommergespräches beantwortete NEOS-Politiker Gerhard Edelsbacher aus Rosenau einige Fragen zu aktuellen Themen im Bezirk Kirchdorf.

Gerhard Edelsbacher beim Gespräch im Tips-Büro in Kirchdorf (Foto: Sophie Kepplinger)
Gerhard Edelsbacher beim Gespräch im Tips-Büro in Kirchdorf (Foto: Sophie Kepplinger)

Tips: Welche Themen beschäftigen die NEOS derzeit im Bezirk?

Gerhard Edelsbacher: Eine wichtige Forderung von uns ist derzeit eine Überarbeitung des Finanzausgleiches von Bund und Ländern und die Abschaffung des abgestuften Bevölkerungsschlüssels. Derzeit erhalten im Zuge dessen größere Gemeinden pro Einwohner mehr Geld als kleinere und das ist nicht in Ordnung. Jeder Gemeindebürger ist gleich viel wert. Da es im Bezirk viele kleinere Gemeinden gibt, ist das vor allem auch hier in der Region Thema.

Tips: Die Wahl im September gilt als Klima-Wahl. Welche Maßnahmen müssen im Bezirk Kirchdorf noch gesetzt werden, um in puncto Klimaschutz Vorreiter zu sein?

Edelsbacher: Der Klimawandel ist ein globales Thema, da sehe ich hauptsächlich die Politik auf europäischer Ebene gefordert. Dennoch geht Klimaschutz jeden von uns etwas an und gerade im Bezirk Kirchdorf sehe ich da viele Chancen. Unsere Region ist auch über die Ländergrenzen hinaus bekannt für ihre Technologie im Kunststoffsektor. Es gibt im Bezirk viele tolle Unternehmen mit sehr kompetenten Ingenieuren, die vor allem im Bereich alternative Energien viel beitragen können. Diese klugen Köpfe haben aus meiner Sicht die Möglichkeiten, sich mit Innovationen im Bereich alternative Energien hervorzutun.

Tips: Wie stehen Sie zu der geplanten Skigebietsanbindung von Vorderstoder an das Skigebiet Hinterstoder Höss?

Edelsbacher: Es stimmt mich traurig zu sehen, wie sehr das Thema die Bevölkerung spaltet und die Befürworter und Gegner gegeneinander Stimmung machen. Unabhängig von der Naturschutz-Frage sind in der Politik im Stodertal meiner Meinung nach Fehler gemacht worden. Die Bevölkerung sollte von Anfang an mit eingebunden werden. Egal welches Projekt geplant ist, ein transparentes Handeln sollte selbstverständlich sein.

Tips: Wie lassen sich die Interessen von Landwirtschaft und Naturschutz am besten vereinbaren?

Edelsbacher: Wenn man von der Landwirtschaft spricht, dann ist es wichtig, die Großbauern von den Bergbauern zu unterscheiden und differenziert zu betrachten. Im Bereich der Landwirtschaft gehört zunächst eine Klassifizierung her und Entscheidungen sollten von Experten und nicht Politikern getroffen werden.

Tips: Welche Maßnahmen halten Sie in Bezug auf geschützte Raubtiere wie den Wolf sinnvoll?

Edelsbacher: Der Wolf ist meiner persönlichen Meinung nach nicht mit der Almwirtschaft in unserer Region vereinbar. Sofern ein Wolf nicht eingefangen werden kann, soll er auch geschossen werden dürfen. Wir kritisieren die Käfighaltung und wollen, dass die Tiere draußen auf der Alm sind – dann müssen wir sie auch vor Raubtieren wie dem Wolf schützen.

Tips: Rechtfertigt die Nachfrage nach Wohnraum die steigende Verbauung von Grünflächen?

Edelsbacher: Bis zu einem gewissen Grad, ja. Wir werden auch in Zukunft neuen Wohnraum brauchen, vor allem sozialen Wohnbau. Angelegenheiten was die Raumordnung und den Wohnbau betreffen sollten jedenfalls auf Landes- oder Bundesebene gehoben werden, um persönliche Bereicherungen und Freundschaftsdienste auf Gemeindeebene einzudämmen und den Handlungsspielraum einzuschränken.

Tips: Halten Sie es für sinnvoll, nicht unweit vom Schiederweiher in Hinterstoder ein Camping-Resort zu bauen?

Edelsbacher: Ich bekenne mich zur touristischen Expansion im Stodertal. Ob dieses konkrete Projekt tatsächlich die beste Variante ist, oder ob man es auch etwas kleiner oder wo anders machen hätte können, sei dahingestellt. Aber auch hier ist mein Kritikpunkt, dass die Bevölkerung nicht von Anfang an miteinbezogen wurde.

Tips: Wie sollte man in Zukunft mit den Ausflugsgästen, die mit dem Auto anreisen, umgehen?

Edelsbacher: Konkret erachte ich ein Angebot von kostenpflichtigen Parkplätzen als sinnvoll. Wenn schon jemand mit dem Auto anreist, dann sollte er auch dazu bereit sein, ein paar Euro für den Parkplatz zu bezahlen.

Tips: Welches Thema hat für Sie oberste Priorität?

Edelsbacher: Die finanzielle Ausstattung der Gemeinden ist eines der wichtigsten Themen. Die Gemeinden wurden zu Bittstellern degradiert – das ist nichts anderes als ein Armutszeugnis der Politik.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden