Festveranstaltung nach Sanierung in der Burgruine Spilberg
LANGENSTEIN. Ihr fünfjähriges Jubiläum und den offiziellen Abschluss des Leaderprojektes „Begehbarmachung Burgturm Spilberg“ feiern die Freunde der Burgruine Spilberg gemeinsam mit Vertretern der Leaderregion im Rahmen eines Frühschoppens.

Die Freunde der Burgruine Spilberg stellten sich bei der Vereinsgründung vor fünf Jahren einer gewaltigen Herausforderung: Die in ihrem Kern etwa 900 Jahre alte Anlage in der Schlossau sollte vor weiterem Verfall bewahrt und vor allem der Aufgang zum Burgturm ermöglicht werden. Das Vorhaben umfasste die Mauer- und Kronensicherung des Bergfried, Sanierungsarbeiten im Turminneren, das Einziehen von zwei Holztramdecken und Abdichten der obersten Geschoßdecke, um auf dieser eine Aussichtsplattform mit einem eindrucksvollen Blick über die Donauebene zur Verfügung stellen zu können. Als Aufstiegshilfe wurden vier Holzstiegen errichtet.
Zuspruch aus der Bevölkerung
Es wurden mehr als 2700 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. „Durch das unerwartete Ableben des Obmannes und Projektleiters Ferdinand Naderer im Juli 2016 erreichte den Burgverein eine ungeahnte Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft. Die Projektkosten konnten daher aufgrund erhöhter Eigenleistungen und durch Sponsoren, die Material und Sachaufwände zur Verfügung gestellt haben, wesentlich unterschritten werden. Dieser große Zuspruch aus der Bevölkerung und das Interesse an Führungen in der Anlage zeigen uns, dass wir unser Vorhaben nicht umsonst realisiert haben“, sagt Vereinsobmann Wilhelm Wolkersdorfer. Zurücklehnen wollen sich die Freunde der Burgruine Spilberg deshalb aber noch nicht: „Es gibt noch einige Dinge, die zu tun sind“.
FRÜHSCHOPPEN
mit der Marktmusik St. Georgen an der Gusen
Sonntag, 1. Juli, ab 10 Uhr
INFO
Die Burg Spilberg war einst ein bedeutendes Wasserschloss und lag ursprünglich auf einer Donauinsel, die zum Gemeindegebiet von Enns gehörte. Durch das Hochwasser von 1796 und die Donauregulierung im 19. Jahrhundert wurde der Flusslauf so weit verändert, dass die Ruine nun im Augebiet, der Schlossau, nahe dem nördlichen Donauufer liegt. 1997 wurde das Areal mit dem nördlichen Umland aus der Stadtgemeinde Enns herausgelöst und in das Gemeindegebiet von Langenstein eingegliedert.
Es wird vermutet, dass auf dem Areal der heutigen Burg bereits während der Römerzeit ein Wachtturm als Bestandteil des Donaulimes stand, dessen Überreste möglicherweise beim Bau der Burg Verwendung fanden. Bei archäologischen Grabungen während der NS-Zeit wurden aus der Bausubstanz der Ruine Funde von römischen Grabsteinen geborgen. Urkundliche Erwähnung im 12. Jahrhundert Spilberg wurde in den Jahren seines Bestehens von einst mächtigen Herren bewohnt. Erstmals 1150 urkundlich erwähnt, starb das Geschlecht der Gründer bald aus und die Burg kam in den Besitz der Fürsten des „Landes ob der Enns“. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Lehensherren rasch, einige Zeit war sie als Fluchtburg auch beim Stift St. Florian. Später kam sie zum mächtigen Geschlecht der Liechtensteiner, im Jahr 1485 wurde Spilberg dem Feldhauptmann Bernhard von Schärffenberg übergeben. Sein Wappen ziert heute noch den einstigen Haupteingang, ein mächtiges Tor in der Außenmauer. Bald darauf ging das Gebäude in den Besitz der Weissenwolffer über. Diese räumten Spilberg gegen Ende des siebzehnten Jahrhunderts und gaben die Burg dem Verfall preis. Eine spätgotische Muttergottesstatue aus der Burgkapelle kann jedoch noch heute in der Pfarrkirche Steyregg bewundert werden.
Gemeinsam mit engagierten Leuten aus der Gemeinde Langenstein, mit dem derzeitigen Pächter des Wirtschaftsgebäudes und mit Andreas Krassay, dem Besitzer der Liegenschaft, entstand vor fünf Jahren der Verein Freunde der Burgruine Spilberg. Ziel des Vereines ist es, das Bauwerk vor der weiteren Zerstörung zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


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