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Weniger Jugendliche und viele Pensionsantritte: Demografische Entwicklung im Bezirk Kirchdorf bringt Ungleichgewicht am Arbeitsmarkt

Sophie Kepplinger, BA, 30.01.2024 19:33

BEZIRK KIRCHDORF. Die demografische Entwicklung im Bezirk Kirchdorf – weniger Jugendliche und viele Pensionsantritte – verspricht in den nächsten Jahren einen Wandel am Arbeitsmarkt. Dabei suchen Ausbildungsbetriebe schon jetzt händeringend nach Lehrlingen. Jugendliche für diesen Ausbildungsweg zu begeistern – so lautet das Gebot der Stunde.

Jugendliche für eine Lehre zu begeistern – so lautet das Gebot der Stunde. Potenzielle „Fachkräfte von morgen“ gibt es durch die demografische Entwicklung in den nächsten Jahren immer weniger. (Foto: jackfrog/stock.adobe.com)

Die Unternehmen im Bezirk Kirchdorf brauchen pro Jahr etwa 350 Jugendliche, die mit einer Lehre in die Berufslaufbahn starten. Doch die Entwicklung der Zahlen der 15-Jährigen bereitet Kopfzerbrechen: Im Jahresvergleich schwankt die Zahl der 15-Jährigen im Bezirk Kirchdorf um bis zu 60 Jugendliche. So wird etwa die Anzahl der Jugendlichen des Jahres 2025 mit 636 15-Jährigen im Jahr 2030 auf 576 Jugendliche sinken. Diese Entwicklung hat massive Auswirkungen auf die Ausbildungsbetriebe in den jeweiligen Jahren. „Vor allem muss immer das Ausscheiden der sogenannten Babyboomer aus dem Erwerbsleben gegenübergestellt werden“, betont Klaus Aitzetmüller, Obmann der WKO Kirchdorf. Es müsse klar sein, dass diesbezüglich ein Ungleichgewicht entstehen werde, weil wesentlich mehr Menschen aus dem Arbeitsprozess ausscheiden als nachkommen werden.

Unverzichtbare Rolle von Lehrlingen in der Region

In einem Wirtschaftsstandort, wie der Bezirk Kirchdorf einer ist, weniger Lehrlinge ausbilden zu können, werde negative Auswirkungen haben. Dieser müsse man sich, so Aitzetmüller, noch viel stärker bewusst werden. „Egal ob im Handwerksbereich, in der Sachgüterproduktion, im Handel oder in der Gastronomie: Die Lehrlinge sind die Fachkräfte von morgen. Sie sichern mit ihrer Ausbildung viele weitere Jobs.“ Denn die Sachgüterproduktion oder auch Service-Dienstleistungen seien die Basis vieler weiterer Berufe. „Können wir die Mitarbeiter für die starke Sachgüterproduktion und für das Handwerk nicht sichern, wird das auch Folgen für nachgelagerte Ebenen haben“, so Aitzetmüller.

Lehre als wichtige Basis für die Lebensqualität vor Ort

„Berufe wie Elektriker, Bäcker, Köche, Installateure, Holzbauer und viele mehr sind für unser tägliches Leben unverzichtbar“, bringt es der WKO-Obmann auf den Punkt. Darum gelte es, auf diesen wichtigen Zukunftsfaktor aufmerksam zu machen und mehr Menschen für den Lehrberuf zu begeistern. Die Lehre und damit die Lehrlinge brauchen jetzt noch mehr denn je eine ehrliche Wertschätzung vonseiten der Öffentlichkeit, zeigen sich die Vertreter der Wirtschaftskammer überzeugt: „Wichtig wird sein, dass es uns gelingt, dass die Bevölkerung im Denken und im Bewusstsein die Lehre mit schulischen Ausbildungen gleichwertig setzt“, so Siegfried Pramhas, Bezirksstellenleiter der WKO Kirchdorf.

Blick in die Lehrlingsbilanz 2023
2023 befanden sich 870 Jugendliche in einem Lehrverhältnis
Im Bezirk Kirchdorf bilden 243 Betriebe Lehrlinge aus
2023 legten 269 Jugendliche eine Lehrabschlussprüfungen ab, davon 51 mit Auszeichnung, 58 mit gutem Erfolg, 97 bestanden, 63 nicht bestanden
Top-10 der beliebtesten Lehrberufe im Bezirk Kirchdorf:
1. Metalltechnik
2. Elektrotechnik
3. Mechatronik
4. Einzelhandel
5. Kraftfahrzeugtechnik
6. Installations- und Gebäudetechnik
7. Bürokaufmann/Bürokauffrau
8. Prozesstechnik
9. Kunststofftechnologie
10. Tischlereitechnik – Schwerpunkt Produktion

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