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Grüne: Starkregen nach Humusabtrag in Lasberg hat Boden für Generationen zerstört

Mag. Claudia Greindl, 27.07.2017 08:05

LASBERG/OÖ. Herbe Kritik üben die Grünen am großflächigen Humusabtrag in Pilgersdorf: Dort sei aus gut Gemeintem das Gegenteil geworden und durch die starken Regenfälle in jüngster Zeit wertvoller Oberboden verloren gegangen.

  1 / 2   Der starke Regen der vergangenen Tage setzte dem durch den Humusabtrag aufgerissenen verbliebenen Erdboden in Pilgersdorf stark zu. Foto: Grüne

„Dieser Fall zeigt, dass man mit der Ressource Boden viel sorgsamer umgehen muss“, betont der Grüne Landwirtschaftskammer-Rat und Kandidat für die Nationalratswahl 2017 Clemens Stammler. „Es darf nicht sein, dass bei großen Bauprojekten immer wieder anfallender, wertvoller Boden entwertet wird. Der Fall der S 10 bei Lasberg ist dafür mahnendes Beispiel.“

Starkregen hat Boden ausgewaschen

Um im Zuge des S10-Baus eine ökologische Ausgleichsfläche zu schaffen, hat die Asfinag in Lasberg in den vergangenen Wochen 45.000 Kubikmeter Erdreich (Humus) von einer neun Hektar großen Ackerfläche abtransportiert. Durch diesen Abtrag kann am schnellsten eine theoretisch naturschutzfachlich wertvolle, artenreiche Magerwiese geschaffen werden. Der aus dieser auferlegten Ausgleichsmaßnahme gewonnene Humus wurde als Entschädigung für Grundablösen aufgetragen, in der Annahme doppelt Positives zu bewirken. Laut den Grünen ist jedoch das Gegenteil eingetreten: „Der starke Regen hat den großflächig aufgerissenen, verbliebenen Boden der künstlich geschaffenen Magerwiese teilweise in den darunterliegenden Bach abgeschwemmt. Der Humus ist weg und damit auch die Magerwiese, eine Bewirtschaftung der ehemals großen Ackerfläche für viele Generationen nicht mehr möglich“, kritisiert Stammler.

Magerwiese wäre „sanfter“ möglich gewesen

Eine „Magerwiese“ kann auch durch bewussten Düngerverzicht ohne Humusabtrag erreicht werden. „Das dauert zwar länger, am Ende würde aber ebenfalls eine „Blumenwiese“ stehen ohne die Bodenstruktur nachhaltig zerstört zu haben“, betont Stammler. Konkret vermindern auch wiederholtes Mähen und Abfuhr des Schnittgutes den Nährstoffgehalt des Bodens. Dies wäre im Sinne des Naturschutzes und auch die Asfinag hätte ihre UVP-Verpflichtung erfüllt. Nur für den Humusauftrag auf anderen Flächen in der Region hätte die Asfinag andere Quellen finden müssen bzw. innerhalb der Trasse sorgfältiger mit der Ressource Humus umgehen müssen.

Die Forderungen der Grünen für künftige Projekte:

Für einen behutsamen Umgang mit der Ressource Boden muss es bei Bauprojekten zusätzliche Maßnahmen geben. Dazu zählen unter anderem:

• Vermeidung von Humusverlusten, indem Bauausschreibungen genauer definiert und Baufirmen-Mitarbeitern Weiterbildung angeboten wird.

• Verpflichtende Beiziehung eines bodenkundlichen Experten in der Planung und Baubegleitung ähnlich dem System in der Schweiz.

• Verzicht auf großflächigen Bodenabtrag von landwirtschaftlichen Flächen bei Ausgleichsmaßnahmen und Beschränkung auf die Projekt-Trassenflächen

Antrag im Landtag

Diese Forderung haben die Grünen per Antrag in den Landtag eingebracht. Der Fachbeirat für Bodenschutz beim Amt der OÖ. Landesregierung hat nun in einer kürzlichen Stellungnahme den Großteil dieser Forderungen nach mehr Bodenschutz bei großen Bauprojekten unterstützt. Stammler: „Wir erwarten, dass es im Herbst im Landtag zu konkreten Beschlüssen im Sinne des Bodenschutzes kommt. Bodenverluste und fragwürdige ökologische Ausgleichsmaßnahmen im Zuge von Großprojekten dürfen künftig nicht mehr möglich sein“.


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