Schule trifft Wirtschaft: Dialog über Zukunft, Ausbildung und Generation Alpha an der WKO Kirchdorf
KIRCHDORF. Pädagogen und Ausbildungsbetriebe diskutierten in der Wirtschaftskammer (WKO) Kirchdorf über die Jugendlichen von morgen und die Herausforderungen der Fachkräfteausbildung.

Wenn Schule und Wirtschaft aufeinandertreffen, steht vor allem eines im Zentrum: die Zukunft junger Menschen in der Region. Unter diesem Leitgedanken lud die WKO Kirchdorf kürzlich zum jährlichen Austausch zwischen Pädagoginnen, Pädagogen sowie Ausbildungsverantwortlichen aus der Wirtschaft.
Das Format hat sich längst als wichtige Plattform etabliert, um den Dialog zwischen Bildungseinrichtungen und Betrieben zu stärken und das gegenseitige Verständnis zu vertiefen. „Dieser Austausch ist entscheidend, um zu erfahren, welche Herausforderungen aktuell sowohl in Schulen als auch in den Betrieben bewältigt werden müssen“, betonte WKO-Obfrau Doris Staudinger. Nur durch eine enge Zusammenarbeit könne die Ausbildungsqualität in der Region langfristig gesichert werden.
Ein zentrales Thema des Treffens war der Übergang junger Menschen von der Schule in die Berufsausbildung – ein bedeutender Lebensabschnitt, der für viele Jugendliche mit neuen Anforderungen und Entscheidungen verbunden ist.
Einblicke in die „Generation Alpha“
Neben dem Netzwerken stand die fachliche Weiterbildung im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die Schulpsychologin Christina Gaddy gab in ihrem Vortrag „Future Talents – die Generation Alpha führen und begeistern“ fundierte Einblicke in die Lebenswelt der heutigen Jugendlichen.
Sie zeigte auf, wie sich gesellschaftliche, digitale und familiäre Rahmenbedingungen auf die Entwicklung der jungen Generation auswirken und welche Faktoren für Pädagoginnen, Pädagogen und Ausbildungsverantwortliche besonders relevant sind. Ziel sei es, Jugendliche besser zu verstehen, sie gezielt zu fördern und für berufliche Wege zu motivieren.
Demografische Entwicklung und Bedeutung der Lehre
Auch die demografische Entwicklung in der Region wurde thematisiert. In den kommenden Jahren schwankt die Zahl der 15-Jährigen laut Prognosen zwischen 567 und 640 Jugendlichen. Gleichzeitig entscheidet sich ein großer Teil für weiterführende Schulen.
Umso wichtiger sei es, die Lehrausbildung als attraktive und zukunftssichere Option sichtbar zu machen, hieß es seitens der WKO. „Unsere Betriebe brauchen mehr Jugendliche, die sich für eine Lehre entscheiden. Es geht dabei um die langfristige Lebensqualität in der Region – und dafür ist eine ausreichende Zahl qualifizierter Lehrlinge das Fundament.“
Künstliche Intelligenz verändert Ausbildungsberufe
Ein weiterer Schwerpunkt war der Blick auf technologische Entwicklungen, insbesondere die Künstliche Intelligenz. Diese werde in den kommenden Jahren auch die Arbeitswelt und Ausbildung verändern, insbesondere im handwerklichen Bereich. Viele Tätigkeiten seien jedoch nur bedingt automatisierbar, wodurch gerade praxisnahe Lehrberufe an Bedeutung gewinnen könnten.
Der Austausch endete mit intensiven Diskussionen und klarer Botschaft: Nur durch gemeinsames Verständnis und enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft kann es gelingen, die Fachkräfte von morgen erfolgreich auszubilden und die regionale Zukunft zu sichern.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden