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KREMSMÜNSTER. Ein Landwirt aus Kremsmünster traute seinen Augen nicht. In einem kleinen Wildheckenstrauch auf seinem privaten Grundbesitz zählte er nicht weniger als 13 Sackerl mit Hundekot, die dort einfach entsorgt wurden. Leider kein Einzelfall in diesen Tagen. 

Die Sackerl mit den Exkrementen wurden einfach in einem Wildheckenstrauch entsorgt. Foto: privat
  1 / 6   Die Sackerl mit den Exkrementen wurden einfach in einem Wildheckenstrauch entsorgt. Foto: privat

Eines vorneweg, viele Hundebesitzer verhalten sich auf ihren Gassi­runden mit dem besten Freund des Menschen vorbildlich – es gibt leider aber auch schwarze Schafe. Dies bestätigt auch der Bürgermeister von Kremsmünster, Gerhard Obernberger: „Das ist derzeit ein absolutes Problem bei uns, wie leider aber auch in vielen anderen Gemeinden. Es gibt viele Rückmeldungen von Landwirten, die sich über den Hundekot auf ihren Flächen beschweren.

Aber auch auf beliebten Plätzen für Menschen wie dem Hofwiesenpark oder der Kremsschanze kommt es immer wieder zu Verunreinigungen.“ Auch in der Gemeinde Wartberg kennt man das Problem nur zu gut. Gemeindemitarbeiter werden beim Mähen der Wiese an der Kremsböschung immer wieder mit unliebsamen Überraschungen konfrontiert.

Nicht nur lästig, sondern auch gefährlich

Das einfache Liegenlassen des Hundekots ist aber nicht nur eine Rücksichtslosigkeit gegenüber den Mitmenschen, es kann auch zu einer Gefahr für andere Tiere werden. Das kann schwerwiegende Folgen haben, wie uns die Micheldorfer Tierärztin Susanne Brandstötter-Zeitlinger erläutert. „Zum einem ist es ein hygienisches Problem, wenn der Hundekot ins Tierfutter gelangt. Hier sind alle Pflanzenfresser gleichermaßen betroffen: Pferde, Rinder, Ziegen, Schafe, Alpakas, Lamas. Sowohl beim frisch gemähten Gras, als auch beim haltbar gemachten Heu haben die Tiere dann den Hundekot praktisch am Teller“, so die Expertin.

Besonders schwerwiegend können die Folgen aufgrund des Parasiten Neospora caninum für Kühe sein. „Dieser einzellige Parasit wird von Hunden ausgeschieden und verursacht beim Rind Aborte“, erklärt die Tierärztin. „Trächtige Kühe infizieren sich mit kontaminiertem Hundekot, bleiben selbst meist symptomlos, jedoch kommt es zum Tod des Kalbes im Mutterleib. Es ist keine Behandlung möglich“, so Brandstötter-Zeitlinger.

Dringend Lösungen gesucht

Die Gemeinden versuchen das Problem mit Auslaufflächen und dem Aufstellen von eigenen Stationen zum Entsorgen der Sackerl, die kostenlos zur Verfügung gestellt werden, in den Griff zu bekommen. „Der verantwortungsvolle Umgang lässt aber zu wünschen übrig. Oft sieht man die Häufchen nur fünf Meter neben einer Station liegen“, ist Gerhard Obernberger ratlos.

Noch skurriler die Situation des Landwirts aus Kremsmünster. Die Notdurft wurde zwar in die Sackerl verfrachtet, aber trotz eines aufgestellten Hinweisschildes einfach in der Hecke „entsorgt“. „Leider ist das kein Einzelfall. Entlang von beliebten Hunderouten findet man in vielen Gebüschen die weggeworfenen Sackerl“, so der betroffene Landwirt.


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