„Es hat sich vieles zum Positiven verändert“: Heimleiter Georg Hofer nimmt nach 30 Jahren Abschied
KLEINZELL. In Doppelbesetzung wird zur Zeit das Altenheim Kleinzell geführt. Aber nur mehr kurze Zeit: Mit Ende Juni geht Georg Hofer nach 30 Jahren als Heimleiter in Pension. Gestern wurde er offiziell verabschiedet und gleichzeitig Brigitte Pfaller als seine Nachfolgerin vorgestellt.

Wohnen mit liebevoller Betreuung zu ermöglichen, war stets das Ziel von Georg Hofer, der das Bezirksaltenheim Gneisenau (so hieß es damals) im August 1986 übernommen hat. In einer nicht einfachen Zeit, wie Bezirkshauptfrau und Sozialhilfeverbands-Obfrau Wilbirg Mitterlehner betonte. „Das Haus wurde in mehreren, sehr komplizierten und umfangreichen Bauphasen komplett saniert und erweitert. Und heute ist es eigentlich das schönste Altenheim dank der gelungenen Symbiose vom ehemaligen Schloss Gneisenau und dem Neubau“, ist Mitterlehner überzeugt. Hofer habe sich in seiner fast 30-jährigen Zeit als Heimleiter so viele Verdienste erworben, dass man diese gar nicht aufzählen könne, lobte sie auch seine Hartnäckigkeit, Ausdauer und Weitblick. „Das Haus hat einen gewaltigen Aufschwung erlebt und das hervorragende Ansehen, das es jetzt genießt, ist eng mit der Persönlichkeit von Georg Hofer verbunden.“
Generation ist Wohlstand zu verdanken
Bei seinem kurzen Rückblick konnte der scheidende Heimleiter nur bestätigten: „Es hat sich sehr viel positiv entwickelt.“ Herausfordernde Bauphasen und zwei Hochwasser-Schäden liegen hinter ihm. Zu seinen Anfangszeiten waren die großteils rüstigen Bewohner in Zwei- oder Mehrbett-Zimmern untergebracht, ohne Dusche und WC in den Zimmern. Auch die Barrierefreiheit folgte erst einige Jahre später. Hofer sah es als Pflicht an, den Senioren eine gute Wohnmöglichkeit und Betreuung zu bieten: „Diese Generation hat unseren Wohlstand aufgebaut. Sie sind nicht davongelaufen, obwohl die Menschen damals nichts hatten“, rief er den vielen Gästen in Erinnerung. Heute leben noch fünf Menschen im Heim, die auch schon vor 30 Jahren hier wohnten. Generell wird die Verweildauer kürzer.
Erfolgreich arbeiten konnte der Heimleiter aber nur, weil motivierte, fleißige Mitarbeiter hinter ihm standen, ergänzte er: „Es wird hier vorbildliche Arbeit geleistet – vieles davon auch freiwillig und unentgeltlich.“ 1986 waren übrigens 22 Mitarbeiter beschäftigt, heute sind es 105.
Guten Geist weiterführen
Die „spürbar positive Atmosphäre“ hat auch Brigitte Pfaller von Anfang an beeindruckt. Sie steht seit Anfang Mai an Hofers Seite und wird mit Juli die Heimleitung übernehmen. Ziel der gebürtigen Helfenbergerin ist es, die „Aufgaben gemeinsam bestmöglich zur Zufriedenheit der Bewohner, der Mitarbeiter und des Trägervereins zu erledigen.“ Pfaller setzte sich gegen viele Mitbewerber durch. Die Mutter von zwei Söhnen hat nach ihrer Tätigkeit in der pro mente-Einrichtung Stabil das FH-Studium für Sozial- und Verwaltungsmanagement abgeschlossen, 2014 folgte die Heimleiterausbildung und weitere Tätigkeiten in diesem Bereich. Mit der jetzigen Position kehrt Brigitte Pfaller in ihren Heimatbezirk zurück.


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