Südtirolerplatz: Siegerprojekt bleibt noch bis Ende September geheim
KREMS. Die Entscheidung ist gefallen: Mittlerweile steht fest, wie der Südtirolerplatz künftig aussehen soll. Das Ergebnis will die Stadt jedoch erst nach dem Gemeinderatsbeschluss am 30. September bekanntgeben und beruft sich dabei auf gesetzliche Vorgaben. UBK und FPÖ fordern, dass die Meinung der Bürger in die Entscheidung miteinbezogen werden soll.

„Ganz nach Plan“ laufen nach Angaben der Stadt Krems die Vorbereitungen zur Neugestaltung des Südtirolerplatzes. Im Zuge der Errichtung einer privatfinanzierten Tiefgarage soll die Oberfläche des Platzes ein neues Gesicht bekommen. Laut Magistrat ist der Gestaltungswettbewerb abgeschlossen, am 30. September wird der Gemeinderat die Planungsarbeiten vergeben. Dann sei auch die Bekanntgabe des Siegerprojekts geplant.
Pflicht zur Verschwiegenheit
Sechs Architekten hatte die Stadt zum Gestaltungswettbewerb eingeladen. Aus deren Arbeiten wählte eine Jury Ende Juni das Siegerprojekt aus. Dieses sei nun nach Ablauf aller Einspruchfristen definitiv und der Gemeinderat wird sich in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause mit dem Projekt befassen. „Bis zu diesem Zeitpunkt gilt weiterhin die Verschwiegenheitspflicht nach dem Bundesvergabegesetz“, teilt das Rathaus mit. „Daran haben sich alle Beteiligten zu halten“, betont Vizebürgermeister Gottfried Haselmayer (SPÖ).
„Richtiger Stadtplatz“
Momentan will Haselmayer nur so viel verraten: „Das Siegerprojekt leistet einen herausragenden Beitrag zur positiven Weiterentwicklung unserer Stadt. Darüber war sich die Jury einig“. Stadtbaudirektor Reinhard Weitzer ergänzt: „Krems bekommt nun einen richtigen Stadtplatz. Von seinen Qualitäten werden Bewohner, Wirtschaftsbetriebe und Gäste gleichermaßen profitieren.“ Der Platz soll laut Stadt als Veranstaltungs- und Kommunikationsort bespielt werden können. Wichtiger Bestandteil des Wettbewerbs war auch die Planung der Verkehrsführung.
Anrainer machen mobil
Gerade die künftige Verkehrsführung sorgt für Diskussionen. Die „Interessengemeinschaft Ensemble Südtirolerplatz“ macht schon seit Monaten gegen eine mögliche Verlegung der Utzstraße – hin zum Café Ulrich und dem angrenzenden Parkplatz – mobil. Die Anrainer fürchten vor allem mehr Lärm, Staub und sorgen sich um die Sicherheit der Fußgänger.
UBK für Bürgerbeteiligung
„Wir brauchen am Südtirolerplatz zukünftig keine leere Stein- oder Betonwüste mit einigen kümmerlichen Erdtrögen an grüner Pseudobehübschung als Alibihandlung“, erklären die UBK-Gemeinderäte Adolf Krumbholz und Josef Pachschwöll. „Weiters sehen wir die Verlegung der Zufahrtsstraße zur Altstadt Richtung Norden sicher nicht im Sinne der Steigerung von Wohnqualität für die Anwohner“. Die UBK-Mandatare fordern eine konkrete Einbeziehung der betroffenen Bürger in Form von Diskussionsabenden und Modellpräsentationen.
FPÖ: Bürger einbeziehen
Auch die FPÖ vertritt „kompromisslos die Idee der direkten Demokratie“. Man wolle den Bürgern eine „Plattform verschaffen, auf der sie die Meinung zu wichtigen Vorhaben der Stadt ausdrücken können“, so Stadtrat Werner Friedl. Vizebürgermeister Haselmayer entgegnet, dass die Bürger im Vorfeld des Gestaltungswettbewerbs Gelegenheit hatten, ihre Wünsche der Baudirektion mitzuteilen.


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