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KOPFING. Nach seinem Erstlingswerk „Flügge“ widmete sich Josef Wasner aus Kopfing die letzten drei Jahre einem neuen Stoff. Entstanden ist so eine literarisch-historische Reise vom Sauwald bis zum Wienerwald mit dem Titel „Abgehoben – Begegnungen mit Höhenfliegern und Bruchpiloten“. Im Tips-Interview spricht Wasner über sein zweites Buch und darüber, welche Geschichten er noch erzählen möchte.

Josef Wasner präsentiert am 10. Dezember sein zweites Buch. Foto: privat
Josef Wasner präsentiert am 10. Dezember sein zweites Buch. Foto: privat

Tips: Warum haben Sie für Ihr zweites Werk den Titel „Abgehoben“ gewählt?

Josef Wasner: Abgehoben suggeriert Flugzeug und Fliegen. Dieser Ein-Wort-Titel diente mir aber eher als Metapher für Begegnungen mit Menschen, wenngleich auch von echten Piloten die Rede sein soll. Ich habe mir vorgenommen, dass die Buchtitel immer nur aus einem Wort bestehen und auf irgendeiner Weise mit dem Fliegen zu tun haben, quasi als selbst auferlegtes Markenzeichen oder als Roter Faden, wenn Sie so wollen.

Tips: Wie ist es generell dazu gekommen, dass Sie unter die Schriftsteller gegangen sind?

Wasner: Das Wort Schriftsteller klingt – für mich angewendet – ein wenig abgehoben. Schreiben ist Handwerk, dem ich als Hobby gerne nachgehe. Es ist wie Lesen, einfach abenteuerlich. Nicht einmal ist mir passiert, dass jemand sagte: „Ich könnte ein Buch darüber schreiben“. Außerdem: Den Weg von einer Idee zum fertigen Produkt zu beschreiten, ist meist interessant, ab und zu mühevoll, ein Wechselspiel zwischen kalt und warm. Diese Herausforderung nahm ich an.

Tips: In Ihren Werken erinnern Sie sich an eigene Erlebnisse und Erfahrungen: Würden Sie Ihre Bücher als „Biographie“ bezeichnen?

Wasner: „Gar nicht von sich reden ist eine sehr vornehme Art der Heuchelei“ wusste schon Friedrich Nietsche. Und ich nehme mir das zu Herzen. Auf alle Fälle fließt ständig Autobiographisches in die Kapitel ein. Gleichaltrige sollen sich in meinen Schilderungen wiederfinden und sich mit ihnen identifizieren können.

Tips: Welche Geschichten möchten Sie noch erzählen?

Wasner: Meine Intention ist stets das Unterhalten. Kann ich der Leserin, dem Leser ab und zu ein Schmunzeln oder einen Lacher entlocken, freut es mich. Bei meinen Geschichten ist mir wichtig, dass auch sogenannte einfache Leute, zu denen auch ich mich zähle, zu Wort kommen. Mein mittelfristiges Vorhaben ist das Sammeln von humorvollen Episoden, erlebt, erfahren oder erhört von Mitbürgern aus der engeren Heimat. Die möchte ich gerne zu Papier bringen. Und ich kann dabei wieder Kontakte zu Menschen pflegen und Begegnungen sammeln.

„Abgehoben“ von Josef Wasner:

Einer der Schulfreunde des Erzählers wandert nach seiner Matura in die Stadt Baden bei Wien aus. Der Ich-Erzähler des Werkes besucht ihn in unregelmäßigen Abständen und verliebt sich in die Kultur und den Menschenschlag des Nachbarbundeslandes Niederösterreich, speziell in den des Wienerwalds und der Thermenregion. Im Teil I der Erzählung erinnert sich der Autor nach 35 Jahren an den Beginn dieser Beziehung und begibt sich in Begleitung des Lesers vom Heimatort – auf Umwegen – auf die A1 auf Reisen, dort und da Station machend. Diese Reise führt zu historischen und geheimnisumwobenen Plätzen, Textstellen verschiedener Literaten begleiten dabei die Leser. Im Mittelpunkt der Erzählung steht der Mensch, oder besser gesagt, die Menschlichkeit. Parallel zur Reise begegnen dem Autor verschiedene Charaktere. Ein Blick in die Biographien von Zeitgenossen verraten sowohl bei prominenten als auch bei einfachen Menschen ähnliche Grundbedürfnisse und Erwartungen vom Leben. Manchen von ihnen gelingt ein Höhenflug, andere wieder stürzen ab. Auch die Geschichten echter Flieger werden dabei aufgezeigt. Wenn etwas prägend ist, dann der eigene, individuelle Werdegang, die Historie eines Menschen. So gräbt der Erzähler zwischendurch auch mal in seiner eigenen.

Der Fortsetzungsband mit demselben Titel und dem Schwerpunkt „Aufenthalt in Baden und seiner Umgebung“ ist für April 2019 geplant.

Buchpräsentation

Montag, 10. Dezember, 19 Uhr im Gasthaus Kramer (Saal klein) in Kooperation mit dem Kulturausschuss der Marktgemeinde Kopfing


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