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BEZIRK KIRCHDORF. Der „Equal Pay Day“ 2021 im Bezirk Kirchdorf ist heuer am Dienstag, 12. Oktober. Das heißt, an diesem Tag haben Männer jenes Einkommen erreicht, wofür Frauen bis Jahresende noch arbeiten müssen. Warum der Gehaltsunterschied noch immer so groß ist und was es in diesem Bereich noch zu tun gilt, verraten drei Frauen des Österreichischen Gewerkschaftsbundes aus dem Bezirk Kirchdorf.

  1 / 4   Am Dienstag, 12. Oktober, haben Männer jenes Einkommen erreicht, wofür Frauen bis Jahresende arbeiten müssen. (Foto: Hyejin Kang/Shutterstock.com)

Frauen in Gesundheitsberufen, im Handel, in der Reinigung, in der Produktion oder in der Kinderbildung: Ihr Beitrag zum Funktionieren unserer Gesellschaft ist unumstritten. Dennoch haben Männer im Bezirk Kirchdorf schon am 12. Oktober so viel verdient wie Frauen in einem ganzen Jahr. Diesen „Equal Pay Day“ nehmen die ÖGB-Frauen in Kirchdorf zum Anlass, um auch auf eine ÖGB-Umfrage vom Frühjahr aufmerksam zu machen, welche eindeutig die Forderungen „Ausbau der Kinderbetreuung“ und „Arbeitszeitverkürzung“ aufzeigte. Letztere würde sich besser auf Teilzeitbeschäftigung auswirken, denn wenn sich die Stunden bei der Vollzeitbeschäftigung reduzieren, wird der Unterschied zu einer Teilzeitbeschäftigung gleichzeitig weniger in puncto Stundenausmaß und Verdienst.

Kein ausreichendes Einkommen

„Dass der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen im Jahr 2021 immer noch rund zwanzig Prozent beträgt, ist eine Schande. Viele der von Frauen besetzten Arbeitsplätze bieten kein ausreichendes Einkommen, um davon leben zu können. Dabei ist es genauso viel wert, Haare zu schneiden, Menschen zu pflegen oder Kinder zu unterrichten wie Mauern zu bauen, Computer zu programmieren oder Autos zu reparieren“, ist Sonja Platzer, Frauensekretärin der Gewerkschaft der Privatangestellten OÖ aus Kremsmünster, überzeugt: „Es wird viel wertvolle Arbeit geleistet – Arbeit, die belastet, verbunden mit hoher Verantwortung, organisatorischen oder kommunikativen Fähigkeiten und vielem mehr. Die Arbeit muss neu bewertet und verteilt werden. Politik und Sozialpartner sind gemeinsam gefordert, hier gegen zu wirken.“

Besonders hohe Unterschiede

Vollzeit und ganzjährig beschäftigte Frauen verdienen in Oberösterreich fast 23 Prozent weniger als Männer. Damit liegt unser Bundesland – wie schon in den vergangenen Jahren – auf dem unrühmlichen vorletzten Platz vor Vorarlberg. Der Equal Pay Day wird somit in Oberösterreich besonders früh begangen. Bundesweit machen die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern „nur“ 18,5 Prozent aus, der Equal Pay Day ist österreichweit der 25. Oktober. Cornelia Pöttinger, Betriebsratsvorsitzende des OÖ-Hilfswerks, ist der Meinung: „Es braucht mehr Transparenz beim Einkommen, eine Aufwertung und faire Entlohnung für Pflege- und Sozialberufe, Handel und Pädagogik, eine Attraktivierung technischer Berufe für Frauen und ganz besonders Maßnahmen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“

Breitere Berufswahl muss attraktiver werden

„Zu den wichtigsten Punkten betreffend höherer, gerechterer Frauenlöhne zählt für mich, dass Mädchen in technische Berufe kommen. Bei uns im Betrieb werden sie als Werkzeugbautechnikerin, Mechatronikerin/Elektrikerin, Schlosserin und in der IT ausgebildet. Natürlich wünsche ich mir noch viel mehr Mädchen in diesen Lehrberufen. Es stehen ihnen auch die Lehre mit Matura und die KTLA offen“, berichtet TCG-Unitech-Betriebsratsvorsitzende Roswitha Grammer: „Sehr wichtig finde ich, dass wir erstmals eine Jugendvertrauensrätin im Betrieb haben, die sich politisch engagiert und sich für die Lehrlinge einsetzt. Ihr Team besteht aus zwei Burschen und zwei Mädchen.“

Auch Elfriede Schober, ÖGB-Frauenvorsitzende OÖ, ist überzeugt: „Es ist höchste Zeit, dass konkrete Schritte – wie etwa 1.700 Euro Mindestlohn – umgesetzt werden. Wenn wir warten, bis sich die Einkommensschere von selbst schließt, werden wir das nicht mehr erleben.“


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