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LAAKIRCHEN. Lautes Schreien, Drohungen und sogar ein Schlag auf den Kopf mit einer Leuchtstoffröhre: In jüngster Zeit häufen sich im Altstoffsammelzentrum Probleme mit aggressiven Kunden, die die Mitarbeiter attackieren.

ASZ-Leiterin Kerstin Weigl (l.) und Mitarbeiterin Manuela Huber Foto: Tóth
ASZ-Leiterin Kerstin Weigl (l.) und Mitarbeiterin Manuela Huber Foto: Tóth

Eines stellen ASZ-Leiterin Kerstin Weigl und ihre Mitarbeiterin Manuela Huber gleich Anfang des Gesprächs klar: „98 Prozent unserer Kunden sind super! Sie bemühen sich, alles richtig zu trennen – und zu vielen haben sich im Lauf der Zeit wirklich nette Kontakte entwickelt.“ Es gibt sogar Stammkunden, die mit Kuchen vorbeikommen oder den Besuch zu einem kleinen Plausch nutzen. Doch es gibt eben auch die andere Seite: Kunden, die Mitarbeiter beschimpfen, sie bedrohen und in manchen Fällen auch tätlich werden.

Streit eskalierte

Das Fass zum Überlaufen brachte ein Vorfall Ende Juli: Ein Kunde, der mit einem großen, vielfältig gefüllten Sack ins ASZ kam, wurde von einer Mitarbeiterin darauf hingewiesen, wie er den Inhalt sortieren müsse. Der Streit eskalierte, zunächst verbal. Später bedrohten der Mann und seine Frau die Mitarbeiterin auch körperlich, wie Weigl erzählt. Eine Kollegin habe beide Parteien getrennt, ehe es zu echten Handgreiflichkeiten kommen konnte.

Nachdem sie selbst zuvor bereits von einem Kunden mit einer Leuchtstoffröhre angegriffen worden war und eine andere Kollegin mit einem Hammer bedroht wurde, habe man nun beschlossen, Angriffe künftig zur Anzeige zu bringen, so ASZ-Leiterin Kerstin Weigl.

Probleme gebe es vor allem, wenn Kunden versuchen, eigentlich kostenpflichtige Altstoffe unbemerkt abzustellen oder aus den verschiedenen Containern etwas mitzunehmen: „Alles, was abgegeben wird, ist Eigentum des Altstoffsammelzentrums. Wir sorgen für eine fachgerechte Verwertung, und Reststoffe, die einen Wert haben, tragen zur Finanzierung des ASZ bei“, erklärt Manuela Huber, warum dies in allen Altstoffsammelzentren verboten ist.

Manche würden jedoch auf entsprechende Hinweise aggressiv reagieren, andere „lassen sich von einer Frau nichts sagen“, so Kerstin Weigl – und da seien durchaus auch Österreicher darunter. Und manche werden dann auch gewalttätig.

„Raten Kollegen, bei Bedarf die Polizei einzuschalten“

Christoph Riemer, Personalverantwortlicher bei der O.Ö. Landes-Abfallverwertungsunternehmen GmbH, bestätigt auf Nachfrage, dass es auch in anderen Altstoffsammelzentren „immer wieder aggressive Kunden“ gebe. Grundsätzlich setze man auf Deeskalation und biete den Mitarbeitern auch psychologische Schulungen an. „Im Fall des Falles raten wir den Kollegen jedenfalls, die Polizei einzuschalten.“

Das haben sich auch die Mitarbeiter des Altstoffsammelzentrums Laakirchen vorgenommen – falls es wieder einmal zu einem Vorfall kommen sollte. Kerstin Weigl und ihre Kollegen wollen sich jedenfalls weiterhin mit vollem Elan ihrer Arbeit widmen: „Wir machen das wirklich gern und mit Leidenschaft. Und wir freuen uns über jeden Kunden, weil er seinen Müll ordnungsgemäß entsorgen will“, betont Manuela Huber.


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