Pokémon-Tierchen erobern Krems: Pikachu und Co lauern überall
Bezirk. Während man früher auf dem Gehsteig Hans, Franz, Elfriede und Rosi traf, begegnen einem heute Habitak, Rattfratz, Hornliu und viele mehr. Die Rede ist von Pokémon, die nun via der Spiele-App Pokémon Go auch in Krems Einzug gehalten haben. Tips versuchte sich im – sehr unterhaltsamen – Selbsttest.

Mittwochmorgen, es geht auf zur großen Pokémon-Jagd. Noch schnell die App heruntergeladen und raus bei der Redaktionstür am Steinertor. Und da steht schon das erste Ungeheuer. Denn beim Brauhof wartet das wilde Rattfratz auf mich. Zackbumm! Zwei Versuche brauche ich im Pokéball-Werfen und dann gehört das rattenähnliche Tierchen schon mir. Mein Kollege und ich jubeln. Dann marschieren wir weiter. Durch den Zugriff auf das GPS-System des Smartphones haben wir alles im Blick. Richtung Stadtpark geht es richtig rund. Aber was blinkt denn da? Beim Denkmal für Kaiser Josef II gibt es einen Pokéstop. Hier kann man Poké-Bälle einhamstern, mit denen man infolge wieder auf die große Jagd gehen kann. Generell sind Sehenswürdigkeiten fast immer solche Stops. Mitten im Stadtpark tut sich noch ein anderes – für uns neues – Bauwerk auf. Eine Kampf-Arena. Zutritt erst ab Level fünf, für mich leider zu früh, denn nach ein paar Spielminuten schaffe ich es nur auf Level drei. In den Arenen kann man sich mit anderen duellieren und so Punkte auf sein Konto bringen. Somit marschieren wir weiter und prompt kommt ein gut gelaunter Herr mit Hund an der Leine und Smartphone in der Hand auf uns zu. Die Blicke kreuzen sich, alle grinsen. „Wie viel Pokémon hast du schon?“, fragt mein Kollege. „20“, ruft der nette Pokémon-Rivale retour, richtet seinen Blick wieder auf das Smartphone und sucht weiter nach den Ungeheuern im Stadtpark. Wir schreiten auch voran, fangen noch ein paar Dinger ein und dann meine ich – nach einem kurzen Blick auf den Akkustand: „Wir müssen retour ins Büro. Denn sonst hält mein Handyakku dem heutigen Tag nicht mehr Stand.“ Gesagt, getan, auf dem Weg dorthin kreuzt noch ein wildes Habitak (siehe Bild) unseren Weg. Mittlerweile geht das Fangen leicht von der Hand, ein Wurf mit dem Pokéball genügt und die Sammlung an Tierchen ist um ein Exemplar gewachsen. Nach einer äußerst lustigen Viertelstunde treffen wir wieder im Büro ein. Das Fazit: Das akkusaugende Handyspiel (eine Viertelstunde kostete rund 50 Prozent des Akkus) brachte mir knapp zehn Pokémons ein. Wie viele Bälle ich momentan habe, kann ich nicht sagen. Denn ich habe mein Handyladegerät zu Hause liegen gelassen und traue mir die App nicht mehr öffnen, denn dann reicht der Akku sicher nicht mehr bis zum Ende meines Arbeitstages. Aber eines kann man gewiss sagen: Pokémon Go ist ein Riesenspaß, animiert vor allem die Jugend zur Bewegung und man muss sein Ladegerät oder eine Powerbank immer mit sich haben, damit der Spaß kein jähes Ende nimmt.Übrigens: Während ich im Büro sitze und diesen Artikel verfasse, marschiert mein Kollege an meinem Schreibtisch vorbei und ruft: „Du bist schwach. Denn im Stiegenhaus habe ich gerade ein junges Mädchen mit dem Handy in der Hand getroffen und sie nach ihren gefangenen Pokémon gefragt. Sie hat 600!“ Danke, lieber Kollege. Ich wünsche dir auch noch einen schönen Arbeitstag! Und allen Lesern, die vielleicht auf den Geschmack gekommen sind, wünsche ich unterhaltsame Stunden mit der Spiele-App. Und vielleicht finden sie ja zwischendurch auch noch Zeit für ein Gespräch mit Hans, Franz, Elfriede und Rosi. Denn darauf sollten wir trotz der Gaudi nicht vergessen.


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