Lehrlingsausbilderin Nicole Kleinhagauer: "Es erfüllt mich, junge Menschen bei ihrer beruflichen Entwicklung zu unterstützen"
PETTENBACH. Nicole Kleinhagauer aus Enns ist seit Mai 2022 Lehrlingsausbilderin bei Fronius. Die 30-Jährige arbeitet in der Fertigung in Sattledt und bildet Lehrlinge in den Lehrberufen Mechatronik, Elektronik, Elektrotechnik und Industriekauffrau/-mann aus. Sie ist außerdem ein „MINT Role Model“ und unterstützt in dieser Rolle die Mittelschule Scharnstein. Im Tips-Interview spricht sie über ihre Aufgaben als Ausbilderin und wie man es schafft, dass die Lehrlinge motiviert bleiben.

Tips: Warum haben Sie sich dafür entschieden, Lehrlingsausbilderin zu werden?
Nicole Kleinhagauer: Ich gebe mein Wissen und meine Erfahrung sehr gerne an junge Talente weiter. Es erfüllt mich, junge Menschen bei ihrer beruflichen Entwicklung zu unterstützen und ihnen die Fähigkeiten beizubringen, die sie für eine erfolgreiche Karriere benötigen. Es ist eine lohnende Aufgabe, die die Zukunft der nächsten Generation beeinflusst.
Tips: Welche Aufgaben beinhaltet Ihre Position als Lehrlingsausbilderin?
Kleinhagauer: Ich stelle Übungen und Projekte bereit, damit die Lehrlinge praktische Erfahrungen sammeln können. Außerdem teile ich die Schulungstermine der Lehrlinge in meinem Bereich ein und unterstütze bei jeglichen Fragen und auftretenden Problemen.
Tips: Mit welchen Fragestellungen, Problemen oder Herausforderungen wenden sich die Lehrlinge an Sie?
Kleinhagauer: Ich gebe den Lehrlingen ab und an Nachhilfe, meist kurz vor der Berufsschule, um den Unterrichtsstoff aufzufrischen. Wenn die Lehrlinge ganz neu ins Unternehmen kommen, tauchen auch sehr viele Fragen rund um die Firma und die internen Abläufe auf.
Tips: Wie werden Lehrlinge in Ihrem Unternehmen über die berufliche Ausbildung hinaus gefördert?
Kleinhagauer: Die Lehrlinge können ein Auslandspraktikum im dritten Lehrjahr absolvieren. Außerdem besuchen unsere Future Talents verschiedene Coachings und Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung und um die Gemeinschaft untereinander zu stärken. Nach der Lehrabschlussprüfung wird ein gemeinsamer Ausflug organisiert.
Tips: Wie schafft man es als Ausbilderin, dass die Lehrlinge motiviert bleiben?
Kleinhagauer: Es ist wichtig die Lehrlinge mit Aufgaben zu fordern. Bei mir im Bereich müssen sie beispielsweise ein Projekt fertigen, wofür sie zehn Tage Zeit haben. Hier kommen Löten, mechanische Bearbeitung sowie auch Programmieren ins Spiel.
Tips: Wie wird oder auch sollte sich die Ausbildung von Lehrlingen verändern?
Kleinhagauer: Bei Fronius entsteht aktuell ein neues Ausbildungszentrum, das die Lehrzeit durch die Integration neuer Technologien und Lehrmethoden auf Dauer noch effektiver und ansprechender macht. Die Ausbildung sollte sich stets an den sich verändernden Anforderungen innerhalb der Arbeitswelt ausrichten, Stichwort: Digitalisierung. Da sind wir auf einem guten Weg.
Tips: Welche Tipps geben Sie jungen Erwachsenen, die überlegen, eine Lehre zu starten?
Kleinhagauer: Ich empfehle jungen Erwachsenen sich gut über die verschiedenen Lehrberufe zu informieren, beispielsweise auf Berufsmessen oder bei einem Schnuppertag in einer Firma beziehungsweise einem Bereich. Es gibt in Österreich sehr gute Lehrmodelle wie die KTLA, die Duale Akademie oder die Lehre mit Matura. Mit einer Lehre hat man eine super Kombination aus Theorie und Praxis.


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