Es waren herausfordernde Zeiten für die Unternehmer im Bezirk Kirchdorf
BEZIRK KIRCHDORF. Das Jahr 2022 war schon wie seine Vorgänger von extrem vielen Unsicherheiten geprägt – vor allem für die Unternehmer in der Region. Dennoch haben die Firmen auch dieses herausfordernde Wirtschaftsjahr wieder gut gemeistert.

Insgesamt 3.494 aktive Betriebe gibt es im Wirtschaftsstandort Bezirk Kirchdorf. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres sind das um nur 0,2 Prozent mehr: Vor fünf Jahren waren es 3.120. „Unsere Region weist jedes Jahr ein leichtes Wachstum bei der Anzahl der Betriebe aus. Der latente Mitarbeitermangel wirkt aber hinsichtlich Neugründungen eher bremsend“, berichtet Kirchdorfs Wirtschaftskammer-Obmann Klaus Aitzetmüller.
Über 18.000 Arbeitsplätze in der Region Kirchdorf
Der Bezirk Kirchdorf ist eine starke Arbeitgeberregion. Insgesamt bieten die 1.094 Unternehmen, die Mitarbeiter beschäftigen, 18.198 Arbeitsplätze. Das sind um 421 Arbeitsplätze mehr als im Vorjahr. „Umgerechnet auf 1.000 Einwohner nimmt unsere Region oberösterreichweit den siebten Platz ein. Als bevölkerungsmäßig eher kleinerer Bezirk ist dies ein eindrucksvoller Wert und zeigt unser Zukunftspotenzial für das Leben in unserer Region“, so Aitzetmüller.
2022 vor allem von Unsicherheiten geprägt
Ein Unternehmen zu führen war 2022 besonders herausfordernd. Zu Jahresbeginn beherrschte das Coronavirus den Arbeitsalltag vieler Unternehmer. Seit Ende Februar verursacht der Ukraine-Krieg immer wieder große Turbulenzen. Die Planbarkeit in den Unternehmen ist in diesem Jahr vielerorts völlig verloren gegangen. Das verschärft oft kurzfristig die betriebliche beziehungsweise betriebswirtschaftliche Situation. „Die Unternehmen sind Risikobewusstsein gewohnt. Das größte Problem ist die Unsicherheit. Die extremen und häufigen Preissteigerungen machen langfristige Angebotserstellungen sowie Kostenkalkulationen fast unmöglich“, gibt der WKO-Obmann zu denken.
Die Verunsicherungen und Kostensteigerungen setzen vor allem dem stationären Handel zu. Die Lockdowns in den vergangenen beiden Jahren und der damit verbundene Boom für den Onlinehandel haben dazu das Ihrige beigetragen. Aber auch die Gastronomie außerhalb der Tourismusgebiete erlebt ein verändertes Kundenverhalten gegenüber den letzten Jahren.
Auch viele energieintensive Betriebe hat es aufgrund der erhöhten Strom- und Gaspreise stark getroffen. „Es ist nicht immer möglich, diese Kosten sofort auf Dienstleistungen oder Produkte aufzuschlagen“, so Aitzetmüller.
Mitarbeitersuche nach wie vor ein zentrales Thema
Die Suche nach den Fachkräften von morgen ist weiterhin das zentrale Thema. Mit den Berufserlebnistagen und der oö. Job-Week werden hier regelmäßig entsprechende Impulse gesetzt. „Der Fachkräftemangel wird uns in den nächsten Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung weiter massiv beschäftigen“, meint der WKO-Obmann. Mit Produkten wie dem „Service attraktiver Arbeitgeber“ soll hier den Unternehmen entsprechende Unterstützung von Seiten der WKO Kirchdorf im kommenden Jahr angeboten werden.
In so unruhigen Zeiten wie diesen ist das Miteinander besonders wichtig. Dabei spielen in der Region vor allem Kooperationsplattformen eine große Rolle. „Genau diese werden wir weiterhin unterstützen“, betont der WKO-Obmann.
Auswirkungen der Teuerungen noch nicht absehbar
„Die hohen Energiekosten sind noch nicht überall angekommen. Diese enormen Steigerungen werden bei vielen erst im neuen Jahr spürbar“, gibt der WKO-Obmann zu bedenken. Als starker Sachgüter produzierender Standort kann das den Wirtschaftsstandort stärker treffen als andere Regionen. Daher wird es besonders wichtig sein, den Bereich Nachhaltigkeit und Transformation in ökologischere Systeme im Fokus zu halten. Die Verwurzelung der Betriebe sowie das Netzwerken mit und in der Region waren in den letzten Jahren die Erfolgsfaktoren. „Vor allem das gute Miteinander der Leitbetriebe und der Klein- sowie Mittelbetriebe sind Topmerkmale der Wirtschaft in unserer Region“, sagt der WKO-Obmann stolz.
Ausblick auf das neue Jahr
„Die Region und die Betriebe haben immer schon Vorreiterrollen eingenommen. Das hilft vor allem in unruhigen Zeiten“, sagt Aitzetmüller. Die WKO Kirchdorf erwartet zwar noch herausfordernde Zeiten, aber aufgrund der erfolgreichen Schwerpunktsetzungen und der damit stattgefundenen regionalen Prozesse in den letzten Jahrzehnten seien die Aussichten für 2023 im Gesamten gesehen doch positiv. „Vor allem die Gespräche mit den Unternehmen und deren derzeitige Auftragslage, wenn auch diese im Moment eher kurzfristig zu bewerten ist, lässt einen durchaus guten Jahresstart ableiten“, sagt Aitzetmüller.


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