Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

KREMS. Ein neues Wirtschafts-, Gesellschafts- und Steuerkonzept hat der Kremser Steuerberater Gernot Benesch vorgelegt. In seinem Buch „Geld oder Leben im 21. Jahrhundert“ plädiert der 48-jährige Ökonom unter anderem für die Abschaffung von Bargeld, Zins und Steuern sowie die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens. Beneschs Ziel: Allen Menschen ein Leben in Wohlstand zu ermöglichen.

Zahlreiche Reformideen für ein gerechteres und nachhaltigeres Wirtschaftssystem präsentiert der Kremser Ökonom und Steuerberater Gernot Benesch in seinem Buch „Geld oder Leben im 21. Jahrhundert“. Das Werk ist vor kurzem im Etsdorfer Galila Verlag erschienen und auch für Finanzlaien gut verständlich. Foto: Galila Verlag

„Mein Unmut über unser Wirtschaftssystem ist riesig“, erklärt Gernot Benesch. Der Kremser Steuer- und Unternehmensberater findet dieses System in erster Linie ungerecht: Manche Menschen mache es reich, viele jedoch arm. Genauer gesagt wandere das Geld von den Wenigverdienern zu den Reichen – und nicht umgekehrt. „Es weiß kaum jemand wie diese Umverteilungsprozesse funktionieren, meint der 48-jährige Ökonom.

„Mörderischer Kreislauf“

Benesch geht es in seinem Buch vor allem darum, einen „mörderischen Kreislauf“ aufzuzeigen. Nach Angaben des Kremser Autors basiert unser Wirtschaftssystem auf Zinsen und Zinseszinsen, die ein ständiges Wirtschaftswachstum erforderlich machen. Doch ab einem gewisssen Zeitpunkt könne dies nur noch mithilfe von Kriegen und Katastrophen geschehen. Seit Menschengedenken fuße das Zinseszins-System auf dem Kreislauf von Zerstörung und Wiederaufbau.

Bargeld völlig abschaffen

Benesch zeigt in seinem Buch sechs Schritte auf, die ein gerechtes und nachhaltiges Wirtschaftssystem – eine Ökonomie 4.0 – ermöglichen sollen. Wichtigster Punkt dabei ist die Abschaffung des Bargelds. Benesch zufolge würde ein bargeldloser Zahlungsverkehr nur etwa ein Zehntel der bisherigen Kosten verursachen, Geldwäsche und Schwarzarbeit verhindern sowie eine umfassende Reform des Steuersystems ermöglichen.

Alle Geldflüsse besteuern

Der Kremser Ökonom plädiert für ein rigoros vereinfachtes Steuerssystem: Jegliche Steuern und Sozialabgaben sollen abgeschafft und durch eine einzige Transaktionssteuer auf alle Geldflüsse ersetzt werden. Benesch zufolge würde eine Transaktionssteuer in Höhe von 3,5 Prozent, die bei jedem Zahlungsvorgang automatisch abgeführt wird, ausreichen, dass der Staat seine Aufgaben wie gewohnt erfüllen kann. Die Produkte selbst würden durch den Wegfall aller übrigen Steuern deutlich billiger werden.

Verzicht auf Zinsen

Eine weitere Forderung des Autors ist die Abschaffung jeglicher Zinsen – sowohl für Vermögen als auch für Kreditschulden. Nur ganz wenige Menschen würden Benesch zufolge aktuell von diesem System profitieren, nämlich Multimillionäre. Durch die Abschaffung der Zinsen sei das Wirtschaftswachstum nicht mehr vom Kapitalmarkt getrieben.

„Parkgebühr“ für Vermögen

Benesch geht sogar noch einen Schritt weiter. Er plädiert nicht nur dafür, dass sich Geldvermögen durch Habenszinsen nicht mehr automatisch vermehren soll. Sondern er spricht sich für die Einführungen von negativen Zinsen, so genannter „Parkgebühren“, aus. Sparguthaben sollten demnach mit einer Gebühr versehen werden. Benesch erklärt: „Geld, das nicht für die Wirtschaft arbeitet, sondern gehortet wird, ist gleichbedeutend mit aktiv produzierter Arbeitslosigkeit. Der Kremser Autor sieht in der Parkgebühr einen „Turbo für die Wirtschaft“. Allerdings sollte sie erst ab einer gewissen Vermögenssumme fällig werden – das Sparen auf ein neues Auto beispielsweise solle wie bisher gebührenfrei bleiben.

1000 Euro für Jedermann

Weiters macht sich Benesch für die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens in Höhe von 1000 Euro monatlich für Jedermann stark. Jedem Menschen solle es dann selbst überlassen sein, ob und wie viel er sich dazuverdienen möchte. In weiterer Folge würde dieses Grundeinkommen auch die Abschaffung von Familienbeihilfe, Notstandshilfe oder Arbeits­losengeld bedeuten.

Kreativität ist gefragt

Benesch geht es bei dieser Maßnahme nicht nur um Verein­fachung und soziale Sicherheit. Er will vielmehr erreichen, dass Menschen ihre eigene Persönlichkeit besser entfalten können. Durch neue Technologien, wie beispielsweise Roboter, werde es in den kommenden Jahren zum Abbau vieler Arbeitsplätze kommen. „Wir brauchen Menschen, die kreativ und innovativ sind“, meint der Autor in diesem Zusammenhang. „Mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen haben wir die Möglichkeit, Menschen zu motivieren, das zu tun, was sie gerne machen“.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden