Junge Lembacherin bringt Wahlurne ins Haus der Geschichte Österreich
LEMBACH/WIEN. Wenn am 10. November das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) am Heldenplatz in Wien eröffnet wird, ist dort auch eine Leihgabe aus Lembach zu sehen – eine gebrauchte Wahlurne, als Symbol der gelebten Demokratie. Der Kontakt zur Gemeinde Lembach entstand durch Magdalena Lindorfer, die als Direktionsassistentin für das hdgö tätig ist.

Nach ihrem Studium der Kunstgeschichte an der Karl-Franzens-Universität in Graz hat Magdalena Lindorfer für verschiedene Galerien und Museen gearbeitet, Fachpraktika in Graz und Washington DC absolviert und sich schließlich als Direktionsassistentin für das neu entstehende Haus der Geschichte Österreich beworben. „Ich habe vom Aufsichtsdienst bis zur kuratorischen Assistentin schon mehrere Positionen in Museen kennengelernt und das hilft mir sehr, die Bedürfnisse und die Arbeitsweisen meiner Kollegen zu verstehen. Dadurch kann ich auch die Zusammenarbeit mit der Direktorin besser koordinieren“, zeigt die junge Mühlviertlerin auf. Für sie ist es „sehr spannend, wenn ein Museum, über das schon so viele Jahrzehnte diskutiert wird, endlich eröffnet wird.“
Lücke in der Vermittlung wird geschlossen
Sie kommt aus einer Lehrerfamilie, hat schon viel mit ihren Eltern über die Geschichtsvermittlung für Schüler gesprochen und ist überzeugt, dass das hdgö eine große Lücke schließt: „Das Haus der Geschichte Österreich hat den gesetzlichen Auftrag, Verhandlungsort und Diskussionsforum zu sein und für offene Kommunikation zur Verfügung zu stehen“, informiert Lindorfer, die sich um allgemeines Officemanagement, Anfragen und Termine und auch die Vorbereitung von Events oder die Kommunikation mit Unterstützern kümmert. „Es ist schön, in einem so motivierten Team zu arbeiten, auch wenn der Zeitdruck unglaublich hoch ist, um das Museum und die Eröffnungsausstellung rechtzeitig am 10. November zu eröffnen.“
Wahlurne aus Lembach
Für das Museum sollen über die Bundeshauptstadt hinaus alle Bundesländer einbezogen und Leihgaben gesammelt werden. Über Magdalenas Kontakte hat nun auch die Lembacher Wahlurne einen fixen Platz in der Eröffnungsausstellung im Haus der Geschichte Österreich gefunden. Diese wurde in den Jahren 1970 bis 1990 in der Gemeinde verwendet. Kuratorin Birgit Johler erklärt deren Bedeutung: „Eine Wahlurne ist nicht einfach nur ein Gebrauchsgegenstand. Sie kann im richtigen Kontext für eines der wichtigsten Attribute unserer Demokratie, für das Wahlrecht, stehen.“ In der Eröffnungsausstellung erfahren die Besucher viel über die Entwicklung der Demokratie seit 1918, aber auch über jene Zeiten, in denen sie nicht vorhanden war.
Entwicklungen aufzeigen
Die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauses der Geschichte Österreich liegen in der Auseinandersetzung mit der Geschichte. „Ausgehend von der Gründung der demokratischen Republik 1918 werden gesellschaftliche Veränderungen und politische Bruchlinien thematisiert“, erklärt Johler. Dafür werden Objekte gesammelt, die Symbolwirkung für die wesentlichen Entwicklungen unserer Zeit haben.
Das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) gehört organisatorisch zur Österreichischen Nationalbibliothek, die von der gebürtigen Putzleinsdorferin Johanna Rachinger geleitet wird. Zu finden ist das hdgö in den Räumen der Neuen Burg in Wien am Heldenplatz. Die Eröffnung findet am 10. November statt.


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