„Wir stehen an“ – auch künftig keine 50er-Beschränkung in Klein Pöchlarn
Seit Jahren kämpft die Gemeinde um eine 50 km/h-Geschwindigkeitsbeschränkung auf der B3 im Ortsgebiet. Dieser Kampf scheint nun endgültig verloren zu sein.

„Die Anrainer stehen aufgrund des starken Verkehrs auf der B3 seit Jahren unter einem großen Leidensdruck“, erzählt Bürgermeister Johannes Weiß (SPÖ), der sich für eine 50 km/h-Beschränkung stark gemacht hatte. Seit der Eröffnung der Donaubrücke Pöchlarn im Jahr 2003 hat sich das Verkehrsaufkommen verdoppelt – rund 10.000 Autos durchfahren Klein Pöchlarn täglich. Im Sommer des Vorjahres versuchten die Anrainer, mit einer Unterschriftenaktion auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Das Land Niederösterreich erstellte daraufhin ein Gutachten, das dem Wunsch nach einer niedrigeren Durchfahrtsgeschwindigkeit eine Absage erteilte. Ein von der Gemeinde in Auftrag gegebenes Gegengutachten, das feststellte, dass die Lärmemission an der B3 den Grenzwert überschreitet und diese durch niedrigere Fahrtempos reduziert werden kann, brachte nicht den gewünschten Erfolg. Der Antrag wurde vom Land Niederösterreich in diesem Sommer erneut abgelehnt. „Lärmbelästigung ist laut Gesetz kein Parameter für eine Geschwindigkeitsbegrenzung“, erklärt Weiß, der damit seine Mittel ausgeschöpft sieht. Den Anwohnern stehen lediglich Fördergelder für Lärmschutzfenster zu. „Das Land und die Behörden sind verständlicherweise an einem zügigen Verkehrsfluss interessiert. Nichtsdestotrotz bleibt für mich das subjektive Gefühl einer Ungleichbehandlung, da es in anderen Gemeinden mit ähnlichen örtlichen Gegebenheiten eine 50 km/h-Beschränkung gibt“, so Weiß, der nach dem für ihn und die Gemeinde ernüchternden Ergebnis festhält: „Wir stehen an.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden