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Kinderbetreuungsatlas: Situation im Bezirk Kirchdorf hat sich kaum verbessert, aber Windischgarsten schafft Sprung nach vorne

Sophie Kepplinger, BA, 12.10.2023 08:46

BEZIRK KIRCHDORF. Das Bildungs- und Betreuungsangebot in Krabbelstuben, Kindergärten und Horten hat sich für berufstätige Eltern gegenüber dem Vorjahr in Oberösterreich kaum verbessert – vor allem im ländlichen Raum. Das zeigt eine aktuelle Erhebung im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich. Im Bezirk Kirchdorf ist die Zahl jener Gemeinden, die vollzeittaugliche Kinderbildungs- und -betreuungsplätze anbieten, im Vergleich zum Vorjahr von sechs auf fünf zurückgegangen.

AK-Präsident Andreas Stangl und Erika Rippatha, Leiterin der Stabsstelle Frauen- und Gleichstellungspolitik der AK Oberösterreich präsentieren den neuen Kinderbetreuungsatlas (Foto: AK OÖ / Wolfgang Spitzbart .)

Mit ihrem Kinderbetreuungsatlas bietet die Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich einen Überblick über das Angebot an Kinderbildung und -betreuung in Oberösterreichs Kindergärten, Krabbelstuben und der Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder, wie zum Beispiel im Hort. Im Auftrag der AK hat das Institut für empirische Sozialforschung (IFES) die entsprechenden Daten erhoben und ausgewertet. Vier Kriterien sind für die Gesamt-Kategorienbildung besonders wichtig, um Eltern eine Vollzeitarbeit zu ermöglichen: der Umfang der täglichen Öffnungszeiten, das Angebot eines Mittagessens, die Sommerbetreuung und die Summe der Schließzeiten im Laufe eines Arbeitsjahres. Zudem wurde das Angebot nach drei Altersgruppen (Unter-Dreijährige, Drei- bis Sechsjährige, Volksschulkinder) aufgeschlüsselt. Gemeinden konnten somit maximal zwölf Kriterien erfüllen.

Nur mehr fünf 1A-Gemeinden im Bezirk Kirchdorf

Gemeinden, die mindestens elf der zwölf definierten Kriterien erfüllen, werden in der Gesamtkategorie als 1A-Gemeinde eingestuft. Diese höchste Einstufung haben im Bezirk Kirchdorf heuer folgende fünf Gemeinden erreicht: Kremsmünster, Micheldorf, Molln, Ried im Traunkreis und Windischgarsten. Der größte Sprung gelang dabei Windischgarsten von C auf 1A durch eine wesentliche Verbesserung der Öffnungszeiten in den Ferien und im gesamten Arbeitsjahr für alle drei abgefragten Altersgruppen.

Bezirk liegt deutlich über dem Oberösterreich-Durchschnitt

21,7 Prozent aller Gemeinden im Bezirk Kirchdorf sind 1A-Gemeinden. Der Bezirk liegt damit deutlich über dem Oberösterreich-Durchschnitt von 18,7 Prozent. Kirchdorf an der Krems, Nußbach, Oberschlierbach und Steinbach am Ziehberg mussten allerdings ihren 1A-Status abgeben. In Kirchdorf an der Krems und in Nußbach haben sich die Öffnungszeiten in den Ferien und über das gesamte Arbeitsjahr verschlechtert. In Oberschlierbach gibt es kein entsprechendes Betreuungsangebot für Unter-Dreijährige und Volksschulkinder – unter anderem, weil bestehende Gemeinde-Kooperationen nicht mehr existieren. In Steinbach am Ziehberg hat sich die Ferienbetreuung für alle Altersgruppen verschlechtert. Daher gibt es über das gesamte Arbeitsjahr mehr Schließzeiten beziehungsweise für die Ferien keine Kooperation mit einer anderen Gemeinde mehr.

Hinterstoder und St. Pankraz in der niedrigsten Kategorie

Sechs der 23 Gemeinden im Bezirk Kirchdorf fallen in die Kategorie A (2022: fünf). Eine Gemeinde wurde als B-Gemeinde eingestuft, fünf als C- (2022: drei) und drei als D-Gemeinde. Zwei Gemeinden im Bezirk Kirchdorf erfüllen weniger als drei der zwölf möglichen Kriterien und fallen damit in die niedrigste Kategorie E (2022: vier). Es handelt sich dabei um Hinterstoder und St. Pankraz.

Nur eine Gemeinde hat ein 1A-Angebot für Unter-Dreijährige

Der Kinderbetreuungsatlas schlüsselt das Angebot auch nach den einzelnen Alterskategorien auf. Im Bezirk Kirchdorf gibt es mit Windischgarsten nur eine Gemeinde, die für Eltern Unter-Dreijähriger vollzeittaugliche Betreuung anbietet.

Acht der 23 Gemeinden im Bezirk erreichten heuer bei den Unter-Dreijährigen die Kategorie A (2022: sieben), zwei erfüllten die Kriterien für die Kategorie B (2022: eine), vier für C (2022: acht) und zwei für die Kategorie D (2022: vier). Fünf Gemeinden (2022: drei) erfüllten nur eines oder überhaupt keines der geforderten Kriterien und mussten in dieser Altersgruppe in die Kategorie E eingestuft werden: Edlbach, Hinterstoder, Oberschlierbach, Roßleithen und Wartberg an der Krems.

Neun Gemeinden mit 1A-Angebot für Drei- bis Sechsjährige

Leichte Verbesserungen gibt es bei der Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen: Neun Gemeinden erfüllen die 1A-Kriterien, das ist um eine mehr als im Vorjahr. Vier Gemeinden befinden sich in der Kategorie A (2022: fünf), eine in B (2022: eine) und sechs in C (2022: fünf). Erfreulich ist, dass sich die Zahl der E-Gemeinden im Bezirk Kirchdorf bei den Drei- bis Sechsjährigen im Vorjahresvergleich auf zwei halbiert hat. 

 Keine Verbesserung in der Nachmittagsbetreuung von Volksschulkindern

Bei der Betreuung der Volksschulkinder zeigen sich keine Verbesserungen. Die Zahl der A-Gemeinden ist um zwei auf fünf gesunken. Ihr Anteil beträgt unterdurchschnittliche 21,7 Prozent (OÖ: 22,2 Prozent). Mehr als ein Drittel der Gemeinden sind der Kategorie C zuzuordnen (2022: 21,7 Prozent). Vier der 23 Gemeinden im Bezirk Kirchdorf gehören der Kategorie D an (2022: sechs). Drei Gemeinden sind in der niedrigste Kategorie E einzureihen (2022: 2).

Als einzige Gemeinde im Bezirk Kirchdorf hat Vorderstoder die Datenweitergabe verweigert.

Die Ergebnisse des AK-Kinderbetreuungsatlas 2023 mit allen Details (Öffnungszeiten, Gemeindekooperationen, Sonderprojekte usw.) für jede einzelne der 438 oberösterreichischen Gemeinden sind auf kba.arbeiterkammer.at einsehbar.

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