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Schlierbach zieht Bilanz: Mit Ehrlichkeit, Durchsetzungsvermögen und Ausdauer seit 100 Tagen im Amt

Maya Lauren Matschek, 13.02.2026 15:10

SCHLIERBACH. Hundert Tage im Amt – das ist noch keine lange Zeit, aber genug, um erste Akzente zu setzen. Beim Pressegespräch in Schlierbach ziehen Bürgermeister Mario Pramberger, Vizebürgermeisterin Anita Kalchmayr (beide ÖVP) und die neue Amtsleiterin Katharina Koppler eine erste, positive Bilanz.

Vizebürgermeisterin Anita Kalchmayr, Bürgermeister Mario Pramberger (beide ÖVP) und die neue Amtsleiterin Katharina Koppler (v. l.) sind heute genau 100 Tage im Amt. (Foto: Helmut Dietmaier)

„Ehrlichkeit, Durchsetzungsvermögen und Ausdauer“, nennt Koppler jene drei Eigenschaften, die ihrer Meinung nach in ihrer Position besonders wichtig sind. Die 24-Jährige stammt aus Roßleithen, hat in Linz Jus studiert und neben dem Studium in einer Rechtsanwaltskanzlei gearbeitet. Seit Anfang November ist sie Amtsleiterin – und damit für rund 40 Mitarbeiter verantwortlich.

Große Themen, viele Entscheidungen

Für Bürgermeister Pramberger waren die ersten Monate intensiver als erwartet. „Von Vizebürgermeister zu Bürgermeister ist doch ein großer Schritt. Das Tagesgeschäft habe ich unterschätzt – Bürgermeister sein ist eine fordernde Managementaufgabe“, sagt er offen. Besonders herausfordernd sei die Vielzahl an Themen und die Komplexität der Entscheidungen.

Sein Zugang: „Man muss immer drei Dinge abwägen – das Finanzielle, das Rechtliche und das Gemeinschaftliche. Aber das Wichtigste ist, überhaupt eine Entscheidung zu treffen.“ Und diese treffe er stets mit Blick auf das Allgemeinwohl.

Leopoldimarkt als gelungener Einstand

Gleich zu Beginn seiner Amtszeit suchte Pramberger den direkten Kontakt: Besuche in Bibliothek, Volksschule und bei Vereinen standen am Programm. Der Leopoldimarkt sei für ihn ein gelungener Start gewesen: „Zehn Tage nach meiner offiziellen Amtsübernahme war das eine gute Gelegenheit, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen.“ Auch mit seiner Vorgängerin Katharina Seebacher ist er weiterhin im Austausch, einige Projekte werden noch gemeinsam abgeschlossen.

Vom Parkplatz bis zur Brücke

Inhaltlich stehen bereits konkrete Projekte an. Koppler nennt als nächstes Vorhaben den Bau eines Schotterparkplatzes bei der Sportunion Schlierbach. Aktuell wird noch ein Bauherr gesucht, Baustart soll im Frühjahr oder Sommer 2026 erfolgen. Ebenfalls auf der Agenda: der Abriss und Neubau der Blumau-Brücke. Rund 400.000 Euro brutto soll das Projekt kosten, die Finanzierung wird derzeit finalisiert.

Ein echtes Langzeitprojekt ist die Sanierung der Volksschule. Die Ausschreibungsphase wird vorbereitet, doch bis zum Baustart wird es laut Pramberger noch mindestens zwei Jahre dauern. Sein Wunschziel: 2028. „Schaut ja immer noch gleich aus wie in unseren Schulzeiten“, meint er schmunzelnd mit Blick Richtung Kalchmayr.

Leerstand, Bahnhof und neue Formate

Auch die Wiederbelebung von Leerständen beschäftigt das neue Führungsteam. Kalchmayr nennt hier besonders den Bahnhof: „Dafür wird noch eine Weiternutzungsmöglichkeit gesucht.“ Generell wolle man vorhandene Räume wieder stärker aktivieren.

Sag's dem Bürgermeister startet im März

Ein zentrales neues Projekt heißt „Sag’s dem Bürgermeister“. Das Format soll den direkten Austausch mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen ermöglichen – nicht als Beschwerdeplattform, sondern als gemeinsamer Ideenspace. „Es soll nicht ums Sudern gehen, sondern darum, Lösungen zu entwickeln“, betont Pramberger.

Los geht es am 25. März mit der Jugend. Alle 16- bis 20-Jährigen erhalten eine persönliche Einladung. „Alleine das sind über 300 Adressen – ich freue mich auf einen bunten Austausch“, sagt der Ortschef. In weiterer Folge sollen dann auch andere Zielgruppen wie Eltern, Pensionisten, Bildungspersonal und Vereine eingebunden werden. Drei Termine pro Jahr sind geplant.

Herzliche Gesten und neue Begegnungen

Kalchmayr sieht ihre Rolle vor allem im Menschlichen: „Ich verleihe Projekten gerne eine herzliche Note.“ So sollen auch die persönlichen Geburtstagsgratulationen weitergeführt werden – allerdings in neuer Form. Statt Hausbesuchen sind künftig quartalsweise Feiern geplant, etwa im Panorama des Stifts, mit Sekt, Kaffee und Kuchen. „Das ist geselliger und schafft neue Begegnungen“, so Kalchmayr.

Ein weiteres Anliegen ist die Integration von Zugezogenen. Geplant sind Treffen mit Gemeindemitarbeitern, Betrieben und Vereinen, um Neuankömmlinge schneller mit der Region zu vernetzen – eine Idee, die auch gut zum neuen Dialogformat „Sag’s dem Bürgermeister“ passt.

Mario Pramberger trat sein Bürgermeisteramt offiziell am 5. November 2025 an.


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