Bezirk Kirchdorf: Gastronomie als Stärke der Region
BEZIRK. Gastronomie ist ein wesentlicher Faktor für die Lebens- und Wirtschaftsstandortqualität im Bezirk Kirchdorf. Die Wirtschaftskammer (WKO) hebt die Bedeutung der Betriebe für Bevölkerung, Unternehmen und auch Tourismus hervor.

Die Gastronomie spielt eine zentrale Rolle für eine attraktive Wohn- und Arbeitswelt. Die Betriebe stellen eine wichtige Infrastruktur für Bevölkerung, Gäste und Unternehmen dar. Im Bezirk Kirchdorf gibt es mehr als 370 Gastronomieberechtigungen.
Entsprechende Speisenauswahl ohne Voranmeldung
Schaut man sich aber an, in welchen Betrieben ohne Voranmeldung eine entsprechende Speisenauswahl angeboten wird, ergibt sich ein anderes Bild: Laut Zählung und Analyse der Wirtschaftskammer Bezirksstelle Kirchdorf gibt es derzeit 37 klassische Gasthäuser, zehn Gasthöfe (mit Zimmern), 18 Restaurants und etwa fünf Hotels.
Alle diese Betriebe bieten die Möglichkeit, mittags oder abends ohne Voranmeldung zu essen.
Gastrobetriebe als „wichtige Ankerpunkte“
„Diese Gastrobetriebe sind für das Leben in der Region wichtige Ankerpunkte. Sie sind Treffpunkt für Familien, Vereine und Freundeskreise und damit unverzichtbar für eine hohe Lebensqualität“, betont WKO-Bezirksobfrau Doris Staudinger.
Die Gastronomie habe sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Vor allem kleinere Betriebe im Fast-Food-Bereich hätten zugenommen, während Nachtgastro-betriebe weniger geworden seien.
„Für den Wirtschaftsstandort spielt jedoch eine vielfältige Gastronomie eine entscheidende Rolle. Viele Geschäftskunden aus dem In- und Ausland kommen zu Besprechungen in die Region“, so Staudinger.
„Regionale Lebensqualität“
Die klassische Gastronomie bleibe ein wichtiger Bestandteil der regionalen Lebensqualität. Ziel sei es, diese Struktur möglichst zu erhalten.
Elf Betriebe in der Kategorie Gasthäuser und Restaurants bieten im Bezirk laut Wirtschaftskammer ausschließlich regionale Speisen an, zudem sorgen 13 Kaffee-Konditoreien für ein entsprechendes Angebot. Insgesamt sind 27 Betriebe zusätzlich der Kategorie Hotels zuzuordnen. Ergänzt wird das Angebot durch fünf Bars und etwa acht Betriebe im Bereich Bar-Café.
Gastronomie und Tourismus
Der Tourismus trägt wesentlich zur Stabilität im Wirtschaftsstandort „Bezirk Kirchdorf“ bei. „Für Nächtigungs- und Tagesgäste ist eine gut funktionierende Gastronomie unverzichtbar“, betont Staudinger.
Wirtschaftskammer unterstützt
Die WKO Kirchdorf stellt der Bezirksobfrau zufolge die Bedeutung der Gastronomiebetriebe für das Leben in der Region und den Wirtschaftsstandort immer wieder in den Vordergrund: „Aktiv wird versucht, in Nachfolgefragen zu unterstützen. Die Nachfolgerechtsberatung wird in der Region zweimal jährlich abgehalten.“
Auch in Sachen Mitarbeiterausbildung werde mit „Get a Job“ bereits in fast allen Mittelschulen des Bezirks in Form von Workshops für touristische Berufe geworben.
Zudem werde die Bildung von Wirtekooperationen generell unterstützt beziehungsweise initiiert. So sei den „Kremsmünster Gaumenfreunden“ bei der Gründung unter die Arme gegriffen worden. Sie feiern heuer ihr zehnjähriges Jubiläum. Mit regionalen Treffen werde immer wieder versucht, die Betriebe noch besser zu vernetzen.
Staudinger: „Besonders erfreulich ist, dass im letzten Jahr drei sehr junge Gastronomen einen Betrieb übernommen beziehungsweise neu gestartet haben. Auch heuer sind bereits zwei Lokalitäten eröffnet worden.“
Blick nach Micheldorf
Stephan Sams ist mit seinem Gasthaus zum Schwarzen Grafen in Micheldorf seit vielen Jahren in der Gastronomie tätig.
Für ihn spielt Regionalität eine wichtige Rolle: „Kennzeichnungspflicht der Lebensmittel, woher sie stammen, ist ja beispielsweise nach wie vor ein Thema – obwohl ich von der 'Pflicht' nicht allzu viel halte! Es sollte selbstverständlich sein, seine Produkte dem Gast auf gewisse Weise zu präsentieren und die Informationen über Herkunft und Regionalität weiterzugeben!“
Wichtig sei auch der Kontakt zu regionalen Lieferanten, der meist freundschaftlich über die Jahre gewachsen sei: „Bei vielen Bauern kennt man die familiären Verhältnisse und so schätzt man sich gegenseitig“, erklärt Sams.
Die Gäste seines Betriebs würden besonders die traditionelle und eben auch regionale Küche schätzen. „Da wird sehr viel Wert drauf gelegt – gerade die Gäste aus den Großstädten kennen, ohne dies negativ zu wertschätzen, kaum noch Gasthäuser, da Kebab, Pizza & Co. dort stetig am Wachsen sind.“
Herausforderungen
Die Herausforderungen in der Gastronomie hätten sich für Sams in den vergangen fünf bis zehn Jahren „kaum geändert“: „Personalsuche, Vorschriften und Energiekosten sind sicherlich für jeden Betrieb in der Region weiterhin eine Herausforderung. Aber wenn man gute Qualität bietet, wird dies vom Gast dementsprechend geschätzt und auch ein gewisser Preis für das regionale Angebot bezahlt“, so Sams, der aktuell in seinem Betrieb im Bezirk Kirchdorf sechs Mitarbeiter beschäftigt.
Der Blick in die Zukunft gestaltet sich für den Micheldorfer Gastronomen schwierig, aber: „Positiv denkend bin ich der Meinung, dass die Betriebe im Bezirk, die bislang gut gearbeitet haben, wohl auch in der Zukunft noch weiterhin Bestand haben werden!“


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