"Talk mit Reini" diesmal mit Gesundheitsformat in der Schön
MICHELDORF. Wie gut funktioniert die Gesundheitsversorgung in Österreich tatsächlich – und kommen politische Maßnahmen auch bei den Menschen an? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Gesundheitstalks, zu dem Nationalratsabgeordneter Reinhold Binder nach Micheldorf eingeladen hatte.

Als Diskussionsgäste begrüßte Binder die Vorsitzende der Konferenz der Sozialversicherungsträger, Claudia Neumayer-Stickler, sowie die Ärztliche Direktorin des AKH Wien, Gabriela Kornek. Gemeinsam beleuchteten sie den aktuellen Stand des österreichischen Gesundheitssystems sowie bestehende Herausforderungen.
Gesundheit darf keine Frage des Einkommens sein
Binder betonte eingangs die soziale Dimension der Gesundheitsversorgung: „Wenn jemand krank ist, muss er schnell Hilfe bekommen – unabhängig vom Einkommen. Gesundheit darf keine Frage des Geldes sein.“
Fortschritte bei Versorgung und Digitalisierung
Neumayer-Stickler verwies auf konkrete Fortschritte der vergangenen Jahre. So seien österreichweit rund 60 neue Primärversorgungseinheiten geschaffen worden. Zudem sei das kostenlose Impfangebot deutlich ausgeweitet und die Rezeptgebührenobergrenze auf 1,5 Prozent des Nettoeinkommens gesenkt worden. Auch digitale Lösungen wie das E-Rezept und die Weiterentwicklung der e-card würden den Zugang zu medizinischen Leistungen erleichtern. „Unser Auftrag ist es, allen Menschen eine verlässliche, solidarische und niederschwellige Versorgung zu sichern“, so Neumayer-Stickler.
Breite Themenpalette im Parlament
Neben gesundheitspolitischen Themen sprach Binder auch über aktuelle Vorhaben und Beschlüsse auf parlamentarischer Ebene. Dazu zählen unter anderem neue Verkehrsregeln für E-Scooter, Maßnahmen gegen sogenannte „Mogelpackungen“, die Spritpreisbremse sowie Initiativen zur Bekämpfung von Gewalt an Frauen. Auch die Erhöhung der Frauenquote in Aufsichtsräten auf 40 Prozent wurde angesprochen.
Wirtschaftliche Lage bleibt angespannt
Kritisch wurde hingegen die wirtschaftliche Entwicklung diskutiert. Steigende Arbeitslosenzahlen sowie die Auswirkungen geopolitischer Krisen würden weiterhin großen Druck auf Gesellschaft und Politik ausüben.
Einigkeit herrschte unter den Diskutierenden darin, dass es trotz erkennbarer Fortschritte noch erheblichen Handlungsbedarf gibt. Insbesondere die Sicherstellung einer flächendeckenden medizinischen Versorgung sowie die wirtschaftliche Stabilität bleiben zentrale Herausforderungen für die kommenden Jahre.


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