KRONSTORF. Seit 1992 können in Österreich junge Menschen ihren Zivildienst ersatzweise auch im Ausland ableisten. Für René Laglstorfer ist es „die sinnvollste Alternative zum verpflichtenden Wehrdienst.“ Zum 20. Jubiläum besuchte er für sieben Monate seine Nachfolger in Brasilien, Ecuador, China und Kambodscha. Die Erlebnisse und Eindrücke der Reise schrieb er in einem Buch nieder. Am Freitag, 27. Februar, präsentiert 31-Jährige dieses in Kronstorf. Die Besucher erwartet aber mehr als nur eine Lesung. „Es wird eine virtuelle Reise mit einer Mischung aus Lesung, Bildern und Tonaufnahmen“, verspricht Laglstorfer. Der Reinerlös dieser Benefizveranstaltung kommt aktuellen Hilfs- und Entwicklungsprojeken des Vereins „Childrenplanet“ für Bildung, Gesundheit, Wasser und Landwirtschaft in Kambodscha zugute, Hilfe zur Selbsthilfe. Auch das Rahmenprogramm der Veranstaltung verspricht Abwechslung. Neben dem Jugendorchester des Musikvereins Kronstorf und den „Young Spirits“ präsentiert eine junge Kronstorferin ihren Poetry Slam.
DETAILS:Benefizveranstaltung „Welt.Reise.Präsentation“ Freitag, 27. Februar, 20 Uhr Josef-Heiml-Halle, Kronstorf Eintritt freiwillige Spenden
www.childrenplanet.at„Heimweh nach der Welt – 20 Jahre Auslandsdienst“ Infos zum Buch und Bestellmöglichkeiten auf
www.buch.tk Der Autor im Gespräch: Warum haben Sie sich für den Zivilersatzdienst entschieden? Weil es für mich die sinnvollste Alternative zum verpflichtenden Wehrdienst ist. Der Stellenwert der Zivildiener in den jeweiligen Ländern ist sehr hoch, sie werden quasi als kleine Botschafter angesehen.
Wo waren Sie im Einsatz? Ich habe den sogenannten Gedenkdienst abgeleistet und war neun Monate in einem zeitgeschichtlichen Museum in Frankreich und drei Monate im Zentrum für jüdische Studien in Shanghai tätig.
Ihr prägendstes Erlebnis?In Frankreich traf ich einen Mann, der ein SS-Massaker im 2. Weltkrieg als einer der wenigen in seinem Dorf überlebt hat. Dass er keinen Hass mehr verspürt und ganz offen mit mir umging, beeindruckte mich. Er erhielt später auf meinen Vorschlag hin den Austrian Holocaust Memorial Award.
Welcher war während der Reise zu den Auslandsdienern der berührendste Moment?Da gab es viele, besonders berührend war der Besuch bei einem Straßenkinderprojekt in Ecuador. Es waren nicht nur die Kinder, sondern auch die Gespräche mit den Auslandsdienern, wie es ihnen mit dem Leben dort geht, mit der Verantwortung, die sie für die Straßenkinder tragen. Dieser extreme Gegenpol zu unserer Welt wird auch ein Schwerpunkt bei der Veranstaltung in Kronstorf sein.
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