Emily Hiesmayr von der Sozialistischen Jugend Kirchdorf: "Wir lassen uns nicht an den Haushalt ketten"
KIRCHDORF AN DER KREMS. Die Sozialistische Jugend Kirchdorf veranstaltete eine Aktion in Kirchdorf, um auf veraltete Rollenbilder aufmerksam zu machen.

„Arbeiten gehen, Kinder betreuen, den Haushalt machen, für Verwandte und Freunde da sein: Trotz vieler Entwicklungen in den vergangenen Jahren sieht der Alltag für abertausende Frauen in Österreich immer noch genauso aus. Wer glaubt, dass in Österreich Haushalts- und Care-Arbeit mittlerweile gleich zwischen den Geschlechtern verteilt ist, glaubt vermutlich auch ans Christkind“, sagt Emily Hiesmayr, Aktivistin der Sozialistischen Jugend (SJ) Kirchdorf und beruft sich auf eine Studie: „Erst vor Kurzem hat eine neue Zeitverwendungsstudie der Statistik Austria gezeigt, dass Frauen nicht nur den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit erledigen, sondern aufgrund beruflicher Verpflichtungen insgesamt deutlich länger arbeiten als Männer. Dieser Umstand ist im Jahre 2024 nicht länger hinnehmbar – wir lassen uns sicher nicht an den Haushalt ketten“.
Junge Frauen ketteten sich symbolisch an Gegenstände
Bei der Aktion in der Stadt Kirchdorf waren mehrere Aktivistinnen der SJ zu sehen, die symbolisch an Gegenstände wie Bügelbrett, Kochlöffel und so weiter gekettet waren. Hiesmayr weist hier auf die doppelte Belastung von Frauen hin: „Neben der Care- und Reproduktionsarbeit kommt für die allermeisten Frauen natürlich auch die Erwerbsarbeit hinzu. Das führt dazu, dass viele Frauen nur Teilzeitstellen annehmen können, was sich wiederum auf die Pensionen auswirkt und zu erhöhter Altersarmut bei Frauen führt“, erklärt Hiesmayr: „Die in Österreich lebenden Frauen haben sich eine Regierung verdient, die ihre Anliegen ernst nimmt.“


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