Nachhaltigkeit: Greiner AG erreicht Meilensteine und sieht noch großen Handlungsbedarf

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Olivia Lentschig Tips Redaktion Olivia Lentschig, 28.06.2022 11:30 Uhr

KREMSMÜNSTER. Die Greiner AG, einer der weltweit führenden Anbieter von Kunststoff- und Schaumstofflösungen, legt ihre Nachhaltigkeitsperformance für 2021 vor: Ökostrom-Anteil global auf 35 Prozent gesteigert, Joghurtbecher, die sich selbst trennen und 14 Prozent weniger Unfallhäufigkeit

Die Greiner AG ist ein österreichisches Familienunternehmen, das 2021 einen Umsatz von 2,27 Milliarden Euro erzielte und 11.000 Mitarbeiter an 129 Standorten in 33 Ländern beschäftigt. Im Jahr 2020 hat Greiner eine umfassende Nachhaltigkeits-Transformation in allen Sparten des Unternehmens angestoßen. Jetzt liegen die Nachhaltigkeitsdaten für das Jahr 2021 vor, anhand derer sich erstmals die Performance im Vergleich zu 2020 ablesen lässt. „Wir haben wichtige Etappenziele erreicht, aber dieser Marathon ist erst im Ziel erfolgreich abgeschlossen“, bilanziert Alex Kühner, Vorstandsvorsitzender der Greiner AG. Kühner weiter: „Es freut mich, dass wir in allen Nachhaltigkeitsbereichen – Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft, Menschen – Verbesserungen erzielen konnten. Damit wir unsere für 2030 gesteckten Ziele erreichen, unternehmen wir im ganzen Konzern viele Anstrengungen – vom selbst produzierten Strom über Innovations-Kooperationen bis hin zur betrieblichen Gesundheitsfürsorge.“

Klimaschutz: Ökostrom-Anteil auf 35 Prozent gesteigert – Ziel sind weltweit 90 Prozent bis 2030

Greiner will bis 2030 klimaneutral werden. Aktuell beläuft sich die weltweite CO2-Bilanz auf mehr als 2,5 Millionen Tonnen CO2 (Scope 1, 2 und 3). Das entspricht in etwa den Emissionen von halb Tirol in einem Jahr. „Wir sind uns des enormen Fußabdrucks und der Verantwortung bewusst, die mit dieser Menge einhergeht“, so Greiner-CEO Axel Kühner. Mit vielen Maßnahmen leistet die Greiner AG ihren Beitrag, um ihre Emissionen entlang der gesamten Lieferkette zu reduzieren und die Pariser Klimaziele zu erreichen.

Ein wichtiger Teil der Maßnahmen umfasst dabei den Umstieg auf Strom aus erneuerbaren Energien. „Öl und Gas sind nicht unsere Zukunft, sondern die grünen Alternativen“, so Kühner. Der Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien konnte von 26 Prozent 2020 auf 35 Prozent 2021 gesteigert werden. Bereits seit Juli 2019 beziehen alle österreichischen Standorte von Greiner zu 100 Prozent zertifizierten Grünstrom. Bis 2030 sollen 90 Prozent des von Greiner benötigten Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen – ein Teil davon sogar von Greiner selbst durch Photovoltaikanlagen produziert. Bis Ende 2022 ist zudem geplant die Klimaziele weiter zu verschärfen und Science Based Targets vorzulegen. Science Based Targets sind Emissions-Zielwerte, die im Einklang mit den Vorgaben zur Erreichung des Pariser Klimaabkommens stehen.

Kreislaufwirtschaft: Pilotprojekte zu Matratzenrecycling und Joghurtbechern

 Nach wie vor gelangen jährlich 11 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Weltmeere. Die Plastikkrise wird sich nur mit einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft lösen lassen. Deshalb investiert Greiner weiter massiv in Innovationen und die eigene Produktentwicklung. Einerseits wird das Unternehmen stärker als bisher auf recycelte Kunststoffe zurückgreifen. Durch die Wiederverwendung von bereits produzierten Materialien lassen sich die Emissionen substantiell senken. Andererseits werden die Produkte so weiterentwickelt, dass sie sich wiederverwenden, recyclen oder kompostieren lassen. In den vergangenen Monaten konnten diesbezüglich einige Pilotprojekte umgesetzt werden, etwa der „K3® r100 Becher“ – ein Joghurtbecher, der sich selbst trennt – oder ein Forschungsprojekt zum Recycling von Matratzen gemeinsam mit dem Chemiekonzern BASF. „Diesen Pfad der Nachhaltigkeit durch Innovation werden wir fortsetzen“, so Kühner. Akuten Handlungsbedarf sieht er darüber hinaus im Bereich der Lieferketten, denn das Ziel von Greiner, dass 80 % der Lieferanten nachhaltig wirtschaften, wurde 2021 – so wie auch 2020 – klar verfehlt.

Menschen bei Greiner: Diversität und Inklusion rücken in den Fokus 

Im Bereich der dritten Nachhaltigkeitsdimension – der Menschen bei Greiner – legen die Nachhaltigkeits-Erhebungen Erfolge und Verbesserungspotenzial offen: 2021 ging die Häufigkeit schwerer Arbeitsunfälle um 14,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Gleichzeitig konnten die Aus- und Weiterbildungsstunden von durchschnittlich 8 auf 12 Stunden pro Kopf gesteigert werden. „Diese positiven Entwicklungen wollen wir verstärken und weitere Maßnahmen setzen. Intensiv werden wir uns künftig dem Thema Diversität und Inklusion widmen, denn hier haben die Erhebungen Defizite aufgezeigt“, so Stefan Grafenhorst, Global Head of Sustainability & Corporate Affairs bei Greiner. Der Frauenanteil betrug unter Führungskräften 2021 27 Prozent. „Bis 2025 soll der Anteil von Frauen unter den Führungskräften mindestens 35 Prozent sein. Insgesamt wollen wir bei Greiner stärker als bisher Diversität und Inklusion leben“, erklärt Grafenhorst.

Nächster umfassender Nachhaltigkeitsbericht im Mai 2023

„Nachhaltigkeit kann nur mit Transparenz funktionieren. Deshalb legen wir regelmäßig offen, wo wir gerade auf unserem Weg in Richtung Nachhaltigkeit stehen“, so Grafenhorst. Im Mai 2023 wird nach 2019 und 2021 das nächste umfassende Nachhaltigkeitsreporting der Greiner AG erscheinen. Die heute vorgelegten Zahlen stellen eine Zwischenetappe auf diesem Weg dar. „Klar ist eines: Nur mit vereinten Kräften und zukunftsorientierten politischen Rahmenbedingungen werden wir die großen Herausforderungen unserer Zeit meistern können.“, so Grafenhorst abschließend.

 

 

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