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LEMBACH. Nur mehr an drei Tagen in der Woche wird derzeit in der Biomolkerei Lembach produziert, voraussichtlich im Oktober wird der Betrieb ganz eingestellt. Keine Erweiterungsmöglichkeit, abtrünnige Milchbauern und fehlende Kapazitäten bei der Kläranlage – letztendlich haben viele Faktoren den Standort unattraktiv gemacht.

  1 / 3   Ein Bild aus vergangenen Tagen: 18 Jahre lang wurde in Lembach unter der Leitung von Edith Weiß Biomilch zu hochwertigen Produkten verarbeitet. Foto: Biomolkerei Lembach

Mit viel Idealismus haben zwölf Landwirte vor 18 Jahren die Biomolkerei gegründet und „Besser Bio“ als erfolgreiche Marke etabliert. Mit sechs Millionen Euro Umsatz für die weiße und bunte Palette (alle Milchprodukte außer Käse) ist „Besser Bio“ die führende Bio-Erzeugermarke Österreichs, die vor allem im Großraum Wien und bei Großküchen punktet. „Um Wachstum zu ermöglichen, wurden schon jahrelang Teile der Produktion an andere Molkereien ausgelagert. Am Standort Lembach gab es keine Erweiterungsmöglichkeit – nicht zuletzt auch deshalb, weil die Kläranlage zu klein für einen größeren Betrieb wäre“, schildert Mitgründer und Geschäftsführer Johann Furtmüller, der seit Jahresbeginn auch alleiniger Eigentümer der Biolebensmittel GmbH ist.

Milchbauern liefern nach Deutschland

Zudem sind Furtmüller die Lieferanten abgesprungen: „Die Mühlviertler Bauern liefern die Biomilch nach Deutschland, weil die bayrischen Molkereien mehr bezahlen“, sagt der Molkerei-Chef, der deshalb für Rohmilch bis ins östliche Oberösterreich, Niederösterreich und in die Steiermark fahren muss. „Alle Umstände miteinander haben den Standort unattraktiv gemacht. Aber Salzburg Milch war an der Marke und am Markt interessiert, weil sie den Fokus verstärkt auf Bio legen will“, begründet Furtmüller den Verkauf.

Aus für letzte Molkerei im Mühlviertel

Seit etwa zwei Monaten wird die Produktion schrittweise zu Salzburg Milch verlagert. „Mit der Biomolkerei Lembach schließt die letzte Molkerei nördich der Donau, obwohl das Mühlviertel das stärkste Milchproduktions-Gebiet ist. Für unsere Mitarbeiter ist das natürlich bitter. Sie haben sich fast 20 Jahre ins Zeug gelegt – allen voran Edith Weiß, die wohl beste Molkeristin Österreichs, die die Produktion von Anfang an allein geleitet hat“, ist Johann Furtmüller stolz auf sein erfolgreiches Team. Bis Oktober werden die 14 Mitarbeiter in Lembach noch Fruchtjoghurt herstellen, dann ist endgültig Schluss.

Die Marke selbst wird aber kaum verändert und Furtmüller hofft, dass auch der Handel im Umkreis der Lembacher Biomolkerei weiter beliefert wird. Was mit dem Areal passiert, ist ungewiss. Über die künftige Nutzung wird sich die Ammerstorfer Liegenschaftsverwaltung als Eigentümerin Gedanken machen müssen.


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